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Unsere Musik-Highlights: September 2017

Weil sich musikalisch immer etwas tut, werden wir gegen Ende jeden Monats unsere Musik-Highlights für euch zusammenfassen

Unsere Musik-Highlights: September 2017 29. September 20172 Comments

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Mit dieser Reihe erstellen wir monatlich eine Sammlung an musikalischen Highlights. In vier unterschiedlichen Kategorien findet ihr jeden Monat das musikalisch Beste. Wir geben uns Mühe, so viele Geschmäcker wie nur möglich zu bedienen und so mit jedem Artikel dieser Art etwas Abwechslung zu schaffen. Damit kein Genre zu kurz kommt, werden wir versuchen, ein möglichst breites Spektrum an musikalischer Diversität zu bieten. Und auch wenn sich in diesem Monat gefühlt alles um Taylor Swift gedreht hat, werden wir uns eher abseits des kommerziellen Charts-Zirkus bewegen.

Unsere musikalischen Favoriten sammeln und ergänzen wir monatlich in einer Spotify-Playlist — den Link dazu findet ihr HIER.

Album des Monats: Cro — tru.

Diese Kategorie ist mit Sicherheit in ihrer Gesamtheit der subjektivste Drahtseilakt der Bewertung. Deswegen werden sich hier die Geister scheiden, wie sie es bei dem deutschen Artist Cro tun. Dennoch ist das neu erschienene Album tru. bei uns in Endlosschleife gelaufen. Ein Album mit zwanzig Tracks, etlichen Features und vielseitigen Stimmungen. Cro ist ein ganzes Stück erwachsener und komplizierter geworden.

Themen wie Heimat, die Liebe zu Frauen und das Leben in dieser verrückten Welt werden in jedem Track spürbar und wirken so ehrlich, wie sie gemeint sind. Auch wenn vielen “Easy” als Assoziation noch im Kopf schwirrt, ist der Track mittlerweile fünf Jahre alt und es ist an der Zeit, einem der aktuell größten deutschen Künstler Probs für seine Arbeit zuzugestehen.

Das Album sticht durch eine rundum gelungene Inszenierung hervor. Zeitgleich mit dem Release wurde in einer Berliner Galerie eine Ausstellung, welche die Hintergründe des Albums beleuchtet, präsentiert und dort ein eigenes Magazin verteilt, das den Entstehungsprozess in Polaroids ästhetisch festhält. Das durchdachte Konzept rund um Release, Tour, Album, Maske und vielem mehr trifft den Zahn der Zeit und macht Musik zu etwas Größerem als nur einer Platte — sie wird zu einem Erlebnis.

Songs des Monats:

  • Casper — “Sirenen”
  • Alex Vargas — “7 Sins”
  • Charlie Cunnigham — “Minimum”
  • Jennifer Rostock — “Alles Cool”
  • Alt-J — “Pleader (Edit)”

Alle Tracks findet ihr in unserer Spotify-Playlist:

Anmerkung: Nicht bei allen Songs handelt es sich um Neuerscheinungen im September. Es können auch einfach für den/die AutorIn wiederentdeckte Schätze sein.

Video des Monats: Lany — “Super Far”

Durchdacht, schön, anders. Lany zeigt, wie man es heute noch schafft, in einer Welt, die bereits alles gesehen hat, dennoch etwas Neues zu schaffen. Übrigens ist nicht nur das gleichnamige Album Lany wärmstens zu empfehlen, sondern auch der Live-Auftritt der amerikanischen Band am 28. November in der Grellen Forelle in Wien.

Konzert des Monats: The Districts

Dominik Wendl: Nach dem Release ihres dritten Studioalbums Popular Manipulations war Wien dazu auserkoren, ein Teil der Album-Tour der amerikanischen Band The Districts zu sein. Um ehrlich zu sein: Wir mussten nicht lange überlegen und hatten schon wenig später Karten fürs Flex. Es war bereits aus etlichen Live-Sessions zu entnehmen, dass diese Band etwas Besonderes, etwas individuell Berauschendes mit sich bringt. Das wird wohl jede Band von sich selbst behaupten, aber eine tatsächlich eigene, alles einnehmende Stimmung zu erzeugen, schaffen dennoch die wenigsten. The Districts sollten eben dies beweisen.

Zunächst war der Sound eher dürftig, aber das, was er zu wünschen übrig ließ, glich die Band auf der Bühne wieder aus. Es ist eine persönliche Hürde, sich als Person auf der Bühne so fallen zu lassen. Sie geben sich selbst auf, um ihre Message in die Hände des Publikums zu legen.

In Summe war das Konzert zu kurz, wir hätten gern noch ein bisschen mehr Zeit mit den Boys aus Pennsylvania verbracht. Doch das haben Konzerte, die ein derartiges Level an Intimität erreichen, bekanntlich so an sich. Der emotionale Ausflug endete mit einer verlängerten, innigen Version des Titels “Young Blood”. Dennoch ließ uns eine Frage nicht los:

Was ist hier gerade passiert und warum ist es schon vorbei?

Danke Districts, beehrt uns bitte bald wieder.


Tamara auf Twitter: @tamara_vie

[Foto: © Landstreicher Booking (Casper)/avda-foto/Flickr (Cro)/CC BY-SA 2.0/Yann Zitouni/Flickr (Alex Vargas)/CC BY-NC 2.0Chuffmedia (Lany)/Illustration von Marcel Weld]

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