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Die New Orleans Saints sind zurück auf der Erfolgsspur

Gehören Drew Brees und Co. wieder zur Elite der NFL?

Die New Orleans Saints sind zurück auf der Erfolgsspur 10. November 20172 Comments

Die New Orleans Saints sind derzeit eines der Teams der Stunde: In der aktuellen NFL-Saison kommt die Mannschaft von Headcoach Sean Payton auf sechs Siege bei zwei Niederlagen. Das Besondere daran? Man verlor die beiden Auftaktpartien (Minnesota und New England), ist seit Woche 3 aber ungeschlagen. Woher kommt der plötzliche Aufschwung des Superbowl-Siegers von 2009?


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Der alte Meister kann’s noch immer

Drew Brees ist das Herz und die Seele der Saints. Seit seinem Antritt in New Orleans im Sommer 2006 ist er die unangefochtene Identifikationsfigur seiner Mannschaft, er konnte der bis dahin notorisch und historisch schlechten Franchise nicht nur offensives Leben einhauchen, sondern sogar einen Meistertitel nach “Big Easy” holen. Brees zählt zu den besten Quarterbacks aller Zeiten und ist drauf und dran, sämtliche Rekordmarken — auch jene von Peyton Manning — zu überbieten.

In der aktuellen Saison blüht der 38-Jährige auf, nach neun Wochen kommt er auf 2.214 Passing-Yards (Platz fünf), dreizehn Touchdowns (Platz acht) bei nur vier Interceptions und einen Raumgewinn von durchschnittlich 276 Yards pro Spiel (Platz vier). Brees ist der einzige Spieler in der Geschichte der NFL, der fünf Spielzeiten mit einem Raumgewinn von mindestens 5.000 Passing Yards abschließen konnte. (Zum Vergleich: Insgesamt konnten neben Brees nur vier weitere Spieler eine derartige Saisonleistung einmalig bewerkstelligen.)

Defensiv eine einzige Katastrophe

Prinzipiell gilt bei den Saints: die Offensive war noch nie das Problem. Ob es Spieler wie Deuce McAllister, Reggie Bush, Jimmy Graham, Marques Colsten, Mark Ingram, Brandin Cooks, Kenny Stills oder der sensationelle Rookie-Runningback Alvin Kamara sind — man war immer gut aufgestellt, Brees macht jeden Spieler um ihn herum besser.

Das galt sicherlich nicht für die Defensive. In nahezu jedem Jahr hatte man eine der schlechtesten Defensivabteilungen der Liga vorzuweisen. Nur einmal, im Superbowl-Jahr, schafften es die Saints auch defensiv zu überzeugen. Danach ging lange Zeit nichts. Defensive Coordinators wurden schnell getauscht, man fand einfach kein Rezept, um wirklich erfolgreichen Football spielen zu können.

So hatte man zwar mit Brees und seiner Offensive einen der besten Angriffe der NFL, seit 2013 konnte man aber keinen positiven Record mehr einfahren und verfolgte die Playoffs konsequenterweise nur noch von der Couch aus. 2015 wurde Dennis Allen als neuer Defensive Coordinator vorgestellt — langsam scheint sich etwas zu bessern.

Der Draft, der alles änderte

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren bauten die Saints ab 2016 in der ersten Draft-Runde auf Defensivspieler. Sheldon Rankins wurde im Vorjahr an zwölfter Stelle gewählt, der Defensive Tackle brach sich aber sehr früh das Wadenbein und fiel längere Zeit aus. Rankins konnte ab Woche 9 mit dabei sein und zeigte sein Talent mit insgesamt 20 Tackles, vier Sacks und einem erzwungenen Fumble.

Heuer hatte man dank des Tauschgeschäfts mit den New England Patriots einen zusätzlichen First-Round-Pick zur Verfügung. Man wollte All-In gehen und endlich Akzente auf der defensiven Seite des Balles setzen. Glücklicherweise fiel mit Marshon Lattimore der wohl beste Cornerback der Klasse an elfter Stelle zu den Saints. Und bisher wird er seinem Ruf gerecht, gilt derzeit nicht nur als einer der besten Rookies der Liga, sondern auch als einer der besten Cornerbacks der NFL. Lattimore hat sich als die erhoffte Verstärkung herausgestellt und nimmt Woche für Woche große Namen komplett aus dem Spiel.


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Mit dem zweiten Erstrunden-Pick wollte man sich Reuben Foster ins Team holen. Der Linebacker wollte aber absolut nicht nach New Orleans und legte kurzerhand während des Drafts den Hörer auf, hatte Glück, dass die San Francisco 49ers extra noch einmal nach oben tradeten und Foster vor den Saints wählten. Die Saints schauten also durch die Finger und machten das beste aus der Situation: mit Ryan Ramczyk holte man sich einen neuen Tackle ins Team, der schon jetzt der wohl beste O-Liner der Mannschaft ist.

In der zweiten Runde blieb man wie 2016 (Von Bell, Safety) dem Defensiv-Credo treu und wählte mit Marcus Williams einen weiteren Defensive Back in das Team. Dem noch nicht genug, tauschte Sean Payton nach oben, um sich Alvin Kamara zu sichern — einen Spielertyp, den Payton liebt: ein starker Läufer mit außerordentlichen Fangfähigkeiten, wie es schon Reggie Bush und Darren Sproles in New Orleans zeigten.

New Orleans Saints: Die Mischung macht’s aus

Alle Rookies stehen für den Aufschwung der Saints, vor allem mit den Verteidigern konnten die zuvor erwähnten Coaches endlich ein für den Moment erfolgreiches Team aufbauen. Drew Brees freut sich natürlich am meisten, muss er doch nicht immer für 300+ Yards und 28+ Punkte werfen. Diese Kombination macht die Saints zu einem sehr gefährlichen und äußerst erfolgreichen Football-Team. Wie weit die Reise geht? Sicherlich in die Playoffs. Ob es für ganz vorne reicht, hängt unter anderem vom Verletzungspech ab. Zuzutrauen ist es den Saints sicherlich, denn mit Brees geht alles — und mit Marshon Lattimore für gegnerische Wide Receiver nichts.

Stand aller angegebenen Statistiken: 10.11.2017

Martin auf Twitter: @msenfter

[Foto: Keith Allison/Flickr/CC BY-SA 2.0/Illustration von James P. Platzer]

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