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Die große NBA-Vorschau: alle 15 Teams der Eastern Conference

Kann LeBron James vom Thron gestürzt werden? Schaffen es die populären 76ers in die Playoffs? Und wer sollte in den Tank-Modus gehen?

Die große NBA-Vorschau: alle 15 Teams der Eastern Conference 20. Oktober 20172 Comments

Chefredakteur

Willkommen zur großen NBA-Vorschau auf kultort.at. Obwohl die beste Basketballliga der Welt bereits seit ein paar Tagen wieder in vollem Gange ist, wollen wir euch unsere Erwartungen zu allen 15 Teams der Eastern Conference nicht vorenthalten und geben hier unsere Siegesprognosen zur 82 Spiele langen Saison ab.

Gereiht haben wir die Mannschaften so, wie wir den Ausgang in der Conference erwarten. Zudem prognostizieren wir euch die Anzahl an Siegen, die das jeweilige Team erreichen wird. Alright? Dann lasst uns beginnen.

Die Vorschau zu allen 15 Teams der Western Conference findest du hier.

1. Cleveland Cavaliers

Letzte Saison: 51 Siege (Platz 2)

Top 3: LeBron James, Kevin Love, Isaiah Thomas

Die Cleveland Cavaliers stehen vor der wahrscheinlich wichtigsten Saison in ihrer Franchise-Geschichte. Seit Monaten werden die Gerüchte immer lauter, dass LeBron James im nächsten Sommer nach L.A. gehen möchte. Darum hat Neo-GM Koby Altman neben dem Kyrie-Irving-Trade auch keine Kosten gescheut, mit Dwyane Wade, Derrick Rose und Jeff Green altbekannte NBA-Namen zu verpflichten. In Ohio heißt es dieses Jahr also wirklich “All or Nothing”.


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Große Sorge bereitet die Hüftverletzung von Isaiah Thomas, der bis Jänner 2018 ausfallen könnte. Vielleicht kommt er auch gar nicht mehr zurück, so ernst wird die Situation in Cleveland genommen. Nichtsdestotrotz hat LeBron dieses Jahr den wahrscheinlich tiefsten Kader in seiner nun bereits 15 Jahre langen Karriere. Von vielen Spielern wird erwartet, ihre Zweifler eines Besseren zu belehren. Genau deswegen (und aufgrund der Hayward-Verletzung) werden sich die Cavaliers den ersten Conference-Platz problemlos sichern.

kultort.at-Prognose: 56 Siege

2. Boston Celtics

Letzte Saison: 53 Siege (Platz 1)

Top 3: Kyrie Irving, Al Horford, Jaylen Brown

Falls ihr euch die letzten Tage nicht in einen W-Lan-losen Keller zurückgezogen hattet, werdet ihr wohl mitbekommen haben, dass sich All Star Gordon Hayward den Knöchel gebrochen hat und höchstwahrscheinlich für die restliche Saison ausfallen wird.


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Neben der Integration von Kyrie Irving und Marcus Morris in das großartige Spielsystem von Headcoach Brad Stevens wird viel von der Entwicklung der jüngeren Spieler abhängig sein. Macht Jaylen Brown den im zweiten Jahr so schwierigen nächsten Schritt? Welche Rolle kann der vielversprechende Rookie Jayson Tatum einnehmen? Und wer übernimmt neben Al Horford und Aron Baynes die Rebounding-Aufgabe?

Besonders nach der schlimmen Verletzung von Hayward wird das keine leichte Saison für die Celtics. Aufgrund der starken Coaching-Fähigkeiten von Stevens und der sonst so schwachen Conference sollte es aber trotzdem für den zweiten Platz reichen.

kultort.at-Prognose: 51 Siege

3. Washington Wizards

Letzte Saison: 49 Siege (Platz 4)

Top 3: John Wall, Bradley Beal, Otto Porter

Mit John Wall und Bradley Beal besitzt Washington einen der spektakulärsten Back Courts in der NBA. In Kombination mit Otto Porter, Markieff Morris und Marcin Gortat haben die Wizards eine bärenstarke Startaufstellung, welche in der Eastern Conference seinesgleichen sucht. Nach seiner Vertragsverlängerung (vier Jahre, 106,5 Millionen US-Dollar) erwartet sich die Franchise speziell von Porter den Sprung zum All Star.

