3 Frauen sprechen über ihre Erfahrungen mit der Pille

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Sie ist sicher und einfach anzuwenden. Nicht umsonst ist die Anti-Baby-Pille bei Frauen die beliebteste Verhütungsmethode. Laut dem Österreichischen Verhütungsreport 2015 verhüten 53 % der unter 30-jährigen Frauen mit der Pille. Doch neben all den Vorteilen, die die Pille mit sich bringt, sind noch immer viele Frauen schlecht oder gar nicht informiert, welche teils schwerwiegenden Komplikationen bei der Einnahme auftreten können — wenn auch nur in Ausnahmefällen.

Wir haben uns mit drei dieser „Ausnahmefälle“ über ihre Erfahrungen mit der Anti-Baby-Pille unterhalten.

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Lisa, 27

Ich habe mit der Einnahme der Pille begonnen, als ich gerade einmal 14 Jahre alt war. Damals hatte ich zwar noch keinen Sex, jedoch große Probleme mit meiner Haut. So bekam ich also von meinem Frauenarzt die Pille verschrieben. Da ich binnen kürzester Zeit meine Akne los wurde und deswegen total glücklich war, habe ich lange nicht hinterfragt, was ich mir da eigentlich zuführe.

Mit 17 hatte ich dann meinen ersten Freund und auch etwa um diese Zeit fingen die ersten Symptome an. Ständige Kopfschmerzen und Müdigkeit machten mir den Alltag zur Hölle — die Schule war für mich nicht mehr zu bewältigen. Natürlich führte mein Weg irgendwann zu Ärzten, die mich von Kopf bis Fuß untersuchten, aber alle zusammen keine Ursache fanden. Dass die Pille der Übeltäter sein könnte, wurde mir erst klar, als ich bei einer Kontrolluntersuchung beim Frauenarzt eine Apothekenzeitschrift in der Hand hatte, in der über die Risiken der Pille aufgeklärt wurde.

Noch Vorort habe ich meinen Frauenarzt darauf angesprochen, der mir allerdings erklärte, dass meine Probleme sicher nicht durch die Pille verschuldet waren. Einige Zeit später beschloss ich den Frauenarzt zu wechseln, um mir eine zweite Meinung einzuholen. Die Frauenärztin, bei der ich schließlich gelandet bin, hat mir aufmerksam zugehört und für sie war klar: Entweder Pille wechseln oder absetzen! Ich entschied mich schließlich für letzteres. Etwa drei Monate nach dem Absetzen waren alle meine Symptome verschwunden und als kleines Zuckerl auch noch 8 kg Körpergewicht herunten.

Barbara, 23

Mit 16 habe ich zum ersten Mal die Pille verschrieben bekommen — und das, obwohl ich Raucherin war. Dies wusste auch meine Frauenärztin, da sie mich explizit danach gefragt hatte. Trotzdem klärte sie mich nie über die möglichen Gefahren einer Pilleneinnahme auf und auch selber informierte ich mich kaum bis gar nicht, da ich mir dachte, dass die Frauenärztin schon wisse, was sie tue. Dieses Denken wurde mir zwei Jahre später zum Verhängnis.

Ich wachte eines Nachts schweißgebadet auf, hatte plötzlich hohes Fieber und konnte kaum atmen. Mein damaliger Freund, bei dem ich übernachtet hatte, reagierte geistesgegenwärtig und verständigte sofort die Rettung. Noch im Krankenwagen wurde mir gesagt, dass Verdacht auf ein Blutgerinnsel bestehe, da mein rechtes Bein total blau verfärbt war. Im Krankenhaus kam ich sofort in die Röhre, wo eine Computertomografie (CT) gemacht wurde. Leider habe ich von da an keine Erinnerungen mehr, da ich, wie man mir gesagt hatte, bewusstlos wurde.

Als ich nach fast zwei Wochen auf der Intensivstation aufwachte, erfuhr ich, dass sich ein Blutgerinnsel in meinem Bein gelöst hatte und eine Lungenarterie verstopfte — ich hatte eine sogenannte Lungenembolie. Mir wurde daraufhin der Brustkorb geöffnet und das Blutgerinnsel operativ entfernt. Währenddessen erlitt ich einen Herz-Kreislauf-Stillstand und musste nach Angaben meines Arztes zweimal wiederbelebt werden. Ich war mit gerade einmal 18 Jahren klinisch tot.

Heute, fast fünf Jahre nach dem Vorfall, habe ich mich wieder komplett erholt. Jedoch muss ich für eine ungewisse Zeit —vielleicht auch mein Leben lang — Blutverdünner schlucken. Aufgrund der Brustkorböffnung darf ich auch nicht schwer heben. Das Rauchen und die Verhütung mit Hormonen sind für mich nun auch tabu. Ich kann wirklich nur allen Raucherinnen ans Herz legen, mit der Hormonverhütung aufzuhören — und am besten mit dem Rauchen auch gleich. Ich habe selbst sehr lange gedacht, dass solche Dinge nur den anderen passieren.

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Nina, 19

Schon mit 14 habe ich angefangen die Pille zu schlucken. Ich war von Anfang an total begeistert von diesem “Wunderprodukt”. Meine Haut wurde extrem schön, ich hatte keine Regelschmerzen mehr und vor allem das Brustwachstum war ein netter Nebeneffekt. Mir ging es rundum gut.

Vor einem Jahr, als ich gerade 18 war, wurde bei einer Ultraschalluntersuchung zufällig ein Tumor an meiner Leber entdeckt — wie sich später herausstellte, ein sogenanntes Leberadenom. Leberadenome sind gutartige Tumore, die bei der Einnahme von östrogenhaltigen Präparaten, wie der Pille, entstehen können. Obwohl der Tumor noch recht klein war, brach für mich eine Welt zusammen. Ich musste sofort mit der Einnahme der Pille aufhören und so bald wie möglich operiert werden, denn Leberadenome können, wie man mir sagte, schnell zu einem Karzinom entarten — also Leberkrebs. Diese Diagnose hat mein ganzes Leben verändert.

Mir geht es heute zwar gut und ich bin tumorfrei, jedoch ist es mir ein großes Anliegen junge Frauen über die Nebenwirkungen von Hormonen aufzuklären. Etwas, das viele Frauenärzte und -ärztinnen aufgrund ihrer Profitinteressen nicht schaffen, obwohl es heutzutage schon vergleichsweise ungefährliche Verhütungsmethoden mit vergleichsweise geringen Nebenwirkungen gibt.

[Foto: Illustration von kultort.at]

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