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Die Kultort NFL-Awards zur Saisonhalbzeit

Wer ist zur Halbzeit der NFL-Saison der wertvollste Spieler? Welche Rookies konnten bisher am meisten überzeugen? Und welches Team ist die größte Enttäuschung?

Die Kultort NFL-Awards zur Saisonhalbzeit 3. November 20171 Comment

Redakteur

Die aktuelle NFL-Saison geht in die neunte Woche und damit auch in die Halbzeit. Wer in den bisherigen acht Spieltagen besonders überzeugen konnte und wen wir ganz vorne sehen, könnt ihr hier nachlesen. Eines gleich vorweg: Alle Awards beziehen sich auf die bisher gezeigten Leistungen und bedeuten nicht, dass die Spieler am Ende der Saison tatsächlich ausgezeichnet werden.

MVP (Most Valuable Player): Tom Brady, Quarterback (New England)

Jährlich grüßt das Murmeltier: Immer wenn Tom Brady fit (oder nicht gesperrt) ist, gehört der Veteran natürlich zum engsten Favoritenkreis, wenn es um den wichtigsten und auch besten Spieler der Saison geht. Der 40-Jährige ist die Lebensversicherung seiner Mannschaft, kann den aktuellen Superbowl-Sieger dank hervorragender Offensiv-Leistungen zu Siegen führen. Denn: Die Defensive der Patriots ist auch zur Saisonhälfte noch nicht in Form. Wäre Brady nicht dabei, die Patriots hätten ein echtes Problem. So führt der nicht älter werdende Quarterback die Liga mit 2.541 Passing Yards (16 Touchdowns bei zwei Interceptions) an.

Runner Up: Alex Smith, Quarterback (Kansas City)

Bester Offensiv-Spieler: Alex Smith, Quarterback (Kansas City)

Smith spielt eine makellose Saison, konnte sich in seiner dreizehnten NFL-Spielzeit noch einmal steigern. Mit seinen Kansas City Chiefs schwebt er auf der Erfolgswolke, er wartet auch nach Woche 8 noch auf seine erste Interception. Bisherige Touchdown-Ausbeute: 16! Warum Smith nicht statt Brady als MVP ausgezeichnet wird? Weil er nicht der größte Faktor für den Erfolg der Chiefs ist — vor allem Kareem Hunt ist offensiv allem hauptverantwortlich. Deshalb geht der Sieg in dieser Kategorie an Smith.

Runner Up: Carson Wentz (Philadelphia)

Bester Defensiv-Spieler: Calais Campbell, Defensive End (Jacksonville)

Die Verpflichtung Campbells in der Offseason hat sich für die Jacksonville Jaguars mehr als ausgezahlt: Der Veteran kam bis jetzt schon auf satte zehn Sacks und ist mit 27 weiteren Hurries bzw. 32 Tackles der unangefochtene D-Leader seiner Mannschaft. Spielt er so weiter, wird sich der 31-Jährige am Ende der Saison über die Auszeichnung als bester Defensiv-Spieler der Liga freuen dürfen.

Runner Up: Joey Bosa, Defensive End (L.A. Chargers)

Most Improved Player: Carson Wentz, Quarterback (Philadelphia Eagles)

Der junge Spielmacher der Philadelphia Egales konnte sich im Vergleich zu seiner Rookie-Saison noch einmal ordentlich steigern und spielte seine Mannschaft bisher zu sieben Siegen (bei einer Niederlage). Damit führt man nicht nur in der Division, sondern auch die gesamte NFL an. Wentz kam bisher auf 19 Touchdowns und fünf Interceptions.


MEHR: Die Evolution des Carson Wentz zu einem der besten NFL-Quarterbacks


Runner Up: Jared Goff, Quarterback (L.A. Rams)

Bester Offensiv-Rookie: Deshaun Watson, Quarterback (Houston)

Die Quarterback-Festspiele gehen weiter: Fünfte Auszeichnung, zum vierten Mal hat ein Ballwerfer die Nase vorne. Deshaun Watson setzt sich hier knapp gegen Chiefs-Runningback Kareem Hunt durch, er konnte der Offenisve der Texans nach dem gescheiterten Projekt um Brock Osweiler im vergangenen Jahr wieder Leben einhauchen. Watson kann offensiv mit jedem Gegner mithalten bzw. auch die ganz großen Mannschaften zur Verzweiflung bringen. Seit vergangenem Sonntag weiß spätestens jeder um seine Qualitäten, die Partie gegen Seattle war ein absolutes Highlight. Und plötzlich kommt alles anders: Watson verletzte sich am Donnerstag im Training ohne Fremdeinwirkung am Knie, die Saison ist mit einem Kreuzbandriss beendet. Eine unglaublich bittere Entwicklung, man kann ihm nur gute Besserung wünschen!