Das große Problem in der Hauptstadt ist und bleibt die äußerst schwache Bank. Die Neuverpflichtungen Tim Frazier und Jodie Meeks können nicht die Lösung sein. Hierbei hofft man auf einen Leistungssprung von Drittjahresprofi Kelly Oubre Jr., doch selbst dieser würde nicht reichen, um mit einem gesunden Cleveland auf einem Level zu sein.

kultort.at-Prognose: 50 Siege

4. Milwaukee Bucks

Letzte Saison: 42 Siege (Platz 6)

Top 3: Giannis Antetokounmpo, Khris Middleton, Jabari Parker

Die Bucks sind in der Off-Season relativ inaktiv gewesen, was allerdings durchaus Sinn ergibt, denn der junge Nukleus dieser Mannschaft ist einer der aussichtsreichsten der gesamten Liga. Giannis gilt nicht nur bei Kollegen als zukünftiges Aushängeschild des Basketballsports. Khris Middleton, Thon Maker und der amtierende Rookie of the Year Malcolm Brogdon sind ebenfalls interessante Spieler, mit denen Cheftrainer Jason Kidd noch eine Menge Spaß haben wird.

Bleibt nur die Frage, wie konstant Milwaukee auf 82 Spiele verteilt performen kann und ob Antetokounmpo im Sommer einen stabileren Wurf entwickelt hat. Denn dann hat die Franchise aus Wisconsin gute Chancen auf Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde. (Bonus: Jabari Parker muss sich noch bis circa Februar von einer schweren Knieverletzung erholen, die Trade-Gerüchte rund um den athletischen Forward häufen sich. Sehen wir Parker also schon bald in einer anderen NBA-Uniform?)

kultort.at-Prognose: 46 Siege

5. Toronto Raptors

Letzte Saison: 51 Siege (Platz 3)

Top 3: DeMar DeRozan, Kyle Lowry, Serge Ibaka

Von den Raptors wissen wir eigentlich eh schon alle, was wir uns erwarten können, oder? Eine leicht überdurchschnittliche Regular Season, Lowry und DeRozan werden in das All-Star-Team nominiert und in den Playoffs wird man von den Cleveland Cavaliers regelrecht zerstört.


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Aus österreichischer Perspektive sieht das Ganze schon etwas spannender aus. Der Wiener Jakob Pöltl geht in seine zweite NBA-Saison. Nach 54 Regular-Season-Spielen und einem Schnitt von 11,6 Minuten pro Spiel in der vergangenen Spielzeit ist es schwer einzuschätzen, ob “The Austrian Hammer” heuer eine wichtigere Rolle einnehmen wird. Zumindest der Abgang von Patrick Patterson dürfte dafür sorgen, dass Pöltl eine größere Chance auf einen Fixplatz in der Spielerrotation hat.

kultort.at-Prognose: 45 Siege

6. Miami Heat

Letzte Saison: 41 Siege (Platz 9)

Top 3: Hassan Whiteside, Goran Dragic, Dion Waiters

Nach mageren elf Siegen in den ersten 41 Spielen legten die Heat letztes Jahr ein tolles Comeback hin und konnten in der zweiten Saisonhälfte 30 Spiele gewinnen, für die Playoffs reichte es nur knapp nicht. Seit den Abgängen von James, Wade und Co. fehlt Miami dieser eine Superstar, was allerdings kein Problem zu sein scheint. Headcoach Erik Spoelstra hat bewiesen, dass in ihm mehr als nur ein “Superstar-Betreuer” steckt und er mit einer gewissen Kaderqualität ein respektables Team auf die Beine stellen kann.

Besonders viel erwartet man sich von Justise Winslow, der vor zwei Jahren als einer der besten Draft-Picks seiner Klasse galt, bisher aufgrund von Verletzungsproblemen und einer mageren Wurfquote aber nicht überzeugen konnte. Doch egal, ob mit einem verbesserten Winslow oder nicht — der verpasste Playoff-Einzug der Vorsaison sollte heuer gutgemacht werden.

kultort.at-Prognose: 43 Siege

7. Charlotte Hornets

Letzte Saison: 36 Siege (Platz 11)

Top 3: Kemba Walker, Nicolas Batum, Dwight Howard

Mit All Star Kemba Walker und dem Rookie Malik Monk hat Charlotte einen der aufregendsten Back Courts der gesamten Conference. Besonders die Tatsache, dass Monk erst an elfter Stelle gedraftet wurde, sollte den 19-Jährigen noch extra motivieren. Der Einzug in die Post-Season ist so gut wie sicher. Große Sorgen bereiten den Hornets nur zwei Punkte:

