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NFL, Woche 6: Patriots entkommen Blamage, Green Bay ist geschockt

Die größten Gewinner und Verlierer des sechsten Spieltages in der National Football League

NFL, Woche 6: Patriots entkommen Blamage, Green Bay ist geschockt 16. Oktober 2017Leave a comment

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Von athletischen Höchstleistungen über atemberaubende Finishs bis zu höchst amüsanten Touchdown-Celebrations — die National Football League (NFL) ist die wahrscheinlich faszinierendste Sportliga der gesamten Welt. Damit ihr keinen der wichtigsten und kuriosesten Momente der Sonntagsspiele verpasst, bringt euch kultort.at wöchentlich die größten Gewinner und Verlierer. 

Gewinner (aber gleichzeitig Verlierer): New England Patriots

Im AFC-East-Duell zwischen New England und den New York Jets sah es für längere Zeit nach einer wahren Überraschung aus. New York, angeführt von Quarterback Josh McCown (354 Yards, zwei Touchdowns, zwei Interceptions), ging mit 14:0 in Führung und sah dabei sogar wie das bessere Team aus. Schritt für Schritt kämpften sich die Patriots allerdings wieder zurück und erspielten einen recht komfortablen 10-Punkte-Vorsprung.

Die Jets, die dieses Jahr unglaublicherweise das beste Team aus dem Big Apple sind, ließen aber nicht locker. Was folgte, war eine der schlechtesten Schiedsrichterentscheidungen, die ich in meinen zehn Jahren als NFL-Beobachter je gesehen habe:

Laut den Referees soll Jets-Tight-End Austin Seferian-Jenkins kurz vor der Endzone den Ball verloren und nicht wieder recovert haben. Der Call: Touchback, Ballbesitz für New England. Unglaublich bitter für New York, die nach dieser beeindruckenden Leistung den Kopf aber nicht in den Sand stecken müssen. Die Patriots auf der anderen Seite sind immer noch meilenweit von ihrer letztjährigen Superbowl-Form entfernt.

Zumindest Brady konnte wieder einmal Geschichte schreiben. So ist der 40-Jährige mit 187 Regular-Season-Siegen nun der alleinige NFL-Rekordhalter. Chapeau!

Verlierer: Aaron Rodgers

Die Green Bay Packers verloren gegen die Minnesota Vikings mit 10:23. Was in diesem Spiel aber geschah, sollte die gesamte NFC auf den Kopf stellen:

Packers-QB Rodgers wurde von Vikings-Linebacker Anthony Barr getacklet, landete auf seiner rechten Schulter und brach sich dabei das Schlüsselbein. Seine Genesungszeit wird auf zwei Monate geschätzt. Das ist eine Verletzung, die sich der ehemalige Superbowl-MVP bereits 2013 zuzog — damals musste er für sieben Spiele pausieren. Die Packers konnten die NFC North trotz dieses Rückschlags mit acht Siegen, sieben Niederlagen und einem Unentschieden für sich entscheiden. Wenn man sich heuer die äußerst solide spielenden Minnesota Vikings ansieht, wird es aber ganz, ganz schwierig, dieses Kunststück zu wiederholen.

Gewinner: Pittsburgh Steelers

Die Steelers melden sich zurück — und wie! In einem hochklassigen Nachmittagsspiel gegen die bis dato ungeschlagenen Kansas City Chiefs stand Pittsburgh nach der katastrophalen Leistung in der Woche zuvor gegen Jacksonville enorm unter Druck. Doch genau in solchen Situationen zeigt sich, aus welchem Holz ein Team tatsächlich geschnitzt ist.

Angeführt von einem bisher stark kritisierten Ben Roethlisberger (252 Yards, ein TD, eine INT), dem großartigen Runningback Le’Veon Bell (179 Yards) und dem Star-Receiver Antonio Brown (155 Yards, acht Catches, ein TD) reichte es für die Steelers zu einem 19:13-Auswärtssieg gegen die Chiefs.

Pittsburghs Bilanz verbessert sich auf vier Siege und zwei Niederlagen. Wer die Mannschaft aus der “Steel City” also bereits abgeschrieben hatte, sollte diese Entscheidung wohl nochmals überdenken. Denn Co-Kommentator Tony Romo sagte es während des Spiels am besten: “That’s why you got special players. They do special things.”

