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Drei wichtige Fragen zu den Golden State Warriors

Obwohl der Transfersommer in Oakland relativ ruhig verlaufen ist, bleiben die Warriors der logische Titelfavorit

Drei wichtige Fragen zu den Golden State Warriors 12. Oktober 20173 Comments

Redakteur

Die Sommerpause der NBA dürfte wohl als eine der verrücktesten Transferphasen aller Zeiten in die Geschichtsbücher eingehen. Bei all den Wechseln geriet jedoch beinahe in Vergessenheit, wer in der Vorsaison den Titel gewinnen konnte – die Golden State Warriors.

Wir haben uns bei André Voigt, Chefredakteuer der FIVE und Gründer des Basketball-Podcasts GotNexxt, informiert, wie gut das Team für die Titelverteidigung aufgestellt ist und wie gefährlich die Konkurrenz werden kann. Hier sind drei wichtige Fragen zu den Golden State Warriors:

1. Wie verlief die Offseason?

Nachdem die Warriors in den NBA-Finals die Cleveland Cavaliers um LeBron James bezwingen konnten, knallten am 13. Juni die Sektkorken und der fünfte Meistertitel der Vereinsgeschichte wurde ausgelassen gefeiert.

Auf General Manager Bob Myers wartete in den folgenden Wochen trotzdem jede Menge Arbeit. Die Verträge von zehn Spielern liefen zum Saisonende aus. Darunter auch die von Leistungsträgern wie Stephen Curry, Kevin Durant und Andre Iguodala.

Nach harten Verhandlungen konnten alle Spieler gehalten werden. Die Vertragsverlängerungen sorgten allerdings dafür, dass sich das Teamgehalt um fast 40 Millionen US-Dollar erhöhte. Ein Luxus, zu dem Besitzer Joe Lacob angesichts des anhaltenden Erfolges jedoch gerne bereit zu sein scheint.

Besonders für Curry war der große Zahltag gekommen. In den vergangenen vier Spielzeiten verdiente er lediglich 11 Millionen US-Dollar im Jahr und ermöglichte so enormen Spielraum für wichtige Verstärkungen. Anfang Juli wurde der 29-Jährige zum bestbezahltesten Spieler der Vereinsgeschichte und verdient in den nächsten fünf Jahren unfassbare 201 Millionen.

Abseits des Parketts sorgte der Spielmacher jedoch für weit größere Schlagzeilen. Während der Hymnen-Protest vieler NFL-Spieler einen neuen Höhepunkt erreichte, entstand eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen Curry und US-Präsident Donald Trump.


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Daraus folgte, dass die gesamte Franchise vom Besuch im Weißen Haus ausgeladen wurde und nun auf eigene Faust nach Washington reisen wird, um für Gleichberechtigung und Vielfalt einzutreten.

2. Sind die Golden State Warriors noch stärker als 2016/17?

“Ganz klar, ja!”, meint André Voigt. Seiner Meinung nach hat sich die Mannschaft im Laufe der vergangenen Saison immer besser eingespielt. In den Playoffs zeigte sich dann die geballte Dominanz der Männer in Blau und Gelb. Auf dem Weg zum Titel musste die Franchise aus der Bay Area lediglich eine einzige Niederlage hinnehmen und sicherte sich somit die beste Playoff-Siegesquote aller Zeiten!

Ein weiterer Punkt, der laut Voigt für die Warriors spricht, ist die gelungene Transferpolitik in den vergangenen Monaten. General Manager Bob Myers hat das beste Team der Liga mit Nick Young (Shooting Guard) und Omri Casspi (Power Forward) qualitativ noch tiefer gemacht. Die Bank ist äußerst stark besetzt und dürfte den Stars die ein oder andere Verschnaufpause schaffen.

Doch nicht alles, was unter der kalifornischen Sonne glänzt, ist auch Gold. Als Durant in der Regular Season verletzt fehlte, gab es zwischenzeitlich fünf Niederlagen in sieben Spielen. Diese Schwächephasen dürfen sich nicht häufen, wenn am Ende wieder der ganz große Erfolg stehen soll. Außerdem darf das Team nicht von einzelnen Spielern abhängig sein. Die Last muss auf mehrere Schultern verteilt werden.

Genau hier besteht laut Headcoach Steve Kerr die Herausforderung. Der dritte Titel in vier Jahren ist natürlich das Ziel. Auf dem Weg dorthin muss er jedoch die Balance finden und darauf achten, dass sich keine Selbstgefälligkeit entwickelt. Kein leichtes Unterfangen bei 207 Siegen und nur 30 Niederlagen in den vergangenen drei Jahren.

3. Wie gefährlich ist die Konkurrenz?

Nachdem die Warriors in der letzten Saison keinen Zweifel daran ließen, wer das beste Team der NBA ist, war die Konkurrenz im Sommer zum Handeln gezwungen. Für André Voigt steht fest, dass die anderen Teams der Western Conference “deutlich gefährlicher sind als zuletzt. Houston hat sich mit Chris Paul extrem verstärkt. Genau wie Oklahoma City, denen mit Paul George und Carmelo Anthony gleich zwei All Stars in den Schoß fielen.”

Vervollständigt wird der Kreis von den San Antonio Spurs, “die eben die Spurs sind.”

Auf die Coaches kommt wohl eine der größten Herausforderungen ihrer Karriere zu, denn eines haben Chris Paul, James Harden (Houston Rockets), Carmelo Anthony, Russell Westbrook und Paul George (Oklahoma City Thunder) gemeinsam. Sie lieben es, den Ball in den eigenen Händen zu halten!


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Vieles hängt also davon ab, wie schnell und gut sich die neu zusammengestellten Kader der Thunder und der Rockets einspielen. Offensiv geht von beiden Teams eine gewaltige Gefahr aus. Neben den vielen All Stars werden jedoch passende Spieler benötigt, die ihre Rolle perfekt ausfüllen und die vielen kleinen Dinge erledigen.

Doch egal, mit wem es der Western-Conference-Champion in den Finals zu tun bekommt, er wird wohl als Favorit in die letzten Saisonspiele gehen. Das Leistungsgefälle zwischen Ost und West ist ein Thema, welches die NBA-Gemeinde schon sehr lange beschäftigt.


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“Ich sehe die Spitze der Eastern Conference nicht mehr so stark wie in den vergangenen beiden Jahren”, so die Meinung von André Voigt. Die Cleveland Cavaliers um LeBron James müssen wohl bis Januar auf Isaiah Thomas verzichten und “ohne ihn als zweiten Scorer fehlt ihnen diese Unberechenbarkeit, die das Team mit Kyrie Irving noch hatte.”

Bei den Boston Celtics stehen hingegen nur vier Spieler aus dem Vorjahr auf dem Parkett. Mit Avery Bradley und Jae Crowder verließen sogar die beiden besten Verteidiger das Team. Ähnlich wie die Rockets und Thunder gehören sie zwar zum Favoritenkreis, das Team muss sich allerdings erst finden und eigene Stärken entwickeln.


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Die Golden State Warriors werden also auch in dieser Spielzeit als Favorit in jede Begegnung gehen und weiter an ihrer Dynastie arbeiten. Auf dem Weg zum nächsten Titel warten jedoch einige Herausforderungen.

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[Foto: Keith Allison/Flickr (Curry)/Flickr (Kerr)/Flickr (Green)/CC BY-SA 2.0/Illustration von James P. Platzer]

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