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‘Game of Thrones’, Episode 2: Ein neues böses Gesicht

In der zweiten Episode "Stormborn" schafft es 'Game of Thrones', viele Emotionen zu wecken, weswegen man von einer gelungenen Folge sprechen kann

‘Game of Thrones’, Episode 2: Ein neues böses Gesicht 25. Juli 20171 Comment

stv. Ressortleiterin Gesellschaft & Politik

Achtung! Im folgenden Artikel befinden sich Spoiler zu der Serie Game of Thrones, die bis zu Staffel 7, Episode 2 reichen. 

“Shall we begin?” waren die drei Worte, die Daenerys auf Dragonstone nicht fragend, sondern bestimmend in den Raum warf. Mit ihnen wurde das Ende der ersten Folge eingeläutet, die Weichen für die fortlaufende Handlung gestellt und gleichzeitig die Spannung für eingefleischte GoT-Fans ins Unermessliche getrieben. Selbst geduldigen Menschen kann das einwöchige Warten auf die nächste Folge wahnsinnig machen, vor allem wenn vorher bereits über ein Jahr gewartet werden musste. Es liegt nun an euch, zu entscheiden, ob “Stormborn” gelungen ist oder nicht. Wir finden schon.


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Fest steht, dass einigen Charakteren in Westeros ziemlich eingeheizt wurde — obwohl diese Redewendung nicht zu wörtlich genommen werden darf. Schließlich hält der Winter Einzug und mit ihm formiert sich die Armee des Night Kings.

Kein Zuhause für “Dany”

Bereits in der 14-sekündigen Preview der zweiten Folge war klar, dass Dragonstone Ort vieler strategischer Entscheidungen sein wird. Doch Daenerys fühlt sich nicht zuhause, kann sich nicht an die stürmische Nacht ihrer Geburt erinnern. So stürmisch ihr Gemüt, so bestimmt ihre Entscheidungen. Sie braucht Verbündete, um den Eisernen Thron einzunehmen. Diese findet sie in Margaery Tyrells Großmutter Lady Olenna, der Witwe Ellaria Sand sowie Yara und Theon Greyjoy. Sie alle haben ein großes Interesse am Tod Cerseis.

Doch The Reach (zumindest der treue Teil davon), die Anhänger Yaras und Dorne, sind nicht genug. So beschließt “Dany” auf den Rat der Roten Priesterin Melisandre hin, Jon Snow nach Dragonstone einzuladen. Prompt wird ein Rabe in den Norden entsandt und Jon beschließt der Einladung nachzukommen — zum Missfallen einiger nordischer Häuser und seiner Schwester Sansa. Zu dringend braucht er Drachenglas, zu dringend braucht er Männer im Kampf gegen die White Walker.

Cersei als Lehrmeisterin Sansas

Sansa scheint ehrlich um das Wohlbefinden von Jon besorgt zu sein, stellt jedoch wieder seine Entscheidung vor allen anderen in Frage. Der Zwist der beiden, die Uneinigkeit in wichtigen Belangen und die Anwesenheit von Littlefinger, der gewiss noch versuchen wird, Sansa zu beturteln, könnten noch zu einem großen Problem im Norden führen.

Sansas Klugkeit sollte jedoch nicht unterschätzt werden, schließlich hat sie von der besten gelernt — und zwar von Cersei persönlich. Und — wie wir alle wissen — ist die Queen of the Andals and the First Men, Protector of the Seven Kingdoms, Lady of Casterly Rock und Queen Mother wohl der boshafteste und hinterlistigste Mensch in der gesamten Serie.

Der Titel Queen Mother steht Cersei seit dem Selbstmord Tommens nicht mehr zu. Auch wird sie sich bald nicht mehr Lady of Casterly Rock nennen dürfen, sofern “Dany” mit ihren Plänen durchkommt und Casterly Rock durch die Unbefleckten einnimmt. Das ist der eine Teil ihres Planes. Der andere ist King’s Landing zu belagern — nicht direkt anzugreifen. Sie scheint sich wirklich um das Leben Unschuldiger zu kümmern. Doch sie kann nicht ernsthaft glauben, dass Cersei kleinbei gibt, nur weil anfangs ein paar Arme in den Gossen ihrer Stadt verhungern. Das wird sie nicht kümmern und ihr wird es länger nicht an Nahrung fehlen.

Alle verlieren, nur Euron gewinnt

Cerseis Plan — oder besser: Euron Greyjoys Plan der Vermählung nimmt langsam Gestalt an. Das Verlobungsgeschenk? Vermutlich Ellaria Sand in Fleisch und Blut. Denn Ellaria ist für Myrcellas Tod verantwortlich und Cersei weiß das. Die Köpfe von Oberyn Martells Töchtern Obara und Nymeria Sand werden ihr nicht reichen, aber mit Ellaria hat Euron einen Jackpot gelandet und wird vermutlich das Herz seiner Auserwählten erobern. Jaime wird das jedoch gar nicht gefallen.


