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Unsere Musik-Highlights: Oktober 2017

Von Casper über Olympique bis zu Naked Cameo war der Oktober ein sehr interessantes Musik-Monat

Unsere Musik-Highlights: Oktober 2017 3. November 20171 Comment

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In vier unterschiedlichen Kategorien präsentieren wir euch die Highlights der schaffenden Musikszene. Wir haben uns als Ziel gesetzt, so viele Geschmäcker wie nur möglich zu bedienen und so mit jedem Artikel dieser Art etwas Abwechslung zu schaffen. Damit kein Genre zu kurz kommt, werden wir versuchen, ein möglichst breites Spektrum an musikalischer Diversität zu bieten. Hier sind unsere Musik-Highlights vergangenen Monats:

Album des Monats: Olympique — Chron

Johannes Mayer: Olympiques zweites Werk Chron trumpft mit der sensiblen Balance zwischen intensivem Rocksound und gefühlvollen Akkorden. Auf zwölf Songs findet das Salzburger Duo ein neues Gesicht. Sie zeigen sich weniger geradlinig als auf dem Debütalbum Crystal Palace. In dessen Fußstapfen zu treten, schien aber auch unglaublich schwer. Viele Elemente finden sich wieder — so klingt etwa die neueste Single-Auskoppelung “True Love” nach einem Part Two von “Face Down The Earth”, dem letzten Song des Vorgängers.

Olympique spielt sich auch mit neuen musikalischen Komponenten. Tiefe Pitches auf den Stimmen kleiden das Album in eine düstere Aufbruchstimmung. Erstmals spürt man die neue Dualität von Olympique, besteht die Band doch nur mehr aus zwei Musikern. Dafür hat man mit Peter Paul einen neuen Produzenten an Bord geholt, der den endgültigen Feinschliff besorgt hat. Chron ist tief emotional, wie schon Crystal Palace, und geht tief unter die Haut — ganz egal, auf welcher Ebene dich der vielschichtige Sound trifft.


MEHR: Unsere Musik-Highlights: September 2017


Songs des Monats:

  • Naked Cameo — “Son House”
  • Everything Everything — “Night of the Long Knives”
  • Franz Ferdinand — “Always Ascending”
  • Sorority Noise — “No Halo”
  • Lausch — “Let’s Be Strangers”

Anmerkung: Nicht bei allen Songs handelt es sich um Neuerscheinungen im Oktober. Es können auch einfach wiederentdeckte Schätze sein.

Video des Monats: Casper — “Lass sie gehen” feat. Ahzumjot & Portugal. The Man

Johannes Mayer: Was hat da Casper wieder abgefackelt? Mit dem Battle-Song “Lass sie gehen” hämmert der deutsche Rapper noch einmal heftig an dem Tor der besten Acts der deutschen Szene. Ach was, er ist doch eh schon drinnen. Eindrucksvoll hat er das in der neuesten, vermutlich letzten Single des Albums visualisiert. Ein krönender Abschluss für das bisher beste Werk Caspers? Lang lebe der Tod verdient sich den Platz am Olymp. Und Casper selbst ja sowieso schon seit Jahren. Seinen einzigen Auftritt in Österreich spielt Casper am 14. November in der Wiener Stadthalle.

Konzert des Monats: Naked Cameo

Dominik Wendl: Es fühlte sich ein bisschen wie eine Familienfeier an, als wir den Weg in Richtung Loop am Wiener Gürtel antraten. Von weitem konnte man bereits viele bekannte Gesichter erkennen, was die restlichen hundert Meter zu einem Strom an Euphorie werden ließ. Naked Cameo, um die es an diesem lauen Herbstabend gehen sollte, ist derzeit in der musikalischen Szene Wiens in aller Munde. Mit erst zwei releasten Singles hat sich die Band aus Oberösterreich einen Namen gemacht. Diesen Namen bestätigte das volle Haus, auf das die Musiker von der Bühne herunter lächeln durften. Das liegt wahrscheinlich auch an der Veranstaltungsreihe “Live From Mars”, die inzwischen einen Fixpunkt am Wiener Gürtel einnimmt.

Naked Cameo begannen ihr Set mit ihrer Single “Son House”. Normalerweise bin ich kein Fan von der Taktik, das ganze Pulver schon am Anfang zu verschießen — vor allem, wenn das Publikum erst zwei Singleauskopplungen zu hören bekommen hat. Das hat hier aber gut funktioniert. An dieser Stelle großes Lob an den Drummer der Band. Das Loop ist eine unglaublich schwierige Live-Location und normalerweise klingt ein Schlagzeug da drinnen immer, als würde man mit bloßen Händen auf eine Kiste trommeln. Das war dieses Mal nicht so — sauber gestimmt und unglaublich guter Sound. Als dritter Song im Set wurde auch schon die zweite Single “Luddite” angestimmt.

Mein persönliches Highlight war ein Song, der von Gerard auf seinem neuen Album bei dem Track “Play/Skip” gesamplet wird. Großes Kino! Gegen Ende hin wurde das Set aber monotoner, was sich auch ein wenig im Applaus des Publikums widerspiegelte. Alles in allem kann man aber durchaus von einem sehr gelungenen Konzertabend sprechen. Mein persönlicher Tipp: Verfolgt die Band, dann kann man behaupten, man wäre Fan gewesen, bevor Sie zum Hype der Stunde wurden. Und das werden sie früher oder später bestimmt.

kultort.at auf Twitter: @kultort

[Foto: Menschenmaterial/Wikimedia (Casper)/CC BY-SA 3.0/ © Gabriel Hyden (Naked Cameo)/Drew de F Fawkes/Flickr (Everything Everything)/CC BY 2.0/Illustration von James P. Platzer]

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