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Minusgold: “Jeder kann nur selbst herausfinden, wie er mit Trauer umgeht”

Jaqueline Scheiber im Gespräch über ihre Tätigkeit als Autorin, das Bloggen und die fehlende Wahrnehmung von Trauer in der Öffentlichkeit

Minusgold: “Jeder kann nur selbst herausfinden, wie er mit Trauer umgeht” 23. Juni 20172 Comments

Redakteurin

Jaqueline Scheiber alias Minusgold schreibt Texte, die mitten ins Herz gehen. In ihrem Schreiben thematisiert sie immer wieder sehr persönliche Themen, wie beispielsweise den plötzlichen Tod ihres Freundes im Sommer 2016. Wir haben uns mit ihr auf ein ausführliches Gespräch getroffen, um über ihre Tätigkeit als Autorin, das Bloggen und die fehlende Wahrnehmung von Trauer in der Öffentlichkeit zu sprechen. Wenn Jaqueline auf ihre sanfte und ruhige Art spricht, hängt man an ihren Lippen. Und manchmal bekommt man auch ein bisschen Gänsehaut. Aber nehmt euch 20 Minuten und lest selbst.

kultort.at: Du bloggst ja inzwischen seit 7 Jahren. Als du mit dem Bloggen begonnen hast, hattest du da irgendwelche Ziele? 

Jaqueline Scheiber: Nein, gar nicht. Das war damals einfach nur, um einen Ort zu haben, um vorrangig anonym zu schreiben.

Hast du anfangs immer nur anonym geschrieben?

 Ja, zu Beginn entstanden alle Texte nur unter meinem Pseudonym und es hat ewig lange gedauert, bis ich überhaupt meinen Namen dazuschreiben wollte. Das Ziel war eine Sammlung meiner Texte zu haben. Ich hatte damals nicht den Anspruch, dass das jemand liest. Und es hat auch lange niemand gelesen. Es waren immer nur circa 100, 200 Leute, die halt hin und wieder auf meinen Blog geschaut haben.

Wann hast du dich dazu entschieden, die Texte unter deinem eigenen Namen zu veröffentlichen?

Der Punkt war, als ich 2012 im Selbstverlag einen Lyrikband veröffentlicht habe. Ab da war es einfach klar, dass mein Name dazu muss. Es ist zwar trotzdem unter meinem Pseudonym gelaufen, aber da gab es das erste Mal eine Homepage und Lesungen, bei denen auch mein Name aufschien.

Damals habe ich auch eine Facbeook-Page gemacht, war mir dabei aber ehrlich gesagt urunsicher. Ich wollte das eigentlich nicht. Ich wollte mein Schreiben immer strikt von mir selbst trennen und dem nicht wirklich ein ”Gesicht” geben. Dann gab es nach dem Buch eine Phase, in der ich das aber alles total eng gehalten habe.

ich wollte, ich wüsste, wie es zu erklären ist, dass an manchen tagen das leben sich in falten wirft, und aufbricht. wie jeglicher schutz sich loslöst, ähnlich wie von den nägeln schon kurz nach dem auftragen all die farbe splittert. die wut kurz vor der unterlippe halt macht und in einer bleischweren blase zurück in den magen sinkt. wie aus berührung irritation wird, weil zwei körper manchmal nur zu einer gewissen zeit dieselbe temperatur haben können, jeder einzelne danach zum verbrennen gezeichnet ist. wie sich ein versehentlicher blick in den unterbauch prägt und tagelang nachhallt. ein geruch in bildern flackert und schmerzt. und wo man die sammlung der momente ablegt, in denen man bleiben sollte und nicht konnte. / . doch dann kauern wir plötzlich am fußboden, schenken den fliesen unser gesamtes gewicht und atmen notfallpläne in den bauch, die sprachlosigkeit aus. schlucken wiederholungen und schieben hilfe an den rand, behalten die tür im blickfeld. heruntergebrochen nur eine unannehmlichkeit im system, ein unfall. doch ich wünschte, ich könnte ertragen, dass man eines abends im bett liegt und blut an der zungenspitze schmeckt. weil es sticht und weil es an den innennähten aufquillt. / . da, wo das innen und außen hauchdünn zu einer grenze zusammenläuft und dem druck einen augenblick nicht stand hält. Fotos: @maximiliansalzer

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Was bedeutet für dich “eng halten” in diesem Kontext?