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Eurons Ziel war nicht nur sein Verlobungsgeschenk aufzutreiben, sondern auch seine Nichte und seinen Neffen zu töten. Sie haben ihren Onkel nicht als rechtmäßigen König der Iron Islands angesehen und müssen nun dafür büßen. Während Yara auf hoher See ein Techtelmechtel mit Ellaria Martell anfangen will und das Publikum schon glaubt, dass es gleich ganz heiß zur Sache gehen wird, werden sie von Eurons Seeflotte überrascht und ein funkenreicher Krieg bricht aus. Euron entert das Schiff von Yara, Theon und deren Gästen und ein bitterlicher Zweikampf entsteht. Als Euron Yara im Schwitzkasten halt, hätte Theon einschreiten können und sprang — wortwörtlich — ins kalte Wasser.

Yara: Theon is my protector Theon: lol

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Ohne zu wissen, dass Theon tot ist, wird Euron keine Ruhe finden. Eine gewisse Verrücktheit in Eurons Augen und dessen offensichtliche Blutrünstigkeit lassen uns vermuten, dass er noch ein wichtiger Charakter für die fortlaufende Handlung sein wird — wenn auch nicht im guten Sinne. Die Kombination aus Euron und Cersei verspricht das pure Böse und ist vielleicht auch für den von HBO angekündigten Cliffhanger am Ende der Staffel verantwortlich.

Wie steht es um die Liebenden?

Wenn es schon zu keiner prickelnden Szene zwischen Yara und Ellaria kommt, dann müssen zwei andere zueinander finden. Daenerys befielt Grey Worm, Casterly Rock einzunehmen, dieser beugt sich loyal seiner Königin und wird Dragonstone alsbald verlassen. Die Trennung von Grey Worm und Missandei war nun endlich Grund genug, die Hüllen der beiden fallen zu lassen. Trotz teils fehlender Genitalien und lebenslanger Abstinenz weiß Grey Worm, wie er Missandei zu befriedigen hat. Sie scheint sofort erstaunlich viel Spaß dabei zu haben, obwohl diese Nacht die einzige sein könnte, die sie jemals miteinander verbringen.

Für weitere Romantik könnte aber Daenerys persönlich sorgen. Nachdem sie ihren Ex-Lover Daario Naharis in Meereen zurückgelassen und Jorah Mormont zur Selbstheilung in die Wüste geschickt hat, könnte sie mal (wieder) etwas Erotik vertragen. Ob ihr diesbezüglich Jon Snow genau recht kommen wird? Oder stellt sich heraus, dass die beiden verwandt sind? Bei den Targaryens war Inzest jedenfalls niemals verpönt. Eine Verwandtschaft wäre folglich zwar ein Grund, es nicht zu tun, aber kein Hindernis.

Apropos Jorah: Sam versucht, diesen in Oldtown von seiner Krankheit zu befreien. Heimlich schleicht er sich nachts in Jorahs Zimmer, um die steinernen Schuppen zu entfernen. Hier haben sich die Produzenten wieder einmal übertroffen, denn der Perspektivenwechsel von eiternder und offener Haut bis hin zu einem recht schmackhaft aussehenden Eintopf kam unerwartet und ließ den Ekel sofort wieder weichen.

Zurück in den Norden

Arya trifft in einem Gasthaus — bei heißer Pastete und Bier — ihren Freund Hot Pie wieder. Hot Pie erzählt Arya, dass die Boltons Winterfell nicht mehr regieren und Arya beschließt, ihre Pläne zu ändern und den geplanten Mord an Cersei zu vertagen. Am Weg Richtung Norden wird sie bei Eiseskälte im Wald von einem Rudel Wölfe bedroht. Der Anführer des Rudels ist Nymeria, Aryas freigelassender Schattenwolf. Nymeria scheint Arya wieder zu erkennen, hat aber nun ein neues Leben fernab der Starks begonnen. Mit den Worten “That’s not you“, verabschiedet sich Arya von ihrem Schattenwolf und blickt ihr wehmütig hinterher.

Alles in allem war “Stormborn” eine sehr emotionale und traurige Folge. Natürlich nichts im Vergleich zu “The Door”, wo kein Auge trocken blieb. Obara Sand werden wir vermissen, ihre kecke Art brachte uns zum Schmunzeln. Und auch Nymeria verschwand wieder so schnell, wie sie auftauchte. Ein Comeback wird es sobald mit Sicherheit nicht geben. Zu guter Letzt gibt es noch die Romanze zwischen Grey Worm und Missandei zu thematisieren. Wir werden das Gefühl nicht los, dass ihnen das Schicksal und die Macher von Game of Thrones keine zweite Liebesnacht gönnen werden.

Die nächste Folge trägt den Titel “The Queen’s Justice”, doch welche Königin wird bei diesem Titel wohl gemeint sein?

Lisa auf Twitter: @lugerblis

stv. Ressortleiterin Gesellschaft & Politik

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