Warum “UFC 205” die beste MMA-Veranstaltung aller Zeiten wird

UFC 205

In der Nacht von Samstag auf Sonntag gastiert die Ultimate Fighting Championship (UFC) zum ersten Mal in ihrer 23 Jahre langen Geschichte in New York City. Als Bühne dient dazu der weltberühmte Madison Square Garden, in dem 1971 mit Muhammad Ali gegen Joe Frazier schon der sogenannte “Fight of the Century” stattfand. Nachdem der Sport Mixed Martial Arts (MMA), angeführt von der UFC, in den letzten Jahren Boxen als populärsten Kampfsport der Welt ablöste, ist es nun auch endlich an der Zeit, dass die weltweit erfolgreichste MMA-Organisation in der “World’s Most Famous Arena” haltmacht.

Das letzte Mal, dass im Bundesstaat New York eine MMA-Veranstaltung stattfand, war 1995 bei UFC 7 in Buffalo. Nur kurze Zeit nach diesem Event verhängte die Regierung ein Verbot für das sogenannte “Cage Fighting” in New York. Erheblichen Anteil daran hatte der ehemalige Präsidentschaftskandidat und Senator John McCain, der sich in Briefen an alle Gouverneure für ein Verbot in den gesamten Vereinigten Staaten aussprach. 36 dieser Gouverneure folgten auch dem Anliegen des Republikaners und es begannen einige der dunkelsten Jahre dieses noch immer recht jungen Sports. Erst mit der Einführung von immer mehr Regeln, die den Sport zumindest um eine Spur sicherer machten, wurden diese gesetzlichen Verbote mehr und mehr aufgehoben, bis im vergangenen März schlussendlich auch New York klein beigab.

Aus UFC-Perspektive war Präsident Dana White hauptverantwortlich für die Legalisierung. Nach intensiven Verhandlungen und dem Versprechen Whites an Gouverneur Andrew Cuomo, dass die UFC mindestens einmal im Jahr in den Big Apple zurückkehrt, wurde letztendlich im Senat für die Auflösung des Verbotes abgestimmt: 113 zu 25 zu Gunsten der Legalisierung von MMA-Events lautete das eindeutige Ergebnis. Eine vernünftige Entscheidung, denn wie zuvor schon erwähnt, erfreut sich der Sport steigender Beliebtheit und bietet somit auch Metropolen wie New York City die Möglichkeit, wirtschaftlichen Profit daraus zu ziehen.

Einer der weiteren Hauptgründe, warum UFC 205 trotz anderer ziemlich wichtiger Ereignisse in dieser Woche starke mediale Präsenz genießt, ist natürlich der Hauptkampf zwischen Conor McGregor, dem Weltmeister im Featherweight, und dem Champion der Lightweight-Division, Eddie Alvarez. Obwohl die UFC diesen Fight als “Champion versus Champion”-Fight promotet, steht nur einer der beiden WM-Titel auf dem Spiel. Und zwar der von Eddie Alvarez. Da McGregor um eine Gewichtsklasse hinaufspringt, hat der gebürtige Ire dadurch die Möglichkeit, als erster UFC-Kämpfer überhaupt zwei Championship-Gürtel der Promotion gleichzeitig zu halten. Ähnliches gelang bisher nur dem gerade erst zurückgetretenen Dan Henderson in der japanischen MMA-Organisation Pride.

Eddie Alvarez möchte dieser historischen Leistung allerdings einen Riegel vorschieben. Seit seinem Titelgewinn im Juli, bei dem er sich mit einem imposanten Sieg gegen Rafael dos Anjos nach nur einer Runde den Gürtel holte, ist Alvarez endgültig in den Olymp der besten Fighter dieses Planeten aufgestiegen. Dass sich der Lightweight-Champion seitdem von den berühmt-berüchtigen Mind-Games McGregors nicht einschüchtern lässt, ist nicht verwunderlich. Denn der “Underground King”, wie er von seinen Fans genannt wird, musste sich nicht nur im Kampfsport, sonderm auch im Leben bewähren. Alvarez wuchs im rauen Stadtteil Kensington in Philadelphia auf und musste sich rund ein Jahrzehnt in kleineren MMA-Organisationen durchsetzen, bevor er erst 2014 im Alter von 30 Jahren seinen ersten UFC-Kampf absolvierte. Nach kurzen Anfangsschwierigkeiten brauchte Alvarez nur drei Siege in Serie, um sich “bester Lightweight der Welt” nennen zu dürfen. Der ehemalige Highschool-Wrestler gilt als guter Grappler und wir sicher versuchen, durch Takedowns sein Ground-Game gegen McGregor durchzusetzen. Denn im klassischen Boxkampf wird der Lightweight-Meister gegen den phänomenalen Iren wohl den Kürzeren ziehen.

Auf der anderen Seite wird interessant zu sehen sein, wie sich McGregor schlägt, wenn der Kampf in die späteren Runden geht. Bei seinen letzten beiden Auftritten gegen Nate Diaz fiel auf, dass Conor nach einem fulminanten Start gegen Ende hin etwas die Puste ausging. Diese Zweifel am Featherweight-Champion sind aber mit Vorsicht zu genießen, denn mit Chad Mendes traf der 28-Jährige schon auf einen ähnlichen Fighter wie Alvarez und konnte diesem mehr als Paroli bieten.

Für Spannung ist im Hauptkampf auf alle Fälle gesorgt. Und wem das Duell zwischen dem besten Trash-Talker seit Mike Tyson und dem Rocky Balboa des MMA-Sports noch nicht genug ist, den erwartet die wahrscheinlich beste Fight-Card in der Geschichte der UFC. Gefüllt mit prominenten Namen und weiteren wichtigen Titelkämpfen ist UFC 205 nämlich mehr als nur eine One-Fight-Show.

Alleine die Vorkämpfe sind mit Stars wie Miesha Tate, Khabib Nurmagedov und Frankie Edgar* so stark besetzt, dass sie problemlos das Hauptprogramm einer UFC Fight Night bilden könnten. Und dann wären da im Hauptprogramm noch zwei weitere Titelkämpfe: Tyron Woodley verteidigt seinen Weltergewichtstitel gegen den fünfmaligen Kickbox-Weltmeister Stephen “Wonderboy” Thompson und bei den Damen kommt es mit der amtierenden Titelträgerin im Strawweight, Joanna Jedrzejczyk, und der Herausforderin, Karolina Kowalkiewcz, erstmals zu einem rein polnischen Duell.

Es ist also klar zu sehen, dass Dana White und die Ultimate Fighting Championship nichts unversucht lassen, sich bei ihrem ersten Auftritt in New York City von ihrer besten Seite zu zeigen. Nun liegt es nur noch an den Fighterinnen und Fightern, sich ebenfalls von ihrer besten Seite zu präsentieren, damit uns UFC 205 auch wirklich als beste MMA-Veranstaltung aller Zeiten in Erinnerung bleibt.

*Anmerkung des Autors: Eine frühere Version dieses Artikels erwähnte auch den Vorkampf des früheren UFC-Lightweight-Champions, Rashad Evans, der allerdings aufgrund einer Verletzung seinen Kampf gegen Tim Kennedy bei UFC 205 absagen musste.

Von Dominik Vukoja

[Foto: Andrius Petrucenia/Flickr/CC BY-SA 2.0/Illustration von kultort.at]

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