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Der Weekend Supermarkt lässt Hipster-Herzen höher schlagen

Der Einkauf in diesem neuen Markt basiert auf einem Flatrate-Tarif und hebt sich von normalen Supermärkten ab

Der Weekend Supermarkt lässt Hipster-Herzen höher schlagen 7. November 2017Leave a comment

stv. Ressortleiterin Gesellschaft & Politik

In Wien gibt es seit Kurzem einen Flatrate-Supermarkt, bei dem — wie der Name schon vermuten lässt — zu einem Pauschalpreis eingekauft werden kann. Doch so schnell, wie der Weekend Supermarkt, der Testsupermarkt des Weekend-Verlags, ins Gespräch gekommen ist, so schnell ist er auch wieder in Vergessenheit geraten. Grund dafür dürfte die limitierte Anzahl von 1.000 Mitgliedschaften sein, die momentan alle vergeben sind.

Diese Anzahl an Menschen darf sich glücklich schätzen, denn die Marken und Produkte, die die neue Form des Supermarkts unterstützen, sind von beeindruckend guter Qualität. Und das für nur 9,90 € im Monat. Die einzige Regel: Es sind “nur” 20 unterschiedliche Produkte pro Monat erlaubt. Weshalb sich das Warten auf eine freie Mitgliedschaft auszahlt, haben wir recherchiert.

Warten lohnt sich doch immer, oder?

Für 9,90 € können monatlich 20 verschiedene Artikel eingekauft werden. Die Produkte sind bunt gemischt, von wichtigen Nahrungsmittel, wie beispielsweise Suppenwürfeln, bis hin zu exklusivem Knabbergebäck. Einige Produkte des Weekend Supermarkts sind in anderen Läden nicht einmal erhältlich. Das Angebot an Produkten strotzt nur so von bekannten Marken, die allesamt großen Wert auf Transparenz legen.

Um diese Aussage zu verdeutlichen, haben wir einen imaginären Einkaufskorb für den bereits vergangenen Monat zusammengestellt und ausgerechnet, wie viel für dieselben Produkte in anderen Supermärkten — sofern sie erhältlich sind — gezahlt werden müsste:

  • Manner Knuspermüsli
  • NÖM Cappucino to go
  • Joya Mandel Hafer
  • Terra real vegetable chips
  • Hohes C milder Multivitamin
  • Joya Soya Greek zuckerfrei
  • Lobsters Lemon Mint
  • Red Bull ORGANICS Tonic Water
  • Red Bull ORGANICS Ginger Ale
  • Kuner Sauce Sour Cream
  • Knorr Kochpaste Grünes Thai Curry
  • Joya Oats Hafer Vanille
  • Schärdinger Breakfast & Lunch nach Liptauer Art
  • Poliboy Bildschirm Feuchttücher
  • Pommels Original
  • Martini Bianco
  • Knorr Bio Bouillon Rind
  • Casali Schokobananen Double Choc
  • Vöslauer Grüner Tee Melisse
  • Schärdinger Meine Linie Goudette mild-fein

Um die eben genannten Produkte überhaupt kaufen zu können, müssten sowohl Billa, Merkur und DM besucht, als auch über 55 € auf den Tisch gelegt werden. Selbst wenn alles während Aktionen oder mit Mengenrabatten gekauften werden würde, wäre es nicht viel weniger Kohle. Die Möglichkeit, mit diesem Konzept zu sparen, ist also groß, wenn nicht sogar unmenschlich groß. Wer allerdings kein Produkt des Einkaufskorbes konsumieren würde, hat entweder keinen Geschmack oder ist ein wahrlicher Sparefroh, der generell nicht gerne für ausgefallenere Nahrungsmittel Geld ausgibt.


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Auch der CEO des Weekend Marktes sagt diesbezüglich zu Weekend: “In jedem dieser tollen Produkte steckt ganz viel Energie, Zeit, Seele und noch viel mehr Geld. Viele dieser Innovationen werden vom Konsumenten aufgrund eines Überangebotes im klassischen Supermarkt nur schwer bis gar nicht wahrgenommen. Unzählige Neulancierungen und Re-Designs kommen jede Woche auf den heimischen Markt, eine notwendige Distribution erweist sich oft als schwierig. Daher schafft es am Ende auch nur ein Bruchteil, am heiß umkämpften Markt tatsächlich zu bestehen und erwünschte Erfolge einzufahren”.

Auf eine Mitgliedschaft zu warten, scheint sich somit definitiv zu lohnen.

Die Finanzierung des Flatrate Supermarktes

Nun stellt sich die Frage, was haben die Firmen von so einem Supermarkt? Wer bezahlt den “Verlust”? Und wie funktioniert der Flatrate Supermarkt genau?

Wie Der Standard schreibt, funktioniert der Supermarkt auf Basis von Marktforschung und Datenanalyse. Der Supermarkt hat einen exakten Überblick, wer was kauft und zu welchem Zeitpunkt. Diese Daten wandern zu den Produzenten weiter, die eine aktuelle Einsicht haben, welche Produkte floppen oder sich als top entpuppen. Sie können anhand dieser Informationen ihr Sortiment ausbauen und besser für die Zukunft planen. Die Chance einer sehr günstigen Marktforschung haben die verschiedensten Marken für sich erkannt und bieten eine Auswahl ihrer Produkte. Mit dabei sind, unter anderem Eristoff, Knorr, Leo Hillinger, Dr. Oetker, Vöslauer, Naturals, Jack Daniel’s, Manner und Red Bull.

Auch werden Artikel für die Hygiene und den Haushalt geboten. Hochwertig sind die Produkte allesamt, wer jemals Terra Real Vegetable Chips gekostet hat, kann diese Aussage mit Sicherheit unterstreichen.

Wie funktioniert eine Mitgliedschaft im Weekend Supermarkt?

Um jetzt noch eine Mitgliedschaft zu ergattern, braucht man Glück und Geduld, denn ein Platz auf der Warteliste ist gewiss. Kommt es zu einer freien Mitgliedschaft, wird man unverbindlich darüber informiert und die Auswahl zwischen einer drei-, sechs- oder zwölfmonatigen Mitgliedschaft muss getroffen werden. Ist die Mitgliedschaft durch, können (wie bereits erwähnt) 20 Produkte pro Monat in der Liniengasse 11 im 6. Wiener Gemeindebezirk eingekauft werden.


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Auf der Facebook-Seite des Supermarktes lassen sich ausschließlich gute Bewertungen lesen, die nicht gefakt oder beschönigt wirken. Allein die Auswahl zu einem späten Zeitpunkt im Monat wurde bemängelt.

Der Testsupermarkt scheint somit erstaunlich gut zu funktionieren und erntet bisher beinahe nur positive Rückmeldungen. Weltweit gibt es noch keinen anderen Supermarkt, der so wie der Weekend Markt funktioniert. Wie einige wohl gern an einem Versuch für das Guiness World Records Buch teilnehmen würden, so finden es bestimmt viele spannend, im Flatrate-Supermarkt einkaufen zu gehen und auch Teil eines ganz neuen Konzepts zu sein. Geld sparen und gleichzeitig sowohl hippe, urbane als auch teils nachhaltig hergestellte Produkte zu konsumieren ist schließlich unser aller Traum.

Lisa auf Twitter: @lugerblis

stv. Ressortleiterin Gesellschaft & Politik

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