Popkultur TV & Kino

Die zehn bisher besten Filme aus 2017

Von 'Die Hölle' über 'Moonlight' bis zu 'La La Land' sind hier unsere zehn Lieblingswerke

Die zehn bisher besten Filme aus 2017 25. Mai 20171 Comment

Redakteur

2017 ist fünf Monate alt und schon zu diesem Zeitpunkt kann von einem sehr guten Kinojahr gesprochen werden. Die hiesigen Filmkenner und -fans haben bereits die unterschiedlichsten Filme aus den verschiedensten Genres gesehen. Comicverfilmungen wie Guardians of the Galaxy Vol. 2, Dramen (und Oscargewinner) wie Moonlight, Animationsfilme wie The Boss Baby und eine neue Alien-Interpretation von Ridley Scott können bestaunt werden — für jeden Geschmack war und ist also etwas dabei.

Noch dauert das Filmjahr lange und viele Blockbuster wie Dunkirk oder Star Wars Episode VIII — Die letzten Jedi laufen erst später in diesem Jahr an. Trotzdem ist es an der Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen. Aus diesem Grund haben wird uns die Frage gestellt, welche Werke die bisher sehenswertesten in diesem Kalenderjahr waren.

10. Die Hölle — Inferno

Ein österreichischer Thriller, der sich nicht vor internationalen Produktionen verstecken muss und in Wien spielt — das ist Die Hölle von Oscar-Gewinner Stefan Ruzowitzky (Die Fälscher). Erzählt wird die Geschichte einer wortkargen Taxifahrerin, die Zeugin eines Mordes wird und von dem Killer durch die ganze Stadt gejagt wird. Zu bestaunen gibt es Actionszenen und Verfolgungsjagden quer über die gesamte Wiener Ringstraße. Ein paar langatmige Minuten in der Mitte mindern keineswegs die Unterhaltung. Eine Empfehlung für all jene, die einen etwas anderen österreichischen Film sehen wollen. Mit Tobias Moretti, Violetta Schurawlow und Robert Palfrader in den Hauptrollen.

9. Hacksaw Ridge – Die Entscheidung

Ein packendes und bildgewaltiges Kriegsdrama, zweifacher Oscar-Gewinner in den Kategorien “Bester Schnitt” und “Bester Ton” — das ist Hacksaw Ridge des durchaus umstrittenen Regisseurs und Braveheart-Darstellers Mel Gibson. Ein Film über einen Sanitäter der US-Army, der ohne eine Waffe in den Zweiten Weltkrieg zog und 75 Menschen das Leben rettete. Hauptdarsteller Andrew Garfield verkörpert den Sanitäter namens Desmond T. Doss großartig und macht den Streifen zu einem Must-See. Die Inszenierung ist etwas zu lang, zu patriotisch und zu religiös geraten — kleinere Probleme, die den Sehspaß kaum mindern.


MEHR: Gewinner und Verlierer: Oscars 2017


8. The Founder

Biopics haben immer den Nachteil, dass sie vorhersehbar sind und somit zu einer langatmigen Angelegenheit werden können. The Founder ist da eine angenehme Ausnahme. Die wahre und teilweise kritisch beleuchtete Geschichte über die Fast-Food-Kette McDonald’s bietet einen tollen Look der 1950er Jahre, gut geschriebene Dialoge und einen großartig aufspielenden Michael Keaton. Er verkörpert die umstrittene Figur Ray Kroc sehr glaubwürdig und trägt somit die gesamte Handlung auf seinen Schultern. Regisseur John Lee Hancock (Blind Side — Die große Chance) hat bei der Auswahl des Besetzung alles richtig gemacht, denn diese wurden perfekt in das Gesamtbild eingefügt.

7. Get Out

Was passiert, wenn ein US-Komiker bei seinem Regiedebüt die Genres Thriller, Psychothriller, Horror und Comedy in einen Topf wirft? Richtig, ein unvorhersehbarer Film, der in keine Schublade passt. Ein Film mit erhöhter Spoilergefahr und dem allgegenwärtigen Thema Rassismus, ohne es direkt anzusprechen. Jordan Peele hat die perfekte Wahl getroffen und mit Daniel Kaluuya und Allison Williams zwei noch unbekannte, aber großartige Darsteller gecastet. Im letzten Viertel macht Get Out den Fehler, das Ende zu schnell fertig zu erzählen. Die Spannung und die Atmosphäre sind trotzdem kaum zu überbieten und sorgen für ein tolles Kinoerlebnis.

6. Moonlight

Der beste Film bei der diesjährigen Oscarverleihung ist nicht automatisch der beste Film des Jahres 2017. An Moonlight kommt dennoch kein Filmliebhaber vorbei. Ein Drama über einen schwarzen Jungen, der unter schwierigen Bedingungen bei seiner drogensüchtigen Mutter aufwächst, an der High-School zu seiner Homosexualität findet und als erwachsener Mann selbst zum Drogendealer wird. Der noch unbekannte Regisseur Barry Jenkins inszenierte diese Geschichte in drei für das Publikum übersichtlichen Akten — ein kluger Schachzug. Der Film regt zum Nachdenken an und ist stark gespielt. Mahershala Ali gewann den Oscar in der Kategorie “Bester Nebendarsteller”.