Ich habe einfach sehr viel meiner Identität über das Schreiben definiert. Damals war das Schreiben irgendwie ganz groß für mich. Und es fühlte sich so an, als wäre es irgendwie das, was ich beruflich machen wollte. Ich dachte, ich will das mehr verfolgen. Das ist jetzt wieder etwas abgeklungen.

Warum hast du dich gegen eine berufliche Karriere als Autorin entschieden?

Ich hatte mir das mit dem Schreiben damals so in den Kopf gesetzt. Aber aus heutiger Sicht weiß ich, dass ich das niemals beruflich machen könnte. Ich habe seit damals auch die Policy, mit dem Schreiben kein Geld zu verdienen. Wenn ich Lesungen mache, gibt es keinen Eintritt, sondern vielleicht eine freie Spende oder so, um den Bedarf der Veranstaltung zu decken. Falls etwas übrig bleibt, schau ich darauf, das wieder irgendwie ins Schreiben zu investieren.

Ich will keinen Profit, weil ich unter Druck nicht schreiben kann. Das funktioniert nicht. Es war immer unauthentisch, wenn ich das versucht habe und es ist nie etwas Gutes dabei herausgekommen.

Wie sieht dein kreativer Prozess beim Schreiben aus?

Früher habe ich immer aufgrund eines Impulses geschrieben. Wenn mir etwas eingefallen ist, habe ich es einfach zu Papier gebracht. Aber gerade in der Veröffentlichungsphase war es so, dass ich mich einfach hingesetzt habe und versuchte das Ganze handwerklicher anzugehen.

Meistens ist es so, dass ich viel unterwegs sein muss und viel an anderer Lyrik lesen muss. Wie wenn einem jemand eine Melodie vorspielt und man dadurch in das musikalische Denken hineingerät. So funktioniert das ja auch mit Texten. Das finde ich sehr inspirierend, aber meistens ist Schreiben immer noch so ein Drang — auch wenn das jetzt sehr klischeehaft klingt. Ich wache auf und denke mir: “Okay, entweder du schläfst jetzt weiter und lässt einen guten Text sausen oder du schreibst ihn auf.”

Hast du einen Text, auf den du besonders stolz bist?

Einer, der mir immer in Erinnerung bleibt und den ich sehr gerne mag, heißt “Im Taxi weinen”. Der entstand in einer Zeit, in der ich das Studentenleben sehr ausgekostet habe und viel unterwegs war und dann immer im Morgengrauen in das nächste Taxi gestiegen bin. Der Text hat diese Zeit für mich einfach so gut verpackt und nimmt für mich so viel mit von dem, was damals passiert ist. Für mich ist ein Kriterium für einen gut gelungenen Text immer, dass er von mir persönlich weggeht und jeder sich reinlegen kann, sich das aus dem Text nehmen, was er braucht. Und dieser Text hat so eine breite Fläche für mich, dass sich viele Menschen darin wiederfinden können.

dear belly, I'm sorry I hated you for all these years and still do on bad days. I'm sorry I tried to squeeze you into clothes that didn't fit and left red marks on your surface. I'm sorry I hid you under shaping wear and wide clothes. I'm sorry for all the times I was standing in front of the mirror imagining how happy I was, if you wouldn't be there. but in the end, you're just as soft as I am, and you're a storyteller, like me. you remembered every touch and every scar and built an own landscape of yours. you're probably not beautiful, but you know what; bellies aren't meant to be beautiful in the first place. they function to keep this body alive. they are the center of ourselves, they sometimes grow babies and sometimes even butterflies. dear belly, this morning I woke up, and I loved you.

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Dein lyrisches Ich spiegelt also nicht zwangsläufig immer nur deine persönlichen Erfahrungen wider?

Das war der Anspruch. Nicht meine Geschichte zu erzählen, sondern mir Sachen von anderen Leuten zusammenzubasteln. Und daraus entstand eine arge Mischform aus verschiedenen Persönlichkeiten und Texten.

Hast du für deine Texte eigentlich je negative Kommentare erhalten? Es wirkt beim Betrachten deines Instagram-Feeds so, als wärst du davon verschont geblieben.

