‘Game of Thrones’

‘Game of Thrones’, Episode 5: Der Kampf verlagert sich nach Norden

Mit "Eastwatch" schlägt 'Game of Thrones' eine klare Richtung ein, mit der die Handlungsstränge auf das Staffelfinale vorbereitet werden

‘Game of Thrones’, Episode 5: Der Kampf verlagert sich nach Norden 15. August 20174 Comments

Ressortleiter Popkultur

Achtung! Im folgenden Artikel befinden sich Spoiler zu der Serie Game of Thrones, die bis zu Staffel 7, Episode 5 reichen. 

Während die vorigen Folgen auf viel Action zielten, konzentriert sich “Eastwatch” vielmehr auf das Storytelling. Doch die Herausnahme von Kampfszenen wirkt sich keineswegs negativ auf die Qualität aus. Vielmehr setzt Thrones in dieser Folge auf die Weiterführung der Handlungsstränge, die Wiederkehr von Nebencharakteren und wichtige Enthüllungen. Das erhöhte Erzähltempo und die gefühlten Teleportationen grenzen sich in dieser Staffel erheblich vom ursprünglichen Game of Thrones-Stil ab, was bei vielen Fans Unmut hervorstößt. Dafür scheint in “Eastwatch” jede Szene für die Weiterführung der restlichen acht Episoden essenziell.


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Das Dilemma des Jaime Lannister

Thank you, Bronn! Ihm gebührt Dank, dass Jaime nicht zum Häppchen für Drogon geworden ist. Bronns Vergangenheit als Söldner holt ihn ein, als er aufgrund der drei Drachen zukünftige Dienste für die Lannisters kündigen will. Auch Jaime scheint durch die furchterregende Stärke der Bestie eingeschüchtert. Der “Kingslayer” und Ser Bronn entgehen dem Urteil von Daenerys und flüchten nach King’s Landing.

Dort will Jaime seiner geliebten Schwester Cersei Vernunft einreden, da er den Krieg gegen die Drachenmutter als aussichtslos ansieht. Die Brücke für einen vermeintlichen Waffenstillstand könnte Tyrion werden, der jedoch in Cerseis Kopf noch immer als Vater- und Kindesmörder präsent ist. Daraufhin offenbart Jaime, dass Olenna Tyrell die Schuld am Tod Joffreys trug.

Screenshot via Sky/HBO

Mit dem Wissen Jaimes, dass Tyrion nicht hinter dem Mord an seinem Sohn steckte, versprach die Reunion zwischen den beiden Brüdern eine gewisse Spannung. Zwar wünschte sich jeder Fan ein freudigeres Wiedersehen, jedoch bildet diese Szene einen emotionalen Höhepunkt dieser Folge — perfekt dargestellt von beiden Schauspielern. Gespannt blickt man nun darauf, ob Tyrion seinen Bruder die Gefahr aus dem Norden schildern konnte und es somit zu einer Deeskalation im Kampf zwischen den zwei Königinnen kommen wird.

Kein Gespräch scheint in King’s Landing vor Cerseis Ohren geschützt zu sein, denn sie wusste vom Treffen ihrer Brüder. Getoppt wird die Szene mit der Enthüllung, dass Cersei von ihrem Bruder schwanger sei — ein Mittel, um Jaime endgültig auf ihre Seite zu ziehen? Möglich ist es jedenfalls, dass Jaime trotz der kühlen Begegnung mit Tyrion zwischen seinen beiden Geschwistern hin- und hergerissen ist.

Dany auf den Spuren ihres Vaters?

Konnten Bronn und Jaime vor dem Urteil von Daenerys entkommen, so steht es um die restliche Lannister-Armee nicht gut. Während sich der Großteil mithilfe Drogons der Drachenmutter beugte, bildet der Stolz der Tarlys deren Todesurteil. Ähnlich wie unter dem Irren König Aerys II. fallen Randyll und Dickon Tarly dem Drachenfeuer zum Opfer. Ob diese Machtdemonstration für Dany spricht?

Varys und Tyrion sind sich einig, dass diese Maßnahmen zu extrem seien. Tyrion will sich zwar einreden, dass die Gegner eine Entscheidung gehabt hätten. Daraufhin erzählt Varys von seiner Zeit als Diener von Daenerys Vater, wobei er sich damals immer von seiner Schuld lossprach, da nicht er die etlichen Exekutionen ausführte. Beide sind sich also sicher, dass es ihre Pflicht ist, Dany von solchen übertriebenen Machtdemonstrationen abzubringen.

Nun gibt es auch endlich das langersehnte Wiedersehen von Khaleesi und Jorah Mormont. Zwar werden seine romantischen Gefühle von Dany abermals nicht erwidert, trotzdem macht ihre Reaktion diese Szene zu eine der schönsten Reunions dieser Staffel. Schade, dass sie nur ein kurzes Wiedersehen haben, denn Jorah macht sich mit Jon auf den Weg nördlich der Mauer.

Der neue rechtmäßige Thronfolger

Viele Fans erwarten sich, dass Jon in Zukunft einer der Drachenreiter werden könnte. Mit dieser Folge wurde die Prophezeiung noch konkreter, da Drogon seine Targaryen-Abstammung aufgefallen ist. Auch Khaleesi ist verblüfft, als der Drache nach der Streicheleinheit von Jon zum zahmen Kätzchen wird. Nach und nach erkennt Daenerys, dass der König des Nordens mehr als nur ein Bastard sein muss.

