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Die kulturelle Monopolstellung von ‘Game of Thrones’

Was 'Game of Thrones' zu so einem einzigartigen Erlebnis macht

Die kulturelle Monopolstellung von ‘Game of Thrones’ 24. August 20173 Comments

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Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, doch eines ist unumstritten: Game of Thrones ist eine der popkulturell relevantesten Fernsehserien des 21. Jahrhunderts. Denn in einer von Netflix, Amazon Prime und Co. dominierten Serienlandschaft ist Thrones ein Unikat, das jede einzelne Woche Millionen von Fans verbindet.

Statistiken lügen nicht

Beginnen wir mit ein paar Zahlen: Die Premiere der siebten Staffel wurde bereits am Montag nach der Erstausstrahlung von 16,1 Millionen Menschen angesehen. Dies inkludiert alle möglichen Streaming-Plattformen und bedeutete eine Steigerung von 50 % gegenüber dem letztjährigen Saisonstart. “Dragonstone” war somit die erfolgreichste Premiere in der Geschichte von Game of Thrones und dem US-amerikanischen Fernsehprogrammanbieter HBO. Man kann aber davon ausgehen, dass die endgültigen Quoten sogar noch beeindruckender sein werden. So erreichte Staffel 6 der Fantasy-Show durchschnittlich 25,7 Millionen ZuseherInnen pro Episode.


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Ein ähnliches Bild zeigt sich auf Social Media. Mit 2,4 Millionen Tweets war “Dragonstone” die am meisten debattierte Folge in der Geschichte von Thrones. Dass rund 7 % dieser Tweets auf den hauptsächlich kritisierten Auftritt von Ed Sheeran zurückzuführen sind, sei als amüsante Randnotiz angeführt.

GoT_Ed Sheeran_Arya
© Sky/HBO

Fairerweise muss hierbei erwähnt werden, dass Game of Thrones zwar überdurchschnittliche Quoten erreicht, aber immer noch hinter der von AMC ausgestrahlten Drama-Serie The Walking Dead liegt. Warum, kann ich mir persönlich nur schwer erklären, aber eines scheint klar zu sein: TV + Zombies = $$$.

Game of Thrones, das Event

Mit üblichen Fernsehserien ist Game of Thrones also nur schwer zu vergleichen. Denn während man bei anderen Shows in seinem Freundeskreis mindestens dreimal nachfragen muss, ob man überhaupt schon bei der aktuellen Staffel angelangt ist, ist ein Großteil der Thrones-Fangemeinde spätestens am Montag auf dem neuesten Stand.

In den USA kann man sogar noch einen Schritt weitergehen: Im Zeitalter des Binge-Watchings ähnelt Game of Thrones weniger einer herkömmlichen Serie und mehr einem großen Event. Von unzähligen Internetforen über fanatische Reaktionsvideos bis zu immens populären Diskussionssendungen erinnert die Berichterstattung an den Superbowl oder an eine wichtige Politik-Debatte.

“War das wirklich eine gute Idee?“, “Wer ist schuld?” und “Wer wird gewinnen?” sind nur einige der Fragen, die wir uns Woche für Woche zu der Fantasy-Serie stellen — und solche Gespräche sind es, die so verdammt viel Spaß machen, den ich selber nicht mehr seit Grey’s Anatomy hatte. (Ich bin in eine Mädchenklasse gegangen, okay?!)

Das perfekte Timing

Ein großer Verdienst für den Erfolg geht an den Zeitpunkt, wann Game of Thrones das Licht der TV-Welt erblickt hat. Denn wäre vor rund 15 Jahren wirklich jemand dazu bereit gewesen, einer nicht einmal fertigen Buchreihe des oft trivialisierten Fantasy-Genres ein Anfangsbudget von 60 Millionen US-Dollar zur Verfügung zu stellen? Wohl eher nicht.

Im besten Fall hätten wir eine Kino-Trilogie bekommen, ein paar Jahre später einen weiteren (viel schlechteren) Dreiteiler. Und seien wir uns mal ehrlich: Der Herr der Ringe, verteilt auf über 70 Episoden, wäre nicht nur ein noch aufregenderes Erlebnis gewesen, sondern hätte uns auch mehr Zeit gegeben, gemeinsam mit Freunden und Verwandten darüber zu diskutieren. Zeit, die wir nun haben — und Game of Thrones zu der Kultserie macht, die sie geworden ist.

Das Beste zum Schluss?

Wir können nur hoffen, dass sich David Benioff und D.B. Weiss mit der geringen Anzahl an verbleibenden Episoden nicht selbst in eine Ecke gedrängt haben und die enttäuschenden Folgen “Eastwatch” und “Beyond the Wall” eine Ausnahme dieser sonst so faszinierenden Serie bleiben.


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Besonders die achte und letzte Staffel wird wichtig sein, um den positiven Diskurs der kulturellen Monopolstellung von Thrones aufrechtzuerhalten. Nur so wird es möglich sein, den unumgänglichen Spin-offs dieser Fantasy-Welt ein viel versprechendes Momentum zu übertragen.

Senderhinweis: Die neuen Folgen von ‘Game of Thrones’ sind auf mobilen Diensten von Sky abrufbar. Montags läuft die jeweils aktuelle Folge um 20:15 Uhr auf Sky Atlantic HD.

Johannes auf Twitter: @Joe_Pressler

[Foto: © Sky/HBO/Illustration von Simon Eder]

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