  1. Mit Nicolas Batum, Michael Kidd-Gilchrist, Michael Carter-Williams und Jeremy Lamb finden sich bereits jetzt vier Schlüssel- bzw. Rotationsspieler auf der Verletztenliste.
  2. Erleben wir ein erwähnenswertes Comeback von Dwight Howard? Oder ist Charlotte nur das nächste Opfer auf seiner Liste an Mannschaften, deren Team-Chemie zerstört wird?

kultort.at-Prognose: 40 Siege

8. Philadelphia 76ers

Letzte Saison: 28 Siege (Platz 14)

Top 3: Joel Embiid, Ben Simmons, J.J. Redick

Mit Joel Embiid, Ben Simmons, Dario Saric und Markelle Fultz haben die Sixers die interessanteste Ansammlung von jungen Spielern in der gesamten Association. Zudem konnten mit J.J. Redick und Amir Johnson zwei Veteranen verpflichtet werden, die mit ihrer Erfahrung die Youngsters durch den anstrengenden NBA-Alltag begleiten sollen.

Bleibt nur zu hoffen, dass Embiid gesund bleibt (er soll rund 20 Minuten pro Partie spielen), Simmons endlich seine Wurfhand wechselt und Fultz seine verwirrende Wurfproblematik in den Griff bekommt. Das sind zwar einige Fragezeichen, die man nicht einfach so ignorieren darf, aufgrund des unglaublichen Potenzials in dieser Mannschaft sollten die Playoffs aber das angepeilte Ziel sein.

kultort.at-Prognose: 37 Siege

9. Detroit Pistons

Letzte Saison: 37 Siege (Platz 10)

Top 3: Andre Drummond, Avery Bradley, Reggie Jackson

Detroit ist eine Mannschaft, die sehr schwer einzustufen ist. Ein klarer Plus-Punkt ist die Verpflichtung von Avery Bradley, der als einer der besten Verteidiger der gesamten Liga angesehen wird. Gemeinsam mit Tobias Harris und dem vielversprechenden Stanley Johnson haben die Pistons nun ein sehr dynamisches Flügel-Trio.

Kritik wird man allerdings auf der Point-Guard- und Center-Position erhalten: Jackson spielt zu egoistisch, Drummond muss endlich sein Freiwurf-Problem in den Griff bekommen. Am Ende wird es darauf ankommen, ob man sich im Kampf gegen Philadelphia um den achten Platz durchsetzen kann. Tendenz: negativ.

kultort.at-Prognose: 36 Siege

10. Indiana Pacers

Letzte Saison: 42 Siege (Platz 7)

Top 3: Myles Turner, Victor Oladipo, Thaddeus Young

Die Paul-George-Ära in Indianapolis ist zu Ende. Seitdem wirkt die Franchise etwas ratlos — in Bezug auf Indiana gilt ähnliches für mich. Daher habe ich meinen Kultort-Kollegen und jahrelangen Pacers-Fan Thomas Bauer darum gebeten, mir zu sagen, was er sich von dieser Saison erwartet:

“Auf dem Papier ist Indiana schlechter geworden. Sie haben aber immer noch halbwegs talentierte Spieler im Kader, um im schwachen Osten konkurrenzfähig zu sein. Wenn die Pacers überraschend ‘überperformen’ und Myles Turner einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung macht, dann könnten sie zumindest um den Einzug in die Playoffs mitkämpfen. Wenn sich während der Saison bereits herausstellt, dass die Post-Season nicht erreicht werden kann, erwarte ich mir von der Franchise, in den Tank-Modus zu gehen.”

kultort.at-Prognose: 32 Siege

11. Brooklyn Nets

Letzte Saison: 20 Siege (Platz 15)

Top 3: D’Angelo Russell, Sean Kilpatrick, Rondae Hollis-Jefferson

Im Osten befinden sich viele schlechte Teams, die Brooklyn Nets sind keine Ausnahme. Im Vergleich zu Atlanta, Chicago und Co. haben die Nets allerdings keinen Grund, so schlecht wie möglich zu sein, weil sie keinen ihrer eigenen Draft-Picks besitzen.

