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‘Game of Thrones’, Episode 6: Es wird immer kälter

Durch "Beyond the Wall" schafft es 'Game of Thrones' endgültig darzustellen, wie bedrohlich die White Walker und der Night King sind

‘Game of Thrones’, Episode 6: Es wird immer kälter 22. August 20172 Comments

stv. Ressortleiterin Gesellschaft & Politik

Achtung! Im folgenden Artikel befinden sich Spoiler zu der Serie Game of Thrones, die bis zu Staffel 7, Episode 6 reichen. 

Mit der aktuellen Folge “Beyond the Wall” wird es nun endgültig ernst in Westeros. So auch für uns, denn in nur einer Woche heißt es wieder mehr als ein Jahr auf die nächste und letzte Staffel der HBO-Kultserie Game of Thrones warten zu müssen. Aber nun zur vorletzten Episode dieser Staffel, in der abermals räumliche Distanzen keine Rolle mehr spielen zu scheinen.


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Zum Scheitern verurteilt

Jon ist mit seinen Gefährten — die erste Szene erinnert wirklich stark an Der Herr der Ringe — auf der Mission, einen Wiedergänger zu fangen. Ihn begleiten sowohl Männer der Nachtwache als auch Beric, Thoros, Tormund, der Bluthund, Jorah und Gendry. Das Ziel: Den Toten nach King’s Landing zu bringen, um Cersei auf die Gefahr der Gefahren aufmerksam zu machen.

Sie dringen immer weiter in den Norden vor, vorbei an dem spitzen Berg, den der Bluthund einst in den Flammen sah. Nichts Lebendiges treibt sich so weit nördlich herum. Nach dem Angriff eines Bären mit blauen Augen, der zu zwei Toten führt, überraschen Jon und seine Kameraden eine kleine Gruppe von Wiedergängern, angeführt von einem White Walker. Sie schaffen es einen der Toten gefangen zu nehmen und den Rest auszuschalten. Für eine Sekunde möchte man glauben, dass es nun wieder gen Süden geht, doch die Wights lassen nicht lange auf sich warten.

© Sky/HBO
© Sky/HBO

Angeführt vom Night King kreisen sie Jon und seine Freunde auf einer kleinen Insel ein — umgeben von einem See mit dünnem Eis. Der einzige Lichtblick dieser ausweglos erscheinenden Situation: Gendry, der Sohn von Robert Baratheon. Während seine Kameraden im Schneesturm von der Army of the Dead umzingelt ausharren, läuft Gendry schnellen Schrittes und unbewaffnet zurück zur Mauer. Er schafft es nach Eastwatch, obwohl er weder Schnee, Eis, noch die Gegend des Nordens kennt. Zeitgleich lässt Thoros — mehr oder weniger betrunken — sein Leben. Rest in Peace!

Der Hilferuf wird erhört

Von der Mauer aus wird anschließend ein Rabe mit einem Hilferuf nach Dragonstone entsandt. Auf diesen hin setzt sich Dany sofort auf Drogon und fliegt — recht dürftig bekleidet, ohne Schal oder Haube — mitsamt den anderen beiden Drachen Richtung Norden. Als es für Jon und seine Kameraden eng wird und der Kampf von Neuem entfacht, taucht Dany plötzlich am Himmel auf und lässt ihre Drachen Feuerspielchen treiben.

Dutzende über Dutzende von Toten verbrennen und die Rettungsmission scheint gelungen. Bis plötzlich der Night King einen gefrorenen Speer in die Hand nimmt und auf Viserion zielt — und trifft! Der Drache stürzt ab und versinkt im eiskalten See. Jon befielt Dany zu fliehen, auch wenn er dabei zurückbleibt. Sie fliegt mit den anderen davon, ehe Drogon von einem Pfeil getroffen werden kann.


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Bevor es für Jon (erneut) zu spät ist, taucht sein Onkel Benjen Stark auf und schickt den halb erfrorenen Jon auf seinem Pferd zurück zur Night’s Watch. Einen weiteren Auftritt von Onkel Benjen wird es wohl nicht mehr geben.

Bei der Wiedervereinigung von Jon und Dany entschuldigt sich der König des Nordens für Viserions Tod. Doch ohne jemals in den Norden geflogen zu sein, hätte Dany nie das Unheil gesehen und begriffen, was ihnen bevorsteht. Während der emotionalen Unterhaltung nehmen sich die beiden an den Händen, das Knistern zwischen ihnen ist eindeutig zu spüren. Noch dazu ist Dany äußerst hingerissen und gerührt, als Jon meint, er würde für sie das Knie beugen und sie “seine Queen” nennen. Spätestens beim Anblick seiner Wunden wusste die Drachenkönigin, dass der König des Nordens kein normaler Bastard ist.

