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“Rogue One”: Die faszinierende Welt der “Star Wars”-Saga

“Rogue One”: Die faszinierende Welt der “Star Wars”-Saga 14. Dezember 20162 Comments

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Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis — dieser berühmte Satz stand das erste Mal im Jahre 1977 auf der großen Leinwand. Es war der Tag, als der heute 72-jährige Produzent, Drehbuchautor und American Graffiti-Regisseur George Lucas sein größtes Projekt in die Kinos brachte. Niemand hätte zu dieser Zeit geglaubt, dass so ein komplexer Science-Fiction-Film realisierbar wäre. Sogar Filmstudios wie Universal und United Artists lehnten den Drehbuchentwurf von Lucas ab. Dass er dennoch sein Vorhaben in die Tat umsetzen konnte, verdankte er dem damaligen Vorstand von 20th Century Fox, Alan Ladd Junior. Dieser glaubte fest an das Projekt und unterstützte Lucas mit einem Budget von drei Millionen US-Dollar. Nach unzähligen Problemen bei den Dreharbeiten, Budgetüberschreitungen und sogar einem Schwächeanfall des Regisseurs wurde Krieg der Sterne (heute bekannt als Star Wars Episode IV — Eine neue Hoffnung) am 25. Mai 1977 uraufgeführt … der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Nach einem Einspielergebnis von 276 Millionen US-Dollar in eineinhalb Jahren konnte Lucas die beiden Nachfolger Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter verwirklichen. Alle drei Filme zusammen ergeben die heute bekannte Originaltrilogie. Doch was ist der Grund für diesen Hype? Warum fasziniert diese Filmreihe so viele Menschen auf der ganzen Welt?

Für die Beantwortung dieser Frage begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise in die 1990er Jahre, als ich das erste Mal Star Wars im Kino gesehen habe. Von Beginn an war ich fasziniert von den epischen Szenen auf der großen Leinwand, den Explosionen, der Action, dem mächtigen und furchterregenden Bösewicht Darth Vader und einer Geschichte, die als Mischung aus Disney-Romanze und Flash Gordon durchgehen könnte. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich mich nicht mehr von dem positiven Fluch befreien und war (so wie viele andere) gefangen in der faszinierenden Welt der Sternenkrieg-Saga.

Der Hype wurde sogar noch größer, als publik wurde, dass Lucas ein weiteres Projekt starten würde. Nämlich die Vorgeschichte zu der Originaltrilogie, in der erzählt wird, wie Anakin Skywalker von der dunklen Seite der Macht verführt und so zu Darth Vader wurde. Mit vielen CGI-Effekten und Greenscreen-Technik wollte der Regisseur noch epischere Schlachten erzeugen. Dieses Vorhaben ist nur bedingt gelungen und die erzählte Geschichte hat an einigen Stellen große Lücken. Dennoch hat die Prequel-Trilogie mit den Filmen Episode I — Die dunkle Bedrohung, Episode II — Angriff der Klonkrieger und Episode III — Die Rache der Sith ihre Daseinsberechtigung, selbst wenn sie nicht an die Gesamtqualität der älteren drei Filme heranreicht.

Danach war Schluss und außer ein paar Ablegern wie der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars, die die Klonkriege zwischen Episode II und III behandelt, und einer Zahl von Lego-Filmen mit Figuren aus dem Universum war nicht mehr mit neuem Inhalt zu rechnen. Doch dann der Paukenschlag: George Lucas verkauft all seine Star-Wars-Rechte an Disney. Nie hätten Fans gedacht, dass der Regisseur sein Lebenswerk je losschlagen würde. Er tat es aber dennoch. Im Oktober 2012 wurde dann bekannt, dass die Walt Disney Company die Firmengruppe Lucasfilm für das Körbchengeld von vier Milliarden US-Dollar gekauft hat. Die Fangemeinde war gespalten. Viel Skepsis war zu spüren und es wurde sogar der Twitter-Hashtag #IfDisneyDidStarWars ins Leben gerufen.

