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Ben Simmons & Co: die besten und enttäuschendsten Rookies der bisherigen NBA-Saison

Welche Rookies haben ihr Potenzial bereits gezeigt? Welche konnten ihren Erwartungen bisher noch nicht gerecht werden?

Ben Simmons & Co: die besten und enttäuschendsten Rookies der bisherigen NBA-Saison 15. November 20171 Comment

Redakteur

Natürlich ist die Saison noch sehr jung. Rookies brauchen oftmals mehr als nur ein Monat, um sich in der NBA zu akklimatisieren. Viele der gedrafteten Spieler gehen als Langzeitprojekte zu ihren neuen Teams und benötigen mehrere Jahre, um sich komplett zu entwickeln. Doch schon in den ersten Spielen hat sich so manch ein Jungspund hervorgetan. Es wurde aber auch schon die ein oder andere Ernüchterung festgestellt, dass der Youngster doch etwas mehr Entwicklungszeit brauchen wird, als erwartet. Hier sind die besten und enttäuschendsten Rookies der bisherigen NBA-Saison:

Flop: Markelle Fultz (Philadelphia)

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In seinem ersten Spiel für die Philadelphia 76ers staunten die Zuschauer nicht schlecht. Nicht aber, weil Fultz einen so überzeugenden Auftritt hinlegte — vielmehr lag es daran, dass der im Draft 2017 an Nummer eins gezogene Rookie auf einmal eine ganz merkwürdige Wurfbewegung hatte. Fultz, der am College vor allem durch sein Scoring zu überzeugen wusste, traf auf einmal kaum noch ein Scheunentor.

An sich war dies noch kein allzu großes Problem, denn viele Rookies brauchen eine gewisse Zeit, um in der NBA ihre Spielweise anzupassen. Nach ein paar Spielen aber der Schock: Fultz gab bekannt, dass er schon seit geraumer Zeit mit Schmerzen in der Schulter spiele und diese ihn zu der Veränderung seiner Wurfmechanik brachten. Das Merkwürdige daran: Die Verantwortlichen der Sixers wussten nicht einmal über seine Verletzung Bescheid und hatten sich sogar schon selbst über seine komische Wurfbewegung Sorgen gemacht.

Top: Ben Simmons (Philadelphia)

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Ben Simmons ist im Gegensatz zu Fultz der Lichtblick für die 76ers. Er ist zwar schon letztes Jahr gedraftet worden, konnte aber verletzungsbedingt kein offizielles Ligaspiel bestreiten und wird dadurch diese Saison als Rookie gelistet. Der 21-Jährige wurde noch in diesem Sommer zum Point Forward geschult und Brett Brown, Headcoach der 76ers, sollte diese Entscheidung nicht bereuen.

Der junge Simmons überzeugt mit seiner Größe und Athletik, aber vor allem durch seinen hohen Basketball-IQ. Er leitet jetzt schon geschickt die Angriffe seiner Mannschaft. Mit zwei Triple Double* in den ersten Wochen konnte er schon Geschichte schreiben und ist auf dem besten Weg, den “Rookie of the Year”-Award zu gewinnen. Es ist dennoch nicht alles eitel Sonnenschein bei ihm. Er verweigert den Dreipunkte-Wurf noch so gut wie komplett, trotzdem schafft er es, sein Spiel auch ohne diesen effektiv aufzuziehen.

Flop: Lonzo Ball (L.A. Lakers)

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Lonzo Ball ist der wahrscheinlich meist gehypte (und gleichzeitig gehasste) Spieler des diesjährigen NBA-Drafts. Der von den Los Angeles Lakers an Nummer zwei gewählte Point Guard kann noch nicht wirklich überzeugen. Guten Vorstellungen folgen Spiele, in denen er komplett abtaucht. Sein Playmaking kann sich zwar schon mehr als sehen lassen, der Wurf ist aber das Problem des jungen Lakers.

Dies war womöglich schon absehbar, da seine Wurfmechanik einfach grauenvoll ist. Verteidiger wissen, dass er seinen Wurf nur von der linken Seite losbekommt und können ihn so zur Verzweiflung bringen. Trifft er seinen Wurf nicht, wirkt es oft so, als wenn ihm die Aggressivität verloren ginge und er deswegen das Vertrauen in sein Spiel verliert.

Wenn Ball will, kann er sein Spiel auch aufziehen. Dies bewies er im Spiel gegen die Milwaukee Bucks, in dem er als jüngster Spieler mit einem Tripple Double in die NBA-Geschichte einging.

Top: Kyle Kuzma (L.A. Lakers)

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Die Los Angeles Lakers haben aber auch Grund zur Freude. Mit Kyle Kuzma ist ihnen ein richtiger Draft-Steal in die Hände gefallen. Der Power Foward, der noch an Position 27 zu haben war, spielt bis jetzt einfach überragend. Sei es (wie am Anfang der Saison) noch als Energizer von der Bank oder (wie jetzt) in der Startaufstellung: Kuzma überzeugt mit hohem Basketball-IQ und wirkt in seinen Aktionen einfach abgeklärt. Bis jetzt ist er der beste Rookie im Team der Lakers. Ebenso ist er zweitbester Scorer unter allen Rookies, direkt hinter Ben Simmons.

Top: Jayson Tatum (Boston)

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Zu Beginn der Saison meinte Celtics-Headcoach Brad Stevens noch, dass Jayson Tatum sehr langsam an die Liga herangeführt werden wird. Die Entwicklung des Flügelspieler soll vor allem auf die kommenden Jahre gesehen Früchte tragen. Mit der Verletzung von Gordon Hayward ist jetzt aber auf einmal alles anders. Der Rookie muss von Anfang an liefern — und das tut er auch.


MEHR: Was die grausame Verletzung von Gordon Hayward für die übrige Saison der Celtics bedeutet


Tatum übernimmt Verantwortung, sei es in der Offense oder in der Defense. Dabei strahlt er eine gewisse Souveränität aus, als würde der Rookie schon seit Jahren in der Liga spielen. Sein Wurf ist butterweich und mit fast 50 % treffsicher — egal ob von draußen oder näher am Korb. Tatum ist bereits in seinen jungen Jahren einer der Hauptgründe dafür, dass Boston mit 13 Siegen und zwei Niederlagen die derzeit beste Bilanz in der Eastern Conference hat.

Flop: Josh Jackson (Phoenix)

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Ein junger Foward, der seinen Erwartungen noch nicht gerecht werden konnte. Klar, er spielt bei den Phoenix Suns und die sind eben schlecht. Man könnte dadurch aber meinen, dass Jackson gerade dort mit etwas Narrenfreiheit groß aufspielen könnte. Das schafft der an vierter Stelle gedraftete Rookie aber weder vorne am Feld, noch gelingt es ihm, sich am hinteren Ende zu beweisen.

Die größten Probleme hat er mit seinem Wurf, den er gerade mal mit 37,9 % trifft — von der Dreipunkte-Linie gerade einmal 26,2 %. Im Gegensatz zu anderen Spielern, die vielleicht auch nicht den besten Wurf besitzen, kann Jackson seine Athletik noch nicht ausspielen, um damit am Korb abzuschließen. Er braucht noch eine geraume Zeit, um sich an das NBA-Level zu gewöhnen.

Stand aller angegebenen Statistiken: 15.11.2017

*Anmerkung des Autors: Als Triple Double wird im Basketball das Erreichen einer zweistelligen Ausbeute in drei der fünf positiven statistischen Kategorien (Punkte, Rebounds, Assists, Steals und Blocks) bezeichnet.

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[Foto: felicito rustique, jr./Flickr/CC BY 2.0]

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