Runner Up: Kareem Hunt, Runningback (Kansas City)

Bester Defensiv-Rookie: Marshon Lattimore, Cornerback (New Orleans)

Einer der größten Glücksgriffe des vergangenen Drafts: Der beste Cornerback der Klasse fiel den New Orleans Saints im April vor die Füße, man wählte den 21-Jährigen an elfter Stelle aus. Seitdem konnte Lattimore sämtliche Erwartungen erfüllen und ist Hauptverantwortlicher für die wiedererstarkte Defensiv-Leistung der Saints. Lattimore weist keinerlei Zeichen eines Rookies auf, er spielt, als ob er schon jahrelang in der NFL tätig ist. Bisher kam er auf zwei Interceptions, einen erzwungenen Fumble, sieben Pass Deflections und 27 Tackles. Wird ein ganz, ganz, ganz Großer!

Runner Up: Hier gibt es sicherlich mehrere Spieler zu nennen. Die gesamte Klasse erwies sich, wie man es von ihr erwartet hatte, als äußerst gut: Jamal Adams, Marcus Maye (beide Safety, N.Y. Jets), Tre’Davious White (Cornerback, Buffalo), Malik Hooker (Safety, Indianapolis – leider mit Knieverletzung für das restliche Jahr out) sowie Myles Garret (Defensive End, Cleveland) sind nur einige, die sich hier eine Erwähnung verdient haben.


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Bester Coach: Sean McDermott (Buffalo)

Die Auszeichnung könnte auch sowohl an Sean McVay (L.A. Rams) als auch an Todd Bowles (N.Y. Jets) gehen. Die Leistungen der Buffalo Bills um Sean McDermott sind aber noch höher einzuschätzen. Mit nahezu nichts formte er ein hervorragendes Football-Team, wie man sich erwarten durfte, konnte er eine der gefürchtetsten Abwehr-Einheiten der Liga installieren. Das kann am Ende wirklich für die Playoffs reichen!

Runner Up: Sean McVay (L.A. Rams) und Todd Bowles (N.Y. Jets)

Bester Comeback-Spieler: Earl Thomas, Safety (Seattle)

Gegen Ender der vergangenen Saison fiel Thomas wegen eines Schienbeinbruchs frühzeitig aus, er ist aber wieder komplett der alte: zwei Interceptions, fünf verteidigte Bälle, immer noch der beste Free Safety der Liga. Man muss hierbei allerdings sagen, dass sich sonst noch kein anderer Spieler wirklich hervorgetan hat.

Runner Up: DeMarcus Lawrence, Defensive End (Dallas) und Todd Gurley, Runningback (L.A. Rams) — beide Spieler waren in der abgelaufenen Saison aber nicht verletzt.

Positives Überraschungsteam: L.A. Rams

Fünf Siege und zwei Niederlagen nach acht Spieltagen: Die Los Angeles Rams sind vermutlich noch eine größere Überraschung als die Philadelphia Eagles. Der jüngste Headcoach der NFL-Geschichte, Sean McVay, konnte Jared Goff zu einem brauchbaren Quarterback entwickeln und Todd Gurley wieder in das Spiel integrieren. Mit Sammy Watkins hätte man eine super Waffe in den eigenen Reihen, er kann sich bisher allerdings noch nicht auszeichnen. Dafür aber Rookie Cooper Kupp, der offenbar Goffs bester Freund am Feld zu sein scheint. Die Defensive ist erwartet stark, Altmeister Wade Philipps (Defensive Coordinator) machte die Einheit noch einmal stärker. Man darf ein spannendes Duell zwischen den Rams und den Seattle Seahawks um den Division-Sieg erwarten.

Runner Up: N.Y. Jets und Buffalo

Negatives Überraschungsteam: Oakland Raiders

Die Oakland Raiders galten als absoluter Titelfavorit, müssen sich nach acht Spieltagen um eine Playoff-Teilnahme bangen: Drei Siege, fünf Niederlagen sind derzeit zu wenig, um ganz oben mitspielen zu können. Wieder einmal sieht man, dass man auch mit Regression rechnen muss — die vielen engen Spiele, die man in der vergangenen Saison noch für sich entscheiden konnte, fallen heuer in die andere Richtung. Es liegt noch ein langer Weg vor dem Team um Derek Carr, vor allem wenn man bedenkt, dass man mit den Kansas City Chiefs die Division teilen muss.

Runner Up: New York Giants

Martin auf Twitter: @msenfter

[Foto: Keith Allison/Flickr/CC BY-SA 2.0]

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