Frust hin oder her, dieser Verkauf läutete ein neues Zeitalter der Sternenkrieg-Saga ein. Disney kündigte nicht nur eine neue Trilogie an, sondern obendrein noch Ableger-Filme, die einzelne Ereignisse aus dem Universum behandeln, die sogenannten Anthology-Filme. Für das neue Universum wurde darüber hinaus eine Person installiert, die all diese Projekte überwacht. Die US-amerikanische Filmproduzentin Kathleen Kennedy ist seit dem Verkauf die neue Präsidentin von Lucasfilm und somit eine Art Aufpasserin. In dieser Funktion war sie schon für Episode VII: Das Erwachen der Macht verantwortlich, die sie mit produzierte. Regie führte der 50-jährige US-Amerikaner J. J. Abrams, welcher das Drehbuch verfasste — gemeinsam mit Lawrence Kasdan. Ein gelungener Schachzug, denn Kasdan schrieb auch das Drehbuch zu Das Imperium schlägt zurück. Der zweite Teil der Originaltrilogie gilt unter vielen Fans als der beste Star Wars-Film. Abrams schaffte den Spagat zwischen Nostalgie-Feeling und komplett neuer Geschichte. Er präsentierte drei neue Hauptcharaktere, einen neuen Droiden, einen neuen Bösewicht und statt einer Klonarmee menschliche Sturmtruppen. Dazu gesellten sich altbekannte Figuren wie Han Solo, Chewbacca, die Droiden R2D2 und C-3PO sowie das beliebte Raumschiff Millennium Falke. Obwohl viele KritikerInnen meinten, dass es Abrams nicht gelungen wäre, einen großartigen Film zu produzieren, sprechen die Zahlen für sich: Die Gesamteinnahmen belaufen sich heute bereits auf rund $ 2.070.000.000 bei einem Gesamtbudget von 245 Millionen US-Dollar.

Bei solchen Zahlen werden sich nicht nur die Verantwortlichen von Disney und Lucasfilm auf den kommenden Film Rogue One: A Star Wars Story freuen, sondern auch die Fans. Die Erklärung ist relativ einfach: Rogue One geht neue Wege und ist die erste Verfilmung der sogenannten Anthology-Filme. Das Besondere daran ist, dass die Handlung nach dem Abspann zu Ende sein wird. Es wird kein Rogue One, Part 2 geben und schon gar nicht eine Trilogie. Eine Geschichte, die ein bestimmtes Ereignis im Star Wars-Universum erzählt — eine in sich geschlossene Handlung.

Im Falle von Rogue One werden die Ereignisse vor Episode IV behandelt und wie es die Rebellen schafften, die Pläne des ersten Todessterns in ihre Hände zu bekommen. Ebenfalls spannend zu beobachten war, welche Darsteller und Darstellerinnen die Verantwortlichen casten würden. Felicity Jones, Diego Luna, Mads Mikkelsen, Forest Whittaker, Alan Tudyk — alles bekannte Persönlichkeiten, die eine Rolle bekamen. In der Sequel-Trilogie wurden die zur damaligen Zeit nicht sehr bekannten SchauspielerInnen Hayden Christensen, Ewan McGregor und Natalie Portman für wichtige Charaktere eingesetzt. In dieser Richtung hat sich einiges getan — der Beweis, dass solche Art von Filmen nicht mehr (nur) dazu dienen, Newcomer bekannter zu machen. Wie bei den Superhelden-Verfilmungen von Marvel und DC ist zu beobachten, dass immer mehr bekanntere SchauspielerInnen Rollen bekommen. Eine erfreuliche Entwicklung.

Am Donnerstag, dem 15. Dezember 2016, dürfen wir uns endlich selber ein Bild vom neuen Star Wars-Film machen. Verantwortlich dafür ist Godzilla-Regisseur Gareth Edwards, der voller Vorfreude war, als feststand, dass er in diesem Film Regie führen wird. “Oh, my God, this is the film that leads directly to my favorite film of all time, A New Hope.”, sagte er in einem Interview mit slate.com. Nach dem Ansehen der Trailer wissen auch wir, dass wieder einmal feine Action, Explosionen und natürlich der Todesstern geboten wird. Und wenn ein Todesstern vorkommt, ist Darth Vader auch nicht weit, oder? Korrekt, er wird in diesem Film einen Auftritt haben. Was soll da noch schiefgehen?

In diesem Sinne: Möge die Rebellion beginnen!

[Foto: robbies/Flickr (WS-Deathstar)/CC BY 2.0 /TerraS12/Wikimedia (Rogue One Logo)/CC BY-SA 4.0/Illustration von kultort.at]

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