Das ist sehr spannend. Es gab zwei Kommentare und eine anonyme Nachricht, die echt schirch waren. Diese Nachricht hat mich besonders getroffen, weil das meine größte Angst widergespiegelt hat. Da ist es darum gegangen, dass ich mein schlechtes Schreiben mit einer Sensationsgeschichte verkaufe. Sinngemäß: “Eh schlimm, dass mein Freund gestorben ist, aber bringt mir halt jetzt auch den Fame.” Das hat mich total getriggert.

Bei den Kommentaren war es auch ähnlich. Im November 2016 hat mir jemand erklärt, dass ich mich jetzt schön langsam mal wieder zusammenreißen könnte. Da waren dann aber eh 30 Leute [in den Kommentaren] da, die das für mich geregelt haben.

Ich bin aber immer noch sehr dankbar dafür, dass ich von weiteren Kommentaren dieser Art verschont worden bin. Ich rede mir ein, mich hasst einfach niemand, weil ich so sympathisch bin. [lacht] Naja, aber wer weiß, was da noch kommt.

Hast du literarische Vorbilder?

Paul Celan ist mein Idol. Immer wieder. Ich habe aufgrund eines Blogs begonnen seine Bände zu verschlingen und mehrmals durchzuarbeiten. Das hat mich sehr fasziniert. Aber auch Else Lasker-Schüler hat ein paar Sachen geschrieben, die mir immer im Kopf bleiben.

Bei Lydia Daher ist es ähnlich. Ich hatte letzten Sommer keinen Zugang zu meinen Büchern und ging nicht in meine Wohnung, nachdem das mit Felix passiert ist. Ich hatte aber die ganze Zeit einen Absatz von einem Gedicht im Kopf:

ich werde es später als angst ausgeben / das reden vom fehlen / das kranichgleich ist

Ich wusste nicht, woher ich das habe und von wem das ist. Ich habe es tausendmal gegoogelt und nichts gefunden. Ich habe später meine Mutter dazu beauftragt in meine Wohnung zu gehen und alle Lyrikbände mitzunehmen und dann habe ich das Gedicht gefunden, das Lydia Daher für einen verstorbenen Freund geschrieben hatte. Ich fand das so krass, dass diese paar Zeilen, die ich vor vier Jahren mal gelesen habe, dann wieder auftauchten.

Als wir im Vorhinein miteinander gesprochen haben, hast du gesagt, dass du Angst hast, das Gesicht junger Trauer zu werden, weil du dich fühlst, als würdest du dem nicht gerecht werden. Woher kommt dieses Gefühl?

Die Schwierigkeit ist, dass sich mir viele Menschen mitteilen, weil sie sich denken: “Da ist jemand, der mich versteht.” Ich finde es persönlich immer total berührend und arg, welche Schicksale durch die Welt laufen. Aber auf einer professionellen Ebene, als Sozialarbeiterin, weiß ich einfach, dass ich keine Onlineberatungen durchführen kann.

Es ist wirklich traurig, dass es wenig Organisationen gibt, die diese Situationen abdecken können, aber ich bin schlichtweg nicht qualifiziert für eine solche Art der Beratung. Dem werde ich nicht gerecht. Außerdem ist Trauer sehr individuell. Das heißt aber nicht, dass ich herausgefunden habe, wie Trauer funktioniert. Trauer ist ein Gefühl, das so individuell ist wie jede Persönlichkeit. Das ist eben die Schwierigkeit. Jeder kann nur selbst herausfinden, wie er mit Trauer umgeht. Ich kann mich in solchen Situationen nur auf mich selbst beziehen und meine Angst ist, dass Leute das als eine allgemeingültige Definition wahrnehmen.

Du nimmst also für viele deiner Follower eine therapeutische Funktion ein?

Ja. Und das verstehe ich auch, weil ich das von mir selbst kenne. Wenn ich mit einem Menschen eine ähnliche Geschichte teile, kann ich mich auch schnell mit ihm binden. Aber gleichzeitig ist es für mich persönlich einfach wichtig, mich abzugrenzen.

Wo sind deine Grenzen? Was ist der Punkt, an dem du dich nicht mehr mitteilen möchtest?

