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Die NBA ist zurück: Das waren die Aufreger der ersten Woche

Welche Erkenntnisse kann man aus der ersten NBA-Woche ziehen?

Die NBA ist zurück: Das waren die Aufreger der ersten Woche 25. Oktober 20171 Comment

Redakteur

Die NBA-Saison 2017/18 ist seit dem 17. Oktober wieder am Start. Die ersten Spieltage sind vorüber und so einiges ist vorgefallen. Verletzungen, Blowouts, der erste Trainer musste seinen Hut ziehen und es gibt bereits einige Indizien dafür, dass diese Saison mehr Spannung bringt, als die letzte.

Trainerwechsel bei den Phoenix Suns

Schon nach dem dritten Spieltag musste Earl Watson seine Koffer packen. Damit ist der ehemalige Suns-Trainer die schnellste Entlassung nach Saisonbeginn in der NBA-Geschichte. Die Verantwortlichen zogen früh die Reißleine, nachdem alle drei Spiele verloren gingen. Für General Manager Ryan McDonough werden die Niederlagen an sich nicht der Grund für die Trennung von Watson gewesen sein, denn das Team aus dem Wüstenstaat ist im Tanking-Modus* und will am Ende der Saison ohnehin in den unteren Tabellenplätzen landen. Eher das Auftreten seiner Mannschaft hat die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen.


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In den ersten drei Spielen waren gleich zwei desaströse Blowouts dabei: Gegen Portland verlor man zum Auftakt 76:124 und gegen die L.A. Clippers 88:130. Nun soll sein ehemaliger Assistent Jay Triano das junge Team wohl bis zum Saisonende übernehmen. Dieser gewann gleich sein erstes Spiel, obwohl er mit Eric Bledsoe schon vorher seinen Starting Point Guard verlor. Bledsoe, um den es im Sommer einige Trade-Gerüchte gab, hatte noch vor Watsons Entlassung getweetet, dass er “hier weg” wolle. Der General Manager reagierte prompt darauf und ließ ihn noch am Montag bis auf weiteres freistellen.

Nun sind die Suns auf der Suche nach einem passenden Abnehmer für ihren wechselwilligen Spielmacher. Es gibt vor allem großes Interesse aus Denver, Milwaukee, von den Clippers und den New York Knicks. Man kann also gespannt sein, wohin es ihn verschlagen wird und welche Assets die Suns für ihn bekommen können.

Schlimme Verletzungen und lange Ausfälle

Die erste Woche brachte schon von Beginn an die ersten Schocker. Die Horror-Verletzung von Gordon Hayward außen vorgelassen.


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In den ersten Spielen haben sich aber gleich mehrere Spieler verletzt. Jeremy Lin riss sich im ersten Spiel die Patellasehne und wird die komplette Saison ausfallen. Lin ist zwar vom Spielertyp nicht mit einem Hayward zu vergleichen, er ist aber für seine Brooklyn Nets ein wichtiger Bestandteil, um D’Angelo Russel zu entlasten und ihrem Aufbauspieler der Zukunft Freiheiten zu verschaffen. (Was sich auch an den Statistiken des ehemaligen Lakers bemerkbar machte.) Mit Lin war Russel produktiver, was das Scoring anging. So wird der junge Aufbauspieler die Hauptlast komplett tragen und sich noch mehr beweisen müssen, als ohnehin schon.

Die Clippers verloren bei ihrem Blowout-Sieg gegen die Phoenix Suns ihren Neuzugang Milos Teodosic, der in Europa zum wohl besten Passer der Welt reifte und im letzten Sommer den Sprung über den großen Teich wagte. Er wird auf unbestimmte Zeit wegen einer Fersenverletzung ausfallen. Das Bittere dabei: Der Serbe muss sich als Rookie aus Europa erst einmal an den Spielstiel in den USA gewöhnen. Die Clippers können jetzt nur hoffen, dass er bald wieder trainieren bzw. spielen kann, damit er Richtung Playoffs auch eine wichtige Rolle im Team einnehmen kann.

Nicht ganz so verheerend ist die Verletzung von Chris Paul. Der Superstar der Houston Rockets verletzte sich am Knie und wird wohl nur ein paar Wochen fehlen. Auch hier ist es aber wichtig, dass er schnell wieder zum Team zurückstoßen kann, da er die schnelle Spielweise der Rockets noch nicht verinnerlichen konnte und in seinen bisherigen Spielen eher noch wie ein Fremdkörper gewirkt hat. Viele ExpertInnen sind gespannt, ob Paul die physische Spielweise der Rockets körperlich verkraftet.

Die Timberwolves können auch enge Spiele in der NBA gewinnen

Die jungen Wölfe aus Minnesota haben es geschafft. Sie haben ein enges Spiel gegen einen Playoff-Kandidaten für sich entschieden. Gegen die Star-Mannschaft der Oklahoma City Thunder konnte man in einem spannenden Spiel als Gewinner vom Platz gehen. Carmelo Anthony von OKC verwandelte fünf Sekunden vor Schluss einen Dreier zur 113:112-Führung. Die Wolves hatten keine Auszeit mehr nun also noch weniger Zeit für den letzten Angriff. Was im Vorjahr noch als ein verlorenes Spiel galt, wurde diesmal zu einem Sieg. Andrew Wiggins dribbelte den Ball nach vorne, stieg hoch und verwandelte den Clutch-Dreier, Endstand 113:115 für Minnesota.

Klar, es war nur ein Spiel, gefühlt haben die Wolves letzte Saison aber all diese Spiele verloren, bei denen sie noch den letzten Wurf zur Führung hatten. Dies macht also Mut auf mehr, die jungen Wilden sind reifer und abgezockter. Ob es für einen Playoff-Run reicht, ist im harten Westen zwar noch nicht garantiert, aber zumindest ein Grundstein ist gelegt.

Player to watch

Der Spieler der Woche war Giannis Antetokounmpo. Der Grieche will zeigen, dass er der neue Star der Liga werden kann. Der Point Forward ist einfach überall auf dem Feld zu finden. Das zeigt sich auch in seinen Statistiken: 36,8 Punkte, 10,8 Rebounds und 5,3 Assists legte der “Greek Freak” in seinen ersten vier Spielen auf. So führte er die Bucks zu 3 Siegen. Kann er diese Form beibehalten, ist Giannis unumstritten einer der Favoriten auf den “Most Valuable Player”-Award.

*Anmerkung des Autors: Teams im Tanking-Modus wird vorgeworfen, absichtlich Spiele zu verlieren, um eine bessere Position im nächsten Draft zu erreichen.

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[Foto: Keith Allison/Flickr/CC BY-Sa 2.0]

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