General Manager Sean Marks wird sich also darauf konzentrieren, auf welche Spieler man in der Zukunft wirklich setzen kann — und auf welche eben nicht. Vielleicht gelingt es ja doch, in den nächsten Jahren den ein oder anderen attraktiven Free Agent zu verpflichten. Bis dahin könnte es aber noch eine Weile dauern. (Bonus: Nach seinem Transfer von den Lakers zu den Nets ist Drittjahresprofi D’Angelo Russell ein heißer Anwärter auf den “Most Improved Player”-Award.)

kultort.at-Prognose: 29 Siege

12. Orlando Magic

Letzte Saison: 29 Siege (Platz 13)

Top 3: Aaron Gordon, Nikola Vucevic, Evan Fournier

Das Roster der Magic ergibt so viel Sinn wie eine Rede von Donald Trump. Bis auf den Franzosen Evan Fournier hat man überhaupt kein Shooting, dafür allerdings viele große Spieler, die es unmöglich machen, ein gelungenes Spacing an den Tag zu bringen. Mit Jonathan Isaac hat Orlando in der ersten Runde einen Spieler gedraftet, deren potenzielle Qualitäten dem bisherigen “Franchise-Spieler” Aaron Gordon ähneln (man beachte die Anführungszeichen!). Das restliche Roster ist eine Kombination aus durchschnittlichen bis unterdurchschnittlichen NBA-Spielern. Ein Einzug in die Playoffs wäre ein wahres Wunder für diese schwache Franchise, die seit dem Abgang von Dwight Howard in 2012 auf der Suche nach einer neuen Identität ist.

kultort.at-Prognose: 27 Siege

13. New York Knicks

Letzte Saison: 31 Siege (Platz 12)

Top 3: Kristaps Porzingis, Enes Kanter, Tim Hardaway

Die Knicks wären nicht die Knicks, wenn ihre besten Off-Season-Moves nicht Verpflichtungen, sondern Abgänge gewesen wären. Zumindest die desaströse Phil-Jackson-Ära ist zu Ende und Carmelo Anthony war endlich einverstanden, seine No-Trade-Klausel aufzulösen. Einem frischen Neuanfang in New York steht also (bis auf Besitzer James Dolan) nichts im Wege.

Das Best-Case-Szenario der Knicks sieht wie folgt aus: Kristaps Porzingis entwickelt sich weiterhin zu einer modernen Version von Dirk Nowitzki, New York verliert aber trotzdem rund 60 Spiele und draftet das slowenische Ausnahmetalent Luka Doncic. Im schlechtesten Fall gewinnt man rund 33 Spiele, verpasst die Playoffs und kann auf keinen hohen Draft-Pick bauen. (Bonus: Besonderes Augenmerk liegt auf dem an achter Stelle gedrafteten Franzosen Frank Ntilikina. Knicks-Fans sorgen sich schon darum, ob man nicht lieber Dennis Smith Jr. hätte draften sollen. Uff.)

kultort.at-Prognose: 24 Siege

14. Chicago Bulls

Letzte Saison: 41 Siege (Platz 8)

Top 3: Robin Lopez, Zach LaVine, Kris Dunn

Die Traditionsfranchise aus Illinios hat einen Kader, für den man sich ja beinahe schämen muss. Aus dem Jimmy-Butler-Trade ist man ganz klar als Verlierer hervorgegangen und wenn mir jemand erklären kann, warum man sich beim Draft an der Stelle von Dennis Smith Jr., Malik Monk oder Donovan Mitchell für den Finnen Lauri Markkanen entschieden hat, der schreib mir bitte eine E-Mail an redaktion@kultort.at.

Hoffen können Bulls-Fans nur auf eines: einen möglichst hohen Draft-Pick im nächsten Jahr. Nachdem das Draft-System in den kommenden Jahren reformiert werden wird, sollte man auch alles daran setzen, sich diesen zu sichern.

kultort.at-Prognose: 22 Siege

15. Atlanta Hawks

Letzte Saison: 43 Siege (Platz 5)

Top 3: Dennis Schröder, Kent Bazemore, Taurean Prince

Mit dem Abgang von Paul Millsap zu den Denver Nuggets wird in Atlanta nun endgültig eine neue Ära eingeleitet. Der Beginn dieser neuen Spielzeit dürfte allerdings äußerst schwierig werden, denn wenn Dennis Schröder der mit Abstand beste Spieler ist, haben wir es hier mit einem katastrophalen Kader zu tun. Spannend wird zu sehen sein, ob … ähm … einen Moment … ähm … ich habe keinen Plan, wer oder was bei Atlanta (aus nicht deutscher Sicht) interessant sein könnte. Die Hawks werden eine Menge Spiele verlieren und das schlechteste Team der Eastern Conference sein.

kultort.at-Prognose: 20 Siege

Johannes auf Twitter: @Joe_Pressler

[Foto: Keith Allison/Flickr (James)/CC BY-SA 2.0/michalkajzerek/Flickr (Lowry)/CC BY 2.0/Keith Allison/Flickr (Wall)/CC BY-SA 2.0/Illustration von James P. Platzer]

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