Es gibt viele intime Momente, die ich geteilt hab, aber es gibt auch einige, die nur mir gehören und die ich nicht weitergeben möchte. Ich versuche mittlerweile immer ganz genau abzuwägen, in welchem Rahmen ich das inszeniere. Weil nichts anderes ist es. Es ist immer eine Inszenierung.

Es würde sich nicht richtig für mich anfühlen, bei 17 Zeitschriften über meine Geschichte zu reden und eine Homepage für Trauer einzurichten. Ich will das echt halten. Allerdings bin ich in einer Trauergruppe für junge Frauen. Da reden wir schon immer wieder darüber, ein Buch zu schreiben oder ein neues Projekt zu gründen. Das ist aber etwas anderes, weil es im Kollektiv stattfindet und ich dann weg von mir als Person gehen kann.

ich hab dieses foto lange wie ein geheimnis getragen. es ist nur einen tag nach felix tod im aufzug einer freundin entstanden und ich wusste damals irgendwie, in allem was ich nicht wusste, dass es nötig sein wird die katastrophe in meinem gesicht verewigt zu wissen. ich habe ganz schlimme akne bekommen, ich habe 25kg verloren und einige narben gesammelt. es sind physische belege. manchmal, wenn es mich ärgert, dass alles nur im kopf ist und nicht sichtbar gemacht werden kann, dann hilft mir dieses bild. die tatsächlichkeit der geschehnisse, vielleicht sogar als rechtfertigung für meinen anhaltenden kampf. wenn ich es heute, wie so oft herauskrame, dann weiß ich, dass mein schmerz ein gesicht trägt. in einer linie mit meinem lachen, meinem wohlfühlen und meinem lebendig sein. das ist ein weiterer ausdruck der meinem gesicht nun inne wohnt. eine betroffene sagte einmal "das ist nicht etwas, das man abschließt und dann fertig ist. man integriert es." hautschicht um hautschicht. und ich finde nach wie vor, dass der öffentlichkeit nicht nur die schönen seiten zu zeigen sind.

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Wie bist du auf diese Trauergruppe gekommen?

Meine Mutter hat damals gesagt, dass es für diese Dinge eine Selbsthilfegruppe geben muss und dass es mir guttun würde, mit Betroffenen zu sprechen. Ich habe damals viele Beiträge und Artikel von Betroffenen zu dem Thema gelesen, was mir wahnsinnig viel gegeben hat.

Es gibt Menschen, die in solchen Situationen Trauerliteratur lesen, aber das wollte ich nicht, weil ich nichts von Trauerphasen und all diesen Dingen hören wollte. Meine Mutter ist dann auf die Kontaktstelle Trauer der Caritas gekommen, die verschiedene Gruppen mit speziellem Fokus anbietet.

Und wie ist die Gruppe zusammengesetzt?

Wir sind Frauen bis 50, ich bin die jüngste und alle Frauen bringen verschiedenste Geschichten mit. Wir sind acht oder neun Frauen. Ich bin seit Oktober oder November Teil dieser Gruppe. Zusätzlich gibt es auch noch den Young Widow’s Dinnerclub, den eine Teilnehmerin meiner Trauergruppe, Franziska, ins Leben gerufen hat. Da können wir uns außerhalb der Trauergruppe auch treffen, weil die nur einmal im Monat stattfindet.

Diese Dinnerclub-Treffen sind etwas informeller und offener. Und es können auch Leute von außen dazukommen, wenn vorher abgeklärt wurde, ob sie zu uns passen. Das ist wirklich eine tolle Initiative.

Wo gibt es deiner Meinung nach große Defizite in Bezug auf die Unterstützung von Trauernden?

Das ist das Thema meiner Bachelorarbeit. [lacht] Es gibt in Wien eigentlich so ein gut ausgebildetes Netz für alle Bedarfslagen von Menschen. Du findest für jeden Menschen aus jeder Herkunft etwas, das für ihn passt. Trauer wird aber total ausgeklammert. Es sind, ohne jetzt wertfrei zu sein, voranging kirchliche Organisationen, die sich mit dem Thema Trauer auseinandersetzen und Unterstützung bieten. Auch wenn die jeweiligen Trauergruppen dann nicht an irgendeine Religion gebunden sind.