So besonders, dass es sogar für die Legitimationsansprüche von Daenerys knapp werden könnte. Bevor Sam und Gilly aus der Zitadelle fliehen, weil Sam die Ignoranz der Maester hinsichtlich der White Walker nicht mehr hinnehmen kann, liest Gilly von einer Geschichte, die noch mehr Chaos nach Westeros bringen könnte. Demnach hätte Rhaegar Targaryen einen Septon gebeten, sich von seiner ersten Ehefrau, Elia Martell, scheiden zu können, um so eine andere Frau zu heiraten — und zwar Lyanna Stark. Somit würde Jon Snow kein Bastard mehr sein, sondern der legitime Sohn des damaligen Thronfolgers. Das Primogeniturprinzip von Westeros würde somit Jon — und nicht Rhaegars Schwester Daenerys — zum rechtmäßigen König der Targaryens machen.


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Wäre da nicht ein weiterer potenzieller Thronfolger eines anderen totgeglaubten Hauses. Nach etlichen Folgen kommt nämlich der letzte überlebende Baratheon zurück. Von Davos weggeschickt und aus Flee Bottom wiedergeholt, lernt Gendry nun den König des Nordens kennen. Zwar ist er dünner als sein Vater Robert und Jon kleiner als Ned — die Vereinigung zwischen Baratheons und (zumindest jetzt noch) Starks ist aber ein emotionaler Moment für jeden Thrones-Fan. Wie damals in Roberts Rebellion kämpfen nun beide Seite an Seite. Gendry mit einem Hammer mit dem Hirsch als Wappentier — wie einst sein Vater.

Screenshot via Sky/HBO
Screenshot via Sky/HBO
Unruhe im Norden

Dass die Nordmänner großen Stolz besitzen, ist schon länger bekannt. Manche bedauern bereits, Jon als neuen König des Nordens bestimmt zu haben. Sansa versucht, die Gemüter zu beruhigen und hofft, die Häuser des Nordens und des Vales von Jons Plänen weiterhin zu überzeugen.

Auch Arya hört zu und es kommt zum ersten Streit zwischen den Schwestern seit der ersten Staffel, inwiefern diese Spannung in Winterfell gelöst werden könnte. Als sich Sansa für Diplomatie ausspricht, wirft ihr Arya vor, dass Sansa insgeheim hoffe, dass Jon nie nach Winterfell zurückkommt. Lange hat es also nicht gedauert, bis es in Winterfell zum ersten Zwist zwischen den Stark-Geschwistern kommt.

Darüber hinaus versucht Arya, das intrigante Spiel von Littlefinger zu durchschauen. Nachdem Baelish von Maester Wolkan einen Brief zugesteckt bekommt, gelingt es Arya, den Brief zu stehlen. Diese Nachricht musste Sansa im Auftrag von Cersei in der ersten Staffel schreiben. Der Inhalt: Nachdem König Robert gestorben war und Ned den neuen König Joffrey verraten hatte, sollte sich Robb nach King’s Landing aufmachen und Joffrey die Treue schwören.

Screenshot via Sky/HBO

Doch Littlefinger ahnte bereits, dass er von Arya verfolgt wird. Als Arya das Zimmer von Petyr verlässt, wird sein Gesicht in düsterem Licht dargestellt. Was er sich von dieser Tat genau erhofft, bleibt noch unklar. Doch dieser Brief könnte die Beziehung zwischen den beiden Stark-Schwestern noch weiter verschlechtern.

Der Kampf um den Norden beginnt

Da Bran durch seine Visionen sieht, wie sich die Armee der White Walker in den Süden bewegt, alarmiert er mittels Raben die aufkommende Gefahr. Deswegen macht sich Jon direkt von Dragonstone nach Eastwatch auf, um nördlich der Mauer einen White Walker gefangen zu nehmen und ihn als Beweis für deren Existenz in den Süden zu liefern. Nach einem humorvollen Auftritt von Tormund begleitet er Jon zu den Gefangenen. Beric, Thoros und Sandor warten bereits darauf, dass auch sie mit in den Norden ziehen dürfen. Nach kleineren Streitigkeiten appelliert Jon darauf, dass sie alle eine Gemeinsamkeit besitzen: “We are all breathing.” Schließlich öffnet sich die Mauer und der König des Nordens, Tormund, Jorah, Gendry, Beric, Thoros und der Hund machen sich bereit, die Existenz der White Walker zu belegen.

Screenshot via Sky/HBO

Bald ist es soweit, eine Auseinandersetzung mit den White Walker rückt näher. “Eastwatch” überzeugt vor allem durch ein grandioses Storytelling, das des Öfteren für Wow-Momente sorgen konnte. Diese Folge berührt, schockiert und regt gleichzeitig dazu an, den weiteren Verlauf dieser Geschichte zu prophezeien. Für die letzten zwei Folgen, die 71 und 81 Minuten dauern werden, bildet Episode 5 somit ein tolles Fundament.

Senderhinweis: Die neuen Folgen von ‘Game of Thrones’ sind auf mobilen Diensten von Sky abrufbar. Montags läuft die jeweils aktuelle Folge um 20:15 Uhr auf Sky Atlantic HD.

Christian auf Twitter: @ch_haslinger9

[Foto: © Sky/HBO]

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