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Ethan Hawke: drei seiner imposantesten Filmrollen

Neben bekannten Auftritten in 'Der Club der toten Dichter' und 'Training Day' sind hier drei Filme, die das Talent von Ethan Hawke untermauern

Ethan Hawke: drei seiner imposantesten Filmrollen 10. November 2017Leave a comment

Redakteur

Jennifer Lawrence, Chris Pratt, Matt Damon, Alicia Vikander — Hollywood ist voller Glanz und Glamour. Ein Ort voller Stars mit teuren Kleidern, Anzügen und Millionen von Fans auf Twitter und Facebook. Für aufstrebende Talente wie geschaffen, um ihr Ansehen in der Filmbranche zu steigern. Und doch hat man bei einem bestimmten Namen das Gefühl, er mag in diese Glamour-Schiene nicht so recht hineinpassen: Ethan Hawke.

1985 spielte er im Science-Fiction-Film Explores — Ein phantastisches Abenteuer als 16-Jähriger seine erste Rolle. Nach Schauspielunterricht im renommierten McCarter Theatre in Princeton, New Jersey und an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, Pennsylvania gelang ihm im Jahre 1989 der Durchbruch. Neben dem bereits verstorbenen und großartigen Robin Williams ergatterte der Schauspieler im Drama Der Club der toten Dichter eine Hauptrolle.


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Am bekanntesten ist definitiv seine Performance als Officer Jake Hoyt in Training Day. Als unerfahrener Drogenermittler muss er einen Probetag mit seinem neuen Vorgesetzten Alonzo Harris (großartig: Denzel Washington) überstehen, um im Drogenderzenat aufgenommen zu werden. Diese Rolle meisterte Hawke mit Bravour, verlieh ihm aber ein wenig das Image des “Polizisten-Darstellers”. Denn viele Filminteressierte haben das Gefühl, er würde in jedem zweiten Film einen Cop verkörpern.

Dadurch wird der Schauspieler aus Austin, Texas aber eindeutig stark unterschätzt. Ihm wurde nicht nur großes Talent in die Wiege gelegt, sondern er kann auch vielseitige Rollen verkörpern, wie er es unter anderem mit seiner grandiosen und durchgedrehten  Nebenrolle im Sci-Fi-Action-Spektakel Valerian — Die Stadt der Tausend Planeten gezeigt hat. Aus diesem Grund wollen wir das Ansehen des US-Amerikaners etwas aufbessern und euch drei Filme präsentieren, die beweisen, dass die Begriffe Ethan Hawke und Charakterdarsteller kein Widerspruch sind.

3. Maudie

Wenn ihr Kenner der Kunst- und Malerszene seid, dann ist euch vermutlich der Name Maude Lewis ein Begriff. Sie war eine der bekanntesten kanadischen Künstlerinnen, erkrankte bereits in jungen Jahren an Arthritis und schaffte es dennoch, ihre Leidenschaft, das Malen, auszuüben. Das Leben von Maude Lewis wurde von der irischen Regisseurin Aisling Walsh inszeniert. In diesem biografischen Drama brilliert Ethan Hawke als einsamer Farmer Everett Lewis, der Maude als Haushaltshilfe einstellt und sie später heiratet.

Ein Film, der vor allem wegen der herausragenden schauspielerischen Leistungen zu empfehlen ist. Und weil die schöne Message transportiert wird, dass jeder Mensch, der an sich selber glaubt, seine Träume und Wünsche erfüllen kann. Neben Hawke zeigt die britische Schauspielerin Sally Hawkins eine Oscar-reife Darbietung der Figur Maude Lewis. Noch für kurze Zeit kann dieses Filmbiografie im Kino bestaunt werden.

2. Born to be Blue

Chet Baker ist vor allem Jazz-LiebhaberInnen ein Begriff. Ein Virtuose auf der Trompete, der gerne auch “James Dean des Jazz” genannt wurde. Ein unglaublich talentierter Musiker und Sänger, der durch seine Heroinsucht privat jedoch ein schwieriger Charakter war. Der kanadische Regisseur und Drehbuchautor Robert Budreau inszenierte diese Biografie und engagierte Ethan Hawke für die Hauptrolle. Er verkörpert den Jazzmusiker mehr als nur hervorragend. Durch seine Darstellung erwacht Chet Baker zum Leben und es entsteht ein Gefühl, der mehrfach Oscar-nominierte Schauspieler hat selber Gesangs- und Trompetenunterricht genommen.

Bei solch einer Performance fragt man sich, wann Ethan Hawke endlich seinen wohlverdienten Oscar bekommt. Neben Hawke brilliert die Britin Carmen Ejogo (Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind) als Freundin von Chet Baker. Dadurch entstehen nicht nur emotionale Momente, sondern eine glaubwürdige Liebesgeschichte. Für Fans von Arthaus- und Musikfilmen führt kein Weg daran vorbei.


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1. Boyhood

Boyhood ist nicht nur ein Film über das Älterwerden, sondern ein ganz besonderes Projekt von Regisseur Richard Linklater. Er drehte nämlich zwölf (!) Jahre lang an diesem Film: Drehstart im Jahr 2002, die Premiere dann 2014 beim Sundance Film Festival. Herr Linklater drehte an nur wenigen Tagen im Jahr, immer mit denselben Schauspielern und Schauspielerinnen. Dadurch bekommt der Film eine besondere Note und die Geschichte kann realitätsnah erzählt werden. Ellar Coltrane (The Circle) verkörpert die Hauptfigur Mason Evans und wir begleiten ihn beim Älterwerden, bei schulischen Problemen, beim Entdecken der ersten Liebe und das Leben in einer Patchwork-Familie.

Die Rolle von Ethan Hawke ist jene des leiblichen Vaters Mason Evans Sr., der seinen Sohn nur sporadisch sehen kann, aber dennoch versucht, ein guter Vater zu sein. Ein unglaublich stimmiger Cast und ein wahres Meisterwerk. Patricia Arquette (CSI: Cyber) gewann im Jahr 2015 den Oscar als “Beste Nebendarstellerin”. Ein Must-See für CineastInnen.


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Wir werden die Karriere des Schauspielers weiterhin intensiv verfolgen. Sein nächster Film wurde bereits angekündigt. Er trägt den Titel 24 Hours To Live und ist dem Rache-/Action-Thriller-Genre zuzuordnen. Ein genauer Starttermin steht noch nicht fest, aber wir dürfen uns auf brachiale Action und einen erneut groß aufspielenden Ethan Hawke freuen.

Thomas auf Twitter: @plapperblog

[Foto: nicolas genin/Flickr/CC BY-SA 2.0/Illustration von Marcel Weld]

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