Es fehlt vor allem an einer Beratungsstelle, die einen im Akutfall auffängt und mit den richtigen Organisationen vernetzt. Es gibt zwar eine Krisenintervention, die auch bei mir damals im Krankenhaus gerufen wurde. Die haben damals aber kein Wort über das Angebot an Trauergruppen oder ähnlichem verloren.

Ich finde, dass jede größere soziale Einrichtung ein paar Personen haben sollte, die sich mit Trauer auseinandergesetzt haben. Damit es die Möglichkeit zu Vernetzungstreffen gibt und spezielle Fortbildungen gemacht werden können. Trauer kommt schließlich in jedem Kreis vor.

Es gibt eine Studie, die sagt, dass 10 % der Bevölkerung ständig in akuter Trauer sind. Man muss sich mal überlegen, was das für das ganze System bedeutet. Diese Menschen können nicht wirklich am gesellschaftlichen Geschehen teilhaben, sie hadern mit finanziellen Problemen, sie wissen nicht, ob sie es schaffen morgens zur Arbeit zu gehen. Das findet alles viel zu wenig Wahrnehmung.

Was war das Conclusio deiner wissenschaftlichen Bearbeitung dieses Themas?

SozialarbeiterInnen hätten eigentlich die Möglichkeit, dem Bedarf gerecht zu werden. In einer begleitenden und vermittelnden Form — nicht in einer therapeutischen. Es muss Leute geben, die sich für Trauer zuständig fühlen. Es wäre schon ein Anfang, SozialarbeiterInnen in Hospizen mit mehr Ressourcen auszustatten.

Wie soll man als Zuhörer oder Zuhörerin reagieren, wenn einem jemand von einem Verlust erzählt?

Das, was trauernden Menschen am meisten hilft, ist Akzeptanz und Zuhören. Als Mensch hat man ja oft das Bedürfnis, jedes negative Gefühl sofort durch ein positives zu ersetzen. Man sagt sich immer: “Das wird schon wieder. Bald geht es dir wieder besser. Die Zeit heilt alle Wunden.”

Den meisten Stress nimmt es einem als betroffene Person aber weg, wenn man hört: “Okay. Sauscheiße, was da passiert ist. Ich sehe das. Ich höre das. Ich spüre, dass es etwas mit dir macht.”

durch die lauen gassen tappsen und darüber fantasieren, wo wir jetzt wären, wäre alles nicht passiert. würde ich tauschen? // "So sagt auch ein Interviewkommentartor „The other side of great loss can be joy, love and gratidude for your life“. Was (akut) Trauerende jedoch nicht brauchen, ist jemand der Ihnen sagt, dass die Schule des Lebens ihnen die Möglichkeit gegeben hat, zu Lernen, was wichtig im Leben ist, Liebe, Dankbarkeit. Es muss nichts Positives aus einem schweren Schicksalsschlag entstehen. Er darf einfach nur total furchtbar und einfach nur Scheiße sein. Schweres darf einfach nur Schweres bleiben. Positives entsteht möglicherweise nicht wegen dem Erlebten, sondern trotzdem." (http://ihaveseendarkness.wordpress.com) // und diese schönen menschen, frederik und die gesamte kalte-schnauzen truppe sind mir trotzdem passiert. dafür ist es wert einmal tief einzuatmen und froh zu sein. 📸 @maramakeetoa

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Ich glaube, das ist das Beste, was man machen kann. Natürlich immer abgestimmt auf die Beziehung, die man zu diesem Menschen hat. Was noch wichtig ist: Dass Leute nicht beginnen, besondere Rücksicht auf einen zu nehmen. Bekannte wollten sich zum Beispiel einen bestimmten Film im Kino nicht mit mir ansehen, in dem jemand gestorben ist. Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Das Gefühl der Trauer ist ja ständig da. Das fällt mir nicht plötzlich wieder ein, nur weil ich einen Film sehe, in dem der Tod thematisiert wird.

Wenn ihr mehr von Jaqueline sehen wollt, solltet ihr ihr auf Instagram folgen. Ihr werdet beim Lesen ihrer Texte manchmal weinen, aber das ist okay — ist uns auch so gegangen.

Magadalena auf Twitter: @mag_dalenaber

[Foto: © Lisa Lugerbauer]

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