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Drei ‘Game of Thrones’-Theorien, auf die wir alle hoffen

Die Welt und Handlung von Game of Thrones ist riesig und demnach gibt es viele Theorien. Drei von diesen Theorien möchten wir euch hier vorstellen

Drei ‘Game of Thrones’-Theorien, auf die wir alle hoffen 13. Juli 20175 Comments

Ressortleiter Popkultur

Achtung! Im folgenden Artikel befinden sich Spoiler zu der Serie Game of Thrones, die bis zu Staffel 6, Episode 10 reichen. Um die Theorien zu bekräftigen, werden darüber hinaus auch Elemente der gesamten Buchserie The Song of Ice and Fire verwendet.

Kaum in einer anderen Serie ist die dargestellte Welt so komplex. Seien es die Anzahl der Charaktere, die vielen Orte oder auch die unzähligen Handlungsstränge. Dies alles schürt etliche Möglichkeiten, um unzählige Theorien über den weiteren Verlauf aufzustellen. Zwar unterscheidet sich die “Buchvorlage” immer mehr von Game of Thrones, nichtsdestotrotz ist es bei vielen Theorien nötig, mit den Inhalten der Bücher zu argumentieren.

1. Wer ist Azor Ahai?

Vor allem in den Prophezeiungen der Roten Priester, die den Gott des Lichtes (auch R’hllor oder Roter Gott genannt) anbeten, wird der Name Azor Ahai oder der versprochene Prinz (“The Prince that Was Promised”) öfters erwähnt. Während in der Buchreihe vorwiegend von Azor Ahai gesprochen wird, predigt vor allem Melisandre des Öfteren die Rückkehr des versprochenen Prinzen. Doch wer war Azor Ahai?

Laut den Legenden war Azor Ahai ein Kämpfer, der es nach dreimaligen Versuchen geschafft hatte, sein Schwert Lichtbringer (“Lightbringer”) zu schmieden. Ein Schwert, dass insofern legendär war, weil die Klinge aus Flammen bestand. Auch er soll es gewesen sein, der die Ersten Menschen und die Kinder des Waldes gegen die White Walker in der Langen Nacht angeführt und zum Sieg geführt haben soll.

Zum einen soll er damals schon ein Anhänger des Gott des Lichtes gewesen sein. Zum anderen ist genau das Gleichnis von Licht und Schatten eine der wesentlichsten Lehren dieser Religion. Doch wie es bei vielen Religionen üblich ist, reduziert sich die Lehre nicht nur auf die Erzählung der Vergangenheit. Für die Zukunft prophezeien sie ein abermaliges Aufkommen der Langen Nacht und mit ihr die Ankunft der White Walker — #WinterIsHere! Abermals sei es nun Azor Ahai, der entscheidend für den Sieg über die Kreaturen nördlich der Mauer sein wird.

Wer nun dieser Azor Ahai sein soll, beschäftigt viele GoT-Fans. Lange war es Stannis Baratheon, der immer als “Der Versprochene” gehalten wurde. Doch seine Sturheit, Radikalität und Naivität ließen ihn vor Winterfell sterben (zum Wohle der meisten Serienfans). Kurz danach fand Melisandre ihren nächsten Messias — und zwar Jon Snow.

Der Weiße Wolf und neue König des Nordens (Hoch lebe Lyanna Mormont!) ist alles andere als ein Anhänger des Gott des Lichtes. Trotzdem erkor Melisandre ihn zum neuen auserwählten Prinzen, der versprochen wurde, nachdem sie Jon von den Toten zurückgeholt hatte. Doch vor allem die Theorie schlechthin (Rhaegar + Lyanna = Jon), die nach Jahren endlich bestätigt wurde, katapultiert Jon Snow zu dem größten Anwärter als Azor Ahai. Ein halber Stark, ein halber Targaryen als das Lied von Eis und Feuer?

Hört man andere rote PriesterInnen predigen, so kommen auch noch andere Charaktere als Azor Ahai infrage. Allen voran Daenerys, die als Mutter der Drachen, Sprengerin der Ketten und weiß Gott was alles für die Retterin von Westeros gehalten wird. Ihre Widerspenstigkeit und die geballte Feuerkraft ihrer Drachen gewähren “Dany” eine immense Stärke, mit der sie der Schlüssel zum Sieg gegen die Bedrohung aus dem Norden werden könnte.

Aber auch Berric Dondarrion, der im neuesten Trailer wieder sein massives Feuerschwert benutzt, wird nach sechsmaliger Wiederbelebung vom Roten Priester Thoros von Myr als Azor Ahai gehandelt. Infolgedessen ist für Staffel 7 auch die Bruderschaft ohne Banner mit dem Anführer Berric und ihre Reise in den Norden von großer Bedeutung.

Wer es auch sein mag, die Legende des Azor Ahai gehört zu den populärsten und nachvollziehbarsten Theorien der gesamten Serie. Ob es einer dieser Protagonisten ist oder ob es sich bei Azor Ahai um eine Kombination von mehreren Personen handelt, wird sich in den nächsten beiden Staffeln zeigen.

Wahrscheinlichkeit auf Azor Ahai — 7/7 Throne (4 für Jon / 1,5 für Daenerys / 0,5 für Berric / 1 für mehrere Personen zugleich)


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2. Die Valonqar-Theorie

Valonqar bedeutet auf hochvalyrisch “kleiner Bruder” und betrifft vor allem Cersei Lennister. In der ersten Folge der fünften Staffel sieht man Cersei, wie sie als Kind zur Vorseherin Maggy geht, die ihre Zukunft bestimmen soll. Ihr wird prophezeit, dass sie einen König heiraten und von seinen 20 Kindern drei gebären würde. Des Weiteren würde sie für eine begrenzte Zeit Königin sein.

