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Die achte Periode der Apokalypse: Der finale Kampf von ‘The Walking Dead’

In der neuen Staffel von ‘The Walking Dead’ kommt es zum Rachefeldzug der Alexandria-Crew

Die achte Periode der Apokalypse: Der finale Kampf von ‘The Walking Dead’ 23. Oktober 20172 Comments

stv. Ressortleiter Popkultur

Achtung! Im folgenden Artikel befinden sich Spoiler zu der Serie The Walking Dead, die bis zum Ende der 7. Staffel reichen. 

Die amerikanische Hit-Serie The Walking Dead startet in die achte Staffel. Immerhin ist die verfilmte Comic-Saga rund um Rick Grimes (Andrew Lincoln), Daryl Dixon (Norman Reedus) und Meggie Greene (Lauren Cohan) die meistgesehene US-Serie. Sogar der Serienriese Game of Thrones ist dahinter einzuordnen. Aber was macht die Apokalypse so verführerisch? Wie schafft es eine Geschichte, in der es im Grunde nur um verfaulende, wandelnde Leichen handelt, 9,6 Millionen Menschen vor die Bildschirme zu bringen? Zu guter Letzt fragen wir uns natürlich auch: Was können wir uns von der mittlerweile achten Staffel von The Walking Dead erwarten?


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Die Apokalypse ist wieder da

Die Geschichten, die hinter uns liegen, sind lange und von Pein und Grausamkeit geprägt. Denn eines macht The Walking Dead bereits in den sechs Folgen der ersten Staffel klar: Ein Überleben in dieser neuen, zerstörten Welt ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Kein Wunder, dass die Serie von Staffel zu Staffel den Cast wechselt. Hier sterben Charaktere in einer Frequenz, wie sie nur Game of Thrones selbst nachahmen könne. So sind es im Wesentlichen die gleichen Spannungselemente: Bangen um die Lieblingscharaktere, Erwartungen auf konfliktreiche Auseinandersetzungen und brachiale Szenenbilder, die einem die Kinnlade runterschnellen lassen.

Die letzten sieben Perioden waren für Rick und Co. also alles andere ein gemütlicher Familientrip. Es war ein permanentes Behaupten gegen die selbstzerstörende Umwelt. In den ersten zwei Staffeln flüchtete die Gruppe hauptsächlich vor den Horden von Untoten und ihre Verluste zählten vor allem als Appetithäppchen für die stolpernden Leichen. Doch mit dem weiteren Verlauf der Serie kommt es zu einer dramaturgischen Wende: Nicht mehr die Zombies sind der größte Kontrahent des Menschen. Es sind die Menschen selbst, die sich untereinander zum schlimmsten Übel entwickeln.

Der beste Antagonist der Seriengeschichte

Während der Governor und sein kleines Städtchen in der dritten Staffel bedrohlich wirkten, sind die Kannibalen des Terminus nur ein kurzes Intermezzo, das Rick und Bande mit wenig Mühe überwinden konnten. Nach einer mauen fünften Staffel brauchte es also etwas Neues. Die “Beißer”, wie die Zombies in der Serie getauft wurden, sind längst nur mehr ein dramaturgisches Mittel, um hin und wieder etwas Tempo in die Serie zu bringen. Deshalb brachten die Serienmacher endlich das, was ein Serienkrösus wie The Walking Dead so dringend nötig hatte: einen Psychopathen mit schwingendem Baseballschläger.

Negan ist nämlich nicht nur ein Bösewicht, der mit seinem in Stacheldraht eingewickelten Baseballschläger die Köpfe unserer Lieblingscharaktere zerschmettert, sondern einer, der auch eine gesamte Mannschaft hinter sich hat. Er beherrscht nicht nur ein strategisches Verwaltungssystem, das alle Siedlungen im Umkreis in sein grausames Regime inkludiert, sondern setzt auch seinem gesamten Umfeld psychisch zu. Negan tötet die richtigen Charaktere, um andere in Zaum zu halten. Er foltert, er entführt, er ist immer im richtigen Moment da und hat die richtigen Worte, um alle einzuschüchtern.


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Diesem Monstrum, perfekt verkörpert von Jeffrey Dean Morgan, war auch für die erprobte Gemeinde von Alexandria nicht gewachsen. Negan und seine Gefolgsleute haben ihre Kontrahenten fest im Griff, ein Aufbäumen aller anderen Kommunen kommt erst mit Ende der siebten Staffel zustande. Dafür braucht es aber ein Bündnis des “Kingdoms” rund um König Ezekiel, der einen Tiger als Hauskätzchen führt, der Damengruppe “Oceanside” sowie der “Hilltop Colony” mit Meggie und Jesus im Gepäck.

Ein Jubiläum zum Serienstart

Somit kommt es in der achten Staffel wohl endlich zum großen Showdown, auf den wir seit einem Jahr sehnlichst warten. Auch wenn wir einen Antagonisten wie Negan beinahe gar nicht verlieren wollen. Denn er war es, der die Serie vor einem allgemeinen Niveauverlust schützte. Der Handlungsbogen von The Walking Dead hatte sich schon verlaufen, in Foren der Film- und Serienseiten wird seit Jahren heiß diskutiert, ob sich die Serie selbst überholt hat. Ebenso wie Game of Thrones hält sich Walking Dead nur mehr bedingt an die Comic-Vorlage von Robert Kirkman und Tony Moore.

In der 100. Folge von The Walking Dead soll die Qualität weiter gehoben werden. Zum Jubiläum wird die preisgekrönte Serie nun nochmal voll Anlauf nehmen, denn es lässt sich wohl behaupten, dass die Serie einem Ende zugeht. Nicht nur, weil die Handlung nach einem finalen Narrativ strebt, die charakterliche Entwicklung sollte nach dem Kampf gegen Negan abgeschlossen sein. Der stärkste Antagonist der Seriengeschichte wäre in Zukunft wohl nicht mehr an Extravaganz zu überbieten. Einziger Handlungsstrang, der seit dem Ende der ersten Staffel noch vollkommen blank liegt: Die Seuche, die die Menschheit zu wandelnden Toten gemacht hat.

Johannes auf Twitter: @joschi_mayer

stv. Ressortleiter Popkultur

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