Gesellschaft

Das 1. Semester: Erwartungen vs. Realität

Du wirst es überleben — das haben wir alle

Das 1. Semester: Erwartungen vs. Realität 11. November 20162 Comments

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Wir alle erinnern uns. Die Schule nach elendslangen 12 Jahren endlich gemeistert, der Zivildienst ist abgeschlossen, dem Bundesheer kehrt man den Rücken zu und es wird Zeit für ein neues Abenteuer. Voller Hoffnungen und Träume begeben sich auch dieses Semester wieder tausende junge Menschen auf die Universitäten des Landes, um sich für ein Studium zu inskribieren. Die Erwartungen dabei sind hoch, höher als die anfängliche Motivation wirklich in jede Vorlesung zu gehen, die sich nach den ersten Partynächten stetig Richtung Nullpunkt bewegt. Wir kennen sie alle, die Vorstellungen, die man von seinem Leben als Student hatte und wie hart der Boden der Realität sich letztendlich anfühlte.

Doch wie war das eigentlich genau damals? Dieser Frage sind wir auf den Grund gegangen und haben junge Menschen an den Wiener Universitäten dazu befragt.

Erwartungen

Egal, wen man fragt, das Wort, das man immer zu hören bekommt, lautet “entspannt”. Dafür könnte man jetzt die Filmindustrie mit ihren überzogenen Teenie-Produktionen verantwortlich machen. Oder aber einfach die Sehnsucht danach, genau da weiter zu machen, wo man nach der Matura aufgehört hat. Doch nicht nur die Partylust treibt die jungen Menschen an die Universitäten, sondern auch die Wissensbegierde. Ja, auch wenn man das schwer glauben mag, aber manche werden tatsächlich StudentIn, um etwas zu lernen. Munkelt man zumindest. Doch um beides in Einklang zu bringen, bleibt im ersten Semester genug Zeit.

Realität

Nach knappen vier Monaten ist die anfängliche Aufregung dann aber auch schnell wieder verflogen und man gehört nach den ersten Semesterferien dann schon so gut wie zu den alten Hasen. Erhobenen Hauptes blickt man auf die Neuen herab und kann ihnen nur mitleidig zulächeln, denn nach einem Semester weiß man ja schließlich, wie der Laden rennt. Zurückblickend war der Studienanfang dann aber doch anders als erhofft. Auch wenn die meisten auf ihre Kosten gekommen sind, wenn man über durchzechte Nächte und Experimente mit Drogen sprechen möchte, doch ganz so entspannt läuft es nicht immer. Wenn man sich erstmal auf das Chaos Uni eingelassen hat, bedeutet das auch, sich zuerst durch den Bürokratiedschungel kämpfen zu müssen. Nicht alle Vorlesungen sind so interessant wie erhofft und dann wäre da auch noch der Staatsfeind Nr. 1: STEOP.

Du wirst es überleben — das haben wir alle

Bevor man sich versieht, hat man schon mehrere Semester auf dem Buckel und die negativen Erinnerungen an den Studienanfang verblassen immer mehr. Das Gute an einer großen Stadt mit vielen Studenten ist, dass man Bekannte um Hilfe bitten kann. Mit Sicherheit kennt man jemanden, der einem mit hilfreichen Tipps zur Seite steht.

Ich würde mich besser über den Aufbau informieren und früher zu lernen beginnen.

Und falls man nach einem Semester nicht zufrieden mit seiner Studienwahl ist, ist das auch kein Drama. Die Wenigsten finden im ersten Anlauf gleich das, was wirklich zu ihnen passt. Aber wichtig ist, dass man die Chance nützt, auch wirklich das zu studieren, das einen wirklich interessiert.

Sich erlauben kritischer zu sein, oder einfach was Anderes zu studieren. Und vor allem sich mehr anschauen, was einen interessieren könnte.

Und eines darf man dabei nicht vergessen: Studieren heißt auch soziale Kontakte zu schließen und neue Leute kennenzulernen. Du wirst vielleicht irgendwann Hilfe von anderen brauchen, wenn du es zum Beispiel nach einer langen Partynacht nicht in die Vorlesung schaffst. Oder was wäre eine gelungene Prüfung ohne das Belohnungsbier mit KollegInnen danach?

Mein Tipp: Offen sein und neue Leute ansprechen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Was am Ende des ersten Semesters bleibt, sind die langen Nächte im Charlie P´s, Freunde, die man immer noch neben sich sitzen haben will und eine gewisse Leichtigkeit, die Dinge nicht zu ernst zu sehen. Wir haben alle mal begonnen und es alle irgendwie geschafft.

Tamara auf Twitter: @tamara_vie

[Foto: Illustration von kultort.at]

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