“Gold will be their crowns. Gold their shrouds”, antwortet ihr Maggy in Bezug auf ihre Kinder. Einerseits bewahrheitet sich dies, weil Joffrey und Tommen Könige von Westeros, Myrcella Prinzessin von Dorne wird. Andererseits bedeutet “gold their shrouds” so viel wie “Gold wie ihre Leichentücher”. Auch hier traf die Prophezeiung mit dem Tod Tommens endgültig ein.

Was aber in der Serie im Gegensatz zu den Büchern fehlt, ist die Fortsetzung der Prophezeiung. Hier führt Maggy ihre Ausführung weiter und beschreibt den Tod von Cersei. Der Valonqar wird beide Hände um ihr Genick legen und sie umbringen, sobald ihre Tränen durch den Tod ihrer Kinder getrocknet sind.

Tyrion hat ihr schon in Episode 8 der zweiten Staffel gedroht: “I will hurt you. And you will know the debt is paid.” Nun begibt sich Tyrion wieder in Richtung Westeros und hat viele Gründe, warum er Cersei tot sehen will. Aufgrund der Bewahrheitung der Prophezeiungen muss sich Cersei vor ihrem kleinen Bruder wappnen.

Bei der Valonqar-Theorie ist jedoch nicht Tyrion gemeint. Denn es gibt ja noch ihren kleinen Zwillingsbruder Jaime, mit der Cersei über sechs Staffeln eine Inzest-Lovestory genoss. Anfangs war es eine Beziehung zweier arroganter Lennister-Zwillinge, die beide Antagonisten der Serie waren. Doch dann kam Brienne und Jaime zeigte nach und nach sympathische Züge und gestand Brienne, dass er mit seiner Rolle als “Kingslayer” nicht glücklich sei. Sukzessive mutierte Jaime zu einem Publikumsliebling, während Cersei immer verabscheuungswürdiger wurde.

Als Jaime in der Folge “Winds of Winter” nach King’s Landing zurückkehrte und mitansehen musste, wie Cersei zur Königin gekrönt wurde, kam es zu einem eiskalten Blickaustausch zwischen Cersei und Jaime. Hat Jaime bemerkt, dass nun eine Mad Queen am Eisernen Thron sitzt? Man munkelt. Denn was wäre es für ein bittersüßes Ende ihrer Liebesbeziehung, wenn Jaime neben dem “Kingslayer” auch als “Queenslayer” in die Geschichte eingehen würde.

Screenshot via YouTube/HBO

Wäre da nicht noch das von HBO veröffentlichte Bild, wo Cersei und Jamie ihre Kriegspläne schmieden. Dabei stehen sie auf einer riesigen Karte von Westeros. Cersei steht auf einem Gebiet, das den Namen The Neck trägt, während Jaime auf jenem Teil der Karte steht, wo sich The Fingers befinden.

Die Valonqar-Theorie avanciert zu einer relativ offensichtlichen Theorie, wäre da eben nicht noch Tyrion oder auch Arya und ihre Liste. Trotzdem ist Jaime für die restlichen zwei Staffeln der Top-Anwärter auf den neuen Titel “Queenslayer”.

Wahrscheinlichkeit — 6/7 Throne

3. Bran = Bran the Builder?

Als Dreiäugiger Rabe ist Bran eine der Schlüsselfiguren im Kampf gegen die White Walker. Durch seine Visionen erkannte er schon, dass die Kinder des Waldes den ersten White Walker bzw. den Night King erschaffen hatten. Doch es bleibt dabei nicht nur bei Visionen, denn er besitzt auch die Möglichkeit, die Vergangenheit zu ändern. Mit Tränen in den Augen erinnert sich jeder GoT-Fan an die Szene, die Hodor endgültig zur Legende machte.

Diese Fähigkeit bildet die Grundlage, dass Bran als Dreiäugiger Rabe für den Bau der Mauer verantwortlich war. Der Gründer des Hauses Stark besaß auch den Namen Bran und lebte im Zeitalter der Helden. In den Geschichtsbüchern ist er unter dem Namen Bran the Builder zu finden.

Mithilfe der magischen Fähigkeiten der Kinder des Waldes soll er die Erbauung der Mauer angeordnet haben, um so die White Walker aufhalten zu können — über Jahrtausende hinweg sehr erfolgreich. Nun ist der Winter wieder da und man ist gespannt, ob die Mauer der Ankunft der White Walker standhalten wird.

Doch die Theorie geht davon aus, dass Bran als Dreiäugiger Rabe den Auftrag zum Mauerbau gegeben hat. Im zweiten Buch Clash of Kings findet man eine Passage, die darauf schließen könnte: “Others claimed that a small boy told him what he must do, a boy who would grow to be Bran the Builder.” Zwar schaffte es Bran bis jetzt noch nicht bewusst, die Vergangenheit zu verändern. Jedoch geht man davon aus, dass er in den letzten zwei Staffeln diese Fähigkeit perfektionieren könnte.

Somit würde Bran eine der wichtigsten Rollen in der Geschichte sowie in der Gegenwart von Westeros spielen — und zwar als entscheidender Protagonist im Kampf gegen die White Walker.

Wahrscheinlichkeit — 3/7 Throne

Christian auf Twitter: @ch_haslinger9

[Foto: Global Panorama/Flickr/CC BY-SA 2.0/Illustration von kultort.at]

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