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Die Evolution des Carson Wentz zu einem der besten NFL-Quarterbacks

Die Philadelphia Eagles sind das Team der Stunde — und so ihr Spielmacher, Carson Wentz

Die Evolution des Carson Wentz zu einem der besten NFL-Quarterbacks 27. Oktober 20173 Comments

Nach sieben Runden liegt Philadelphia mit sechs Siegen und einer Niederlage an der Spitze aller 32 NFL-Teams, man ist auf einem sehr guten Weg, die Playoffs zum ersten Mal seit 2013 zu erreichen. Großen Anteil daran hat Quarterback Carson Wentz, der in der aktuellen Saison zeigt, dass er die hohen Erwartungen, die in ihn gesteckt wurden, erfüllen kann.

Die Vorgeschichte

Wenige Tage vor dem NFL-Draft 2016 überschlugen sich die Ereignisse: Die Los Angeles Rams tradeten sich im Vorfeld an die Spitze des Drafts (im Tausch mit den Tennessee Titans), die Philadelphia Eagles taten es ihnen gleich und tauschten mit den zweitplatzierten Cleveland Browns die Plätze. Die Browns erhielten von den Eagles den First-Round-Pick (den man wiederum mit den Titans tauschte), einen Drittrunden-Pick (den man an die Panthers abgab) und einen Viertrunden-Pick (den man den Oakland Raiders abgab) und darüber hinaus den First-Round-Pick der Eagles heuer (den man den Texans gab) und einen Second-Round-Pick 2018.


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Die Eagles durften an zweiter Stelle wählen und sicherten sich die Dienste von Carson Wentz, einem jungen Spielmacher, der sich beim kleinen College aus North Dakota State einen Namen machte. Im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Jared Goff um die erste Auswahl eines Quarterbacks im Draft zog er knapp den Kürzeren, dennoch sollte Wentz schnell für Furore sorgen.

Die Gegenwart

Bei den Eagles konnte sich der Quarterback schnell durchsetzen, spielte sich so gut ins Team, dass die Eagles sogar Sam Bradford — den eigentlichen Starter — nach Minnesota shippten. Wentz übernahm und überzeugte für einen Rookie. Jetzt, in seiner zweiten Saison, explodiert der 24-Jährige förmlich: Nach sieben Wochen hält Wentz bei einem Touchdown mehr als in 16 Spielen der vergangenen Saison (17), bisher warf er nur vier Interceptions. Mit 1.852 Passing Yards liegt er auf Platz vier aller NFL-Quarterbacks. Spätestens seit seiner Vorstellung gegen die Washington Redskins vergangenen Montag gilt Wentz als echter MVP-Kandidat.

Sein Spiel hat sich weiterentwickelt: Er liest die Defensive genauer, trifft die richtigen Entscheidungen. Zusätzlich kann er sich seit dieser Saison endlich auf seine Receiver verlassen. Nelson Agholor — in den vergangenen Jahren als Drop-Maschine bekannt — scheint heuer endlich in der NFL angekommen zu sein. Mit Alshon Jeffery bekam Wentz in der Offseason eine weitere starke Waffe an die Seite gestellt, der auch in den wenigen Monaten bisher eine gute Verbindung mit dem Quarterback erarbeiten konnte.

Zach Ertz ist ohnehin Wentz’ Lieblingsanspielstation, er liegt mit 494 Receiving Yards und fünf Touchdowns auf Platz eins aller NFL-Tight-Ends. Die Line der Eagles gilt als eine der besten der Liga und verschafft Wentz genügend Zeit, um den Ball zu werfen. Allerdings verletzte sich im letzten Spiel Left Tackle Jason Peters am Knie und verpasst deshalb die komplette restliche Saison. Jetzt liegt es unter anderem auch an Wentz, diesen Ausfall gut zu kompensieren.


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Die Zukunft

Wentz und die Eagles sind auf einem sehr guten Weg. Die Offensive stimmt, die Defensive ebenso, derzeit sucht man nach einer echten Schwachstelle im Team. Das Spiel von Wentz wird mittlerweile mit jenem eines jungen Brett Favre verglichen. Er hat den nötigen Arm, um jeden Ball in der NFL spielen zu können. Seine 64-Yards-Bombe auf Rookie-Receiver Mack Hollins gegen die Redskins war schlichtweg eine Augenweide. Perfekte Beinarbeit, perfekt platziert, perfekt gelesen. (Mal in Richtung des Redskins-Safety D.J. Swearinger schauen!)

Auch in der Pocket wird er langsam sehr magisch, entkommt aus scheinbar aussichtslosen Situationen und kann noch zum Raumgewinn kommen. Sein Laufspiel wird von vielen immer noch unterschätzt, tatsächlich liegt Wentz auch in der QB-Rushing-Liste mit 196 Yards auf Platz vier.


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Wenn sich der Spielmacher nicht verletzt bzw. der Ausfall von Jason Peters halbwegs kompensiert werden kann, wird es mit der Postseason klappen. Und im Rennen um den MVP-Award darf sich Wentz gute Chancen ausrechnen — auch wenn Tom Brady sicherlich seine Einwände haben wird. Der Philadelphia-QB steht für den Aufschwung und die Hoffnung der vielen Eagles-Anhänger. Bisher wollte es mit dem Superbowl-Sieg nicht klappen. Mit diesem Quarterback hat man aber langfristig die Chance, das ganz große Ding zu holen. Und das sind schon einmal sehr neue und zuversichtliche Aussichten für das Team aus der Stadt der brüderlichen Liebe.

Stand aller angegebenen Statistiken: 27.10.2017

Martin auf Twitter: @msenfter

[Foto: Keith Allison/Flickr/CC BY-SA 2.0]

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