Verlierer: Cleveland Browns

Ich weiß, die Browns gelten Woche für Woche als großer Außenseiter. Von ihren letzten 22 Spielen konnten sie nur ein einziges gewinnen. Viele ExpertInnen meinen, dass es eben ein junges Team mit viel Lernpotenzial sei. Ähnlich ist auch mein Gefühlszustand, wenn ich an Cleveland denke. Doch am Sonntag nach einer weiteren peinlichen 17:33-Niederlage gegen die Houston Texans, die vergangenes Wochenende zwei ihrer drei besten Verteidiger verloren hatten, traf es mich wie ein Blitz: Was da in Cleveland abgeht, ist nur mehr peinlich.

Das Salary-Cap- bzw. Draft-System in der US-amerikanischen Sportlandschaft sollte eigentlich dafür sorgen, dass es rund alle fünf Jahre zu einer gewissen Wende kommt, wer die besten Franchises der jeweiligen Ligen sind. Die letzte Playoff-Teilnahme der Browns liegt allerdings schon 14 Jahre zurück. (Nur die Buffalo Bills haben mit 17 Jahren eine längere Durststrecke in der NFL. Ihre Begründung? Sie spielen mit den Patriots in einer Division. Das zählt also nicht.)

Ein NFL-Team steht und fällt mit der Quarterback-Position. Cleveland scheint sich aber anscheinend zu weigern, mit ihrem ersten Draft-Pick endlich einen vielversprechenden Spielmacher zu draften. Hier sind alleine fünf Quarterbacks der letzten beiden Jahre, für die sich die Browns NICHT entschieden:

  • Carson Wentz
  • Dak Prescott
  • Mitchell Trubisky
  • Patrick Mahomes
  • Deshaun Watson

Stattdessen heißen die weniger vielversprechenden Browns-Quarterbacks DeShone Kizer, Kevin Hogan und Cody Kessler. Enough said.

Verlierer: Denver Broncos

Nachdem sich die Konkurrenz aus Kansas City am Sonntag geschlagen geben musste, hatten die Denver Broncos im Nachtspiel gegen sieglose New York Giants die große Chance, in der AFC West einiges an Boden auf die Chiefs gutzumachen. Ein größerer Favorit hätte Denver gar nicht sein können, mussten die Giants doch unter anderem auf ihre drei besten Receiver (Odell Beckham Jr., Sterling Shepard, Brandon Marshall) verzichten, ihr wahrscheinlich bester Verteidiger, Olivier Vernon, fiel ebenfalls aus und Ben McAdoo ist immer noch Headcoach der “G-Men”.

Umso schockierender war der deutliche 23:10-Auswärtssieg der Giants, der in Denver eine neue Quarterback-Diskussion auslösen könnte. Trevor Siemian musste im zweiten Viertel aufgrund einer Schulterverletzung kurz ausgewechselt werden, doch kehrte nach der Halbzeit wieder zurück.* Überzeugen konnte Siemian aber erst in der Garbage Time. Der für ihn eingewechselte Brock Osweiler ist und bleibt die menschliche Definition von Inkonstanz. Zweitjahresprofi Paxton Lynch konnte ebenfalls noch nicht beeindrucken.

Zudem müssen die Broncos um ihre Receiver Emmanuel Sanders, Isaiah McKenzie (beide Knöchel) und Demaryius Thomas (Bein) bangen, deren Gesundheitsstatus am Montag noch genauer evaluiert wird.

Denver hat zwar eine der besten Verteidigungen der gesamten Liga, bleiben die großen Fragezeichen in der Offensive allerdings ungelöst, wird es schwierig, den Playoff-Einzug zu schaffen.

“WTF”: Kiko Alonso

Zu guter Letzt: Der “WTF”-Award geht diese Woche an … [Trommelwirbel] … Miami-Linebacker Kiko Alonso! Ansehen und genießen:

*Anmerkung des Autors: In einer früheren Version dieses Artikels wurde fälschlicherweise angegeben, dass Broncos-Quarterback Trevor Siemian nach seiner Schulterverletzung nicht mehr zurückkommen konnte. Siemian absolvierte allerdings die gesamte zweite Halbzeit und brachte es am Ende auf 376 Yards, einen Touchdown und zwei Interceptions.

Johannes auf Twitter: @Joe_Pressler

[Foto: Josh Hallett/Flickr/CC BY 2.0]

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