Das war 2016: Popkultur-Phänomene des Jahres, Teil 2

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Die ersten Highlights des Jahres 2016 haben wir bereits für euch zusammengefasst. Doch ein Beitrag reicht noch lange nicht aus, um die kulturellen Glanzmomente aufzuzählen, die das letzte Jahr so zu bieten hatte. Also geht es weiter mit einer Menge Musik und dem Tod eines ikonischen Dance-Moves (oder was auch immer der Dab sein sollte).

Zu Teil 1 unserer Popkultur-Phänomene des Jahres geht’s HIER.

Fünf phänomenale Alben

Dennis ZagorskiWie lasse ich das Jahr 2016 nur Revue passieren? Am besten mit meiner Lieblingskategorie der Jahresrückblicke: Einer Liste der besten Alben des letzten Jahres!

5. Chance the Rapper — Coloring Book
“Lil Chano” sollte spätestens seit Acid Rap und Surf den meisten Hip-Hop-Heads ein Begriff sein. Mit Coloring Book gelingt ihm allerdings auch der Sprung in den Mainstream und er schafft es so, nicht nur mich, sondern auch viele andere zu überzeugen. (Selbst sein Weihnachtsalbum mit Jeremih ist ein Reinhören wert.)

4. Mac Miller — The Devine Feminine
Gut, dass es Ariana Grande gibt. Das einmal zu sagen, hätte ich vorher für unmöglich gehalten. Dann kommt allerdings ihr Freund Mac Miller um die Ecke, macht ein ganzes Album zu Ehren seiner Frau, findet endlich seinen Sound und überzeugt mich so sehr, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als ihn in dieser Liste aufzunehmen.

3. Anderson .Paak — Malibu
Anderson .Paak war selbst für Musiknerds vor Compton von Dr. Dre ein unbeschriebenes Blatt. Mit seinem Album Malibu gelingt ihm aber mit einer Mischung aus Rap, Soul, Funk und RnB der wirkliche Durchbruch. Dieses Album glänzt ganz einfach schon durch seine Qualität und dem Schwung, welchen er mit in das Business bringt.

2. Frank Ocean — Blonde
Nach 4 Jahren Wartezeit hatte Frank Ocean Erbarmen mit uns und veröffentlichte endlich den Nachfolger zu Channel Orange. Dieses Meisterwerk ist vom Sound sicher ein bisschen klarer geworden und weiß vor allem durch interessante Produktion und Franks atemberaubende Stimme zu beeindrucken.

1. Solange — A Seat at the Table

Mit A Seat at the Table gelingt Solange nicht nur ein gesellschaftskritisches und unglaublich persönliches Album — nein, sie schafft es auch noch, mit wunderschönen Sounds eine sogar bessere Platte als ihre immerzu erfolgreichere Schwester Beyoncé zu veröffentlichen. Chapeau!

In Memoriam: Dabbing († 2016)

Johannes Pressler: 2016 war ein Jahr, das von vielen Popkultur-Trends geprägt war. Zum einen gab’s da eine Phase, wo plötzlich jeder auf Möchtegern-Kanye machte und sich ein Paar rote Sneakers kaufen musste. Und diese “Red October”-Fakes wurden dann im Sommer auch gleich richtig fest ausgetragen, als Pokémon eines der größten Comebacks der letzten fünf Jahre gelang und das neue Smartphone-Spiel Pokémon Go zu der Lieblingsbeschäftigung des vergangenen Sommers wurde. Ach ja, und aus irgendeinem Grund wurde das gezielte Werfen einer Wasserflasche auch noch zu einer der führenden Internet-Sensationen von 2016.

Aber der Titel “Popkultur-Phänomen des Jahres” gebührt nur einem: Hoch lebe der Dab!

Und hier sind drei Gründe, warum niemand dem Dab die diesjährige Top-Platzierung streitig machen konnte:

1. Beständigkeit: Um an der Spitze einer solchen Wertung zu stehen, gebraucht es einer anständigen Portion Ausdauer — für den Dab war dieses Kriterium kein Problem. Obwohl die Tanzbewegung laut US-Rapper Bow Wow bereits 2012 das Licht der Welt erblickte, waren es im Herbst 2015 zuerst Skippa da Flippa und dann vor allem das Rap-Trio Migos mit ihrer Hitsingle “Look at My Dab”, durch die der Dance-Move zum ersten Mal so richtig auf sich aufmerksam machte. Doch erst dank NFL-Star Cam Newton erlangte Dabbing Kultstatus. Zu Beginn noch in der Position eines Rollenspielers, arbeitete sich der treue Weggefährte des Quarterbacks der Carolina Panthers im Verlaufe des Jahres immer weiter hinauf — bis zum Ende der vergangenen NFL-Saison, als ein Dab-loser Touchdown-Jubel des MVP’s bereits als unvorstellbar galt und Dabbing schließlich an der Internet-Weltspitze angelangt war.

2. Einfachheit: Laut einer Webseite, die für ihre besonders vertraulichen Quellen bekannt ist, kann man den Dab wie folgt beschreiben: “The dab is a dance move in which the dancer simultaneously drops the head while raising an arm and the elbow in a gesture that has been noted to resemble sneezing.” Genau diese Kombination aus Schlichtheit (der Move besteht aus zwei fucking Bewegungen) und Natürlichkeit (Gesundheit!) sorgte dafür, dass sich — von Jung bis Alt — niemand ausgeschlossen fühlte … was uns zum dritten Punkt bringt.

3. Omnipräsenz: Wer 2016 nicht zumindest einmal dabbte, der werfe den ersten Stein.

Alles Dab und gut, aber irgendwann im Laufe dieser Erfolgsstory wurde das Limit überschritten.

Aus einer einfachen Tanzbewegung voller Freude und Leidenschaft entwickelte sich eine Geste der Respektlosigkeit. Man machte sich sozusagen mit einem Dab über den Dab und all seine Fanatiker lustig. Einige Menschen erwischte es sogar noch schlimmer: Sie wussten gar nicht mehr, warum sie eigentlich dabbten. Dieses Limit musste auch ich 2016 am eigenen Leib miterleben. Während ein guter Freund von mir immer noch an “Dabbinkulose” leidet, kann ich voller Stolz in die weite Welt hinausschreien: “DAB-FREI SEIT MAI, ZWANZIG-SECHZEHN!!!”

Und wenn sogar der Dab-Godfather höchstpersönlich der Meinung ist, dass es Zeit für etwas Neues ist, dann sollten auch wir zumindest versuchen, Dab-frei in das neue Jahr zu schreiten. Seinen Platz in der “Dance Move Hall of Fame” hat Dabbing auch jetzt schon sicher — denn um es mit den Worten von Matt Borcas zu beenden: “What is Dab may never die.

(PS: Ein musikalischer Jahresrückblick-Shoutout an This Wild Life, Lil Uzi Vert und Chance the Rapper!)

[Foto: Anna Hanks/Flickr/CC BY 2.0/Illustration von kultort.at]

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