Littlefinger auf dünnem Eis

Nicht nur die Army of the Dead bewegt sich auf dünnem Eis, sondern auch Petyr Baelish. Er sollte es besser nicht weiter versuchen, Sansa und Arya aufeinander zu hetzen. Blut ist schließlich dicker als Wasser und Arya mindestens so schlau wie Littlefinger. Die jüngste Stark wird den Lords des Nordens das Dokument nicht zeigen, welches Sansa nach dem Tod ihres Vaters unter Zwang verfasst hat. Im Gegenzug sollte Sansa endlich aufhören in Aryas Sachen herumzuschnüffeln. Sie hat schließlich keine Ahnung von Aryas Fähigkeiten. Langsam scheint Sansa aber Angst vor ihrer kleinen Schwester zu bekommen, was nur klug ist.

Während der Folge erhält Sansa zudem eine Einladung nach King’s Landing von Cersei Lannister höchst persönlich. Klugerweise beschließt sie dieser nicht Folge zu leisten und schickt stattdessen Brienne nach Süden. Wie Jaime auf Brienne reagieren wird? Wird diese merken, dass ein neuer Lannister-Sprößling in Cerseis Leib heranwächst? Wenn man der Wahrsagerin und Waldhexe Maggy (Staffel 5) Glauben schenkt, wird Cersei kein weiteres Kind gebären — oder sogar sterben, bevor es das Licht der Welt erblickt. Die Schwangerschaft könnte also auch eine Lüge sein.

Die Folge endet dort, wo sie begonnen hat: Im Norden. Viele Fans haben nicht damit gerechnet, dass die White Walker eine ernsthafte Bedrohung für Danys Drachen sein können, bis sie schließlich Viserion getötet haben. Dass die Army of the Dead den Körper Viserions schließlich aus dem Wasser zieht und der Night King ihn zu einem blauäugigen Monster macht, war dann doch ein großer Schock — und kam für viele unerwartet.

Fragen, die wir ‘Game of Thrones’ stellen müssen

Auf so einer gefährlichen Mission im Norden hätte Jon seinen Schattenwolf mitnehmen müssen, doch wo war Ghost? Vermutlich wäre Drogon nicht bereit gewesen, den Schattenwolf aus der Gefahrenzone auszufliegen, aber Gendry hätte er beim Rückweg ruhig begleiten können. Wenn man so eine nützliche und intelligente Waffe hat, warum nutzt man diese nicht? Die ganze Mission glich einem Selbstmordkommando und spricht nicht für Jons Entscheidungsfähigkeit.

Eine weitere Frage bezieht sich ebenfalls auf die aktuellen Geschehnisse im Norden. Wie lang steckten Jon und seine Kameraden auf dieser Insel fest? In diversen Fan-Foren wird über die blitzschnelle Rettung von Dany diskutiert. Die gesamte Zeit — von dem Moment an, wo Gendry die Gruppe verließ, um nach Eastwatch zu laufen, dann einen Raben ins sehr entfernte Dragonstone zu schicken, bis hin zum tausend Kilometer weitem Drachenflug von Dany in den Norden — musste die gestrandete Gruppe an einem Ort mit Minusgraden, ohne Feuer und ohne ersichtlicher Nahrung auskommen. Um der Realität von Raum und Zeit möglichst nahe zu kommen, müssen sie mindestens zwei Tage im Schneesturm ausgehalten haben. Eine doch etwas unrealistische Vorstellung.


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Wie wir schon geschrieben haben, verlieren die Produzenten von Game of Thrones die Liebe zum Detail. Das ist auch in “Beyond the Wall” klar erkennbar. Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf die letzte Folge dieser Staffel, von der wir uns noch einen gewaltigen Cliffhanger erwarten dürfen.

Senderhinweis: Die neuen Folgen von ‘Game of Thrones’ sind auf mobilen Diensten von Sky abrufbar. Montags läuft die jeweils aktuelle Folge um 20:15 Uhr auf Sky Atlantic HD.

Lisa auf Twitter: @lugerblis

[Foto: © Sky/HBO]

stv. Ressortleiterin Gesellschaft & Politik

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