5. Manchester by the Sea

Casey Affleck ist am Hollywood-Olymp angekommen. Dank seiner Performance in Manchester by the Sea gewann er den Oscar für “Bester Hauptdarsteller”. Das Drama von Kenneth Lonergan ist sehr packend erzählt und Affleck spielt darin einen Hausmeister, der durch den Tod seines Bruders Vormund seines Neffen wird (großartig: Lucas Hedges). Rückblenden beleuchten die Beziehung zwischen einzelnen Figuren, was den Drama-Faktor um einige Prozentpunkte erhöht. Für das überragend geschriebene Originaldrehbuch von Lonergan gab es ebenfalls einen Oscargewinn. Für (Home-)Cineasten eine absolute Empfehlung.


MEHR: Auf diese 10 Filme freuen wir uns 2017 am meisten


4. The LEGO Batman Movie

Aufgepasst, hier kommen die animierten Kunststoff-Bausteine namens Lego. Und seit dem überraschenden The LEGO Movie (2014) wissen wir, dass diese Filme richtig Spaß machen. Sie haben eine enorme Gag-Dichte, beinhalten bunte und schrille Bilder und bieten großartiges Entertainment. Die Comicfigur Batman hatte auch seinen Auftritt und das so überzeugend, dass er heuer seinen eigenen Film spendiert bekommen hat. Abermals mit Humor am laufendem Band, das actionreiche Erzähltempo ist unfassbar hoch und die Originalversion bietet großartige Synchronsprecher. Der einzigartige Lego-Charme liefert tolle Unterhaltung für Groß und Klein.

3. Sieben Minuten nach Mitternacht

Diese Jugendbuchverfilmung hatten nicht sehr viele auf ihrem Kino-Radar und dennoch ist dieses Fantasy-Drama von J. A. Bayona die bisher größte Überraschung in diesem Kalenderjahr. Eine nachdenkliche Geschichte über einen Jungen, der in der Schule schikaniert wird und dessen Mutter (großartig: Felicity Jones) todkrank ist. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten, denn diese Emotionen und bewegenden Momente muss jeder für sich selbst erleben. Hier und da flossen Tränen die Wangen hinunter, vor allem weil der Jungschauspieler Lewis McDougall seine emotionale Rolle überragend und mit großem Engagement verkörpert.

2. La La Land 

14 Nominierungen bei den diesjährigen Oscars (davon siebenmal gewonnen), eine Hommage an die Musicals der 1950er und 1960er Jahre und eine stark geschriebene Geschichte — all das und noch viel mehr ist La La Land von Damien Chazelle. Er belebte das Musical mit einer Geschichte aus dem Leben wieder. Die Wege eines Jazzmusikers und einer Schauspielerin kreuzen sich immer wieder, sie werden ein Paar und müssen entscheiden, ob sie ihre Träume und Ziele gemeinsam oder getrennt realisieren wollen. Eines der besten Enden der Filmgeschichte, wunderschöne Musik mit Ohrwurm-Charakter und zwei überragende Hauptdarsteller namens Ryan Gosling und Emma Stone (Oscargewinn für “Beste Hauptdarstellerin”).

1. Logan — The Wolverine

Eine Ära geht zu Ende. Nach 17 Jahren und neun Filmen hängt Hugh Jackman seine Krallen an den Nagel. Davor durften wir ihn noch einmal in Action sehen. Ein letztes Mal schlüpfte der Australier in seine Paraderolle und begeisterte mit seiner Performance Kritiker und Fans zugleich. Tiefgründig, nachdenklich, gebrechlich — von der ersten Sekunde an klebt man mit den Augen förmlich an der Kinoleinwand. Da Jackman auf Teile der Gage verzichtete, bekamen Fans endlich jenen Wolverine-Film, den sie sich schon lange verdient haben. Ein düsteres, postapokalyptisches Drama mit Superheldenbeteiligung, welches sehenswert von James Mangold inszeniert wurde. Wenn ein Film noch Tage nach dem Verlassen des Kinos in deinem Kopf fest verankert bleibt, haben alle Beteiligten alles richtig gemacht.

Wird diese Liste bestehen bleiben oder bringt das restliche Kinojahr weitere spannende Dramen, lebensnahe Geschichten und tiefgründige schauspielerische Leistungen? Wir blicken weiterhin auf die große Leinwand und sind gespannt, was 2017 filmisch noch zu bieten hat.

Thomas auf Twitter: @plapperblog

[Foto: Manfred Werner/Wikimedia (Moretti)/Public Domain/Bex Walton/Flickr (Affleck)/CC BY 2.0/BagoGames/Flickr (La La Land)/CC BY 2.0/Gage Skidmore/Flickr (Wolverine)/CC BY-SA 2.0/Illustration von kultort.at]

Redakteur

One comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*