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NFL, Woche 11: Vikings, Saints und Eagles bleiben die Teams der Stunde

Die größten Gewinner und Verlierer des elften Spieltages in der National Football League

NFL, Woche 11: Vikings, Saints und Eagles bleiben die Teams der Stunde 20. November 2017Leave a comment

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Von athletischen Höchstleistungen über atemberaubende Finishs bis zu höchst amüsanten Touchdown-Celebrations — die National Football League (NFL) ist die wahrscheinlich faszinierendste Sportliga der gesamten Welt. Damit ihr keinen der wichtigsten und kuriosesten Momente der Sonntagsspiele verpasst, bringt euch kultort.at wöchentlich die größten Gewinner und Verlierer. 

Gewinner: Spitzenteams der NFC

Während in der AFC die New England Patriots und die Pittsburgh Steelers unangefochten an der Spitze liegen und alles auf ein Conference-Finale zwischen diesen beiden Teams hinausläuft, fühlt sich die NFC so unterhaltsam an, wie schon lange nicht mehr. In allen vier Divisions führen Mannschaften, die es letztes Jahr nicht einmal in die Playoffs geschafft haben.

Screenshot via espn.com

Zwischen den Minnesota Vikings und den Los Angeles Rams kam es diese Woche zum Aufeinandertreffen zweier dieser Teams. Mit einem Schnitt von rund 33 erzielten Punkten pro Spiel waren die Rams vor Woche 11 die beste Offensive in der gesamten NFL. Minnesota bewies am Sonntag aber erneut, warum ihre Defensive als Championship-würdig bezeichnet werden kann, erlaubte man L.A. doch nur sieben Punkte, gewann souverän 24:7 und führt mit acht Siegen und nur zwei Niederlagen weiterhin die NFC North an.

Ebenso beeindruckend war die Offensive der Vikings, der es gelang, sich für mehr als 37 Minuten den Ballbesitz zu sichern. Wide Receiver Adam Thielen (123 Yards, sechs Catches, ein Touchdown) bleibt eine der großen Überraschungen dieser Saison und ist bisher der wahrscheinlich wertvollste Nicht-Quarterback in der gesamten NFL.

Die L.A. Rams haben mit einer Bilanz von sieben Siege und drei Niederlagen weiterhin sehr gute Chancen auf die Playoffs. In den nächsten vier Wochen erwarten Jared Goff und Co. mit den Saints, Eagles und Seahawks allerdings drei harte Brocken.

Der Erfolgslauf der New Orleans Saints hält ebenso an. Nach einem dramatischen 34:31-Comeback-Sieg gegen die Washington Redskins ist man nun seit Woche 3 ungeschlagen. Gegen die Redskins lag man sechs Minuten vor Spielende bereits 15 Punkte zurück, hatte laut ESPN Stats & Info sogar nur mehr eine 0,2 %-Chance auf einen Sieg.

Dank eines grandiosen Drew Brees (385 Yards, zwei Touchdowns) und dem erneut starken Laufspiel (160 Rushing Yards) konnte das Spiel in der Overtime noch gedreht werden.


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Außerdem siegreich waren die weiterhin großartig spielenden Philadelphia Eagles. Im NFC-East-Schlager gegen die Dallas Cowboys absolvierte man eine beinahe fehlerlose Partie, gewann am Ende problemlos 37:9 gegen den Division-Rivalen aus Texas. Carson Wentz warf hierbei zwar nur für 168 Yards, spielte aber ein beinahe perfektes Game. Die Eagles sind mit 9-1 weiterhin das einzige NFL-Team mit nur einer Niederlage.


MEHR: Die Evolution des Carson Wentz zu einem der besten NFL-Quarterbacks


Verlierer: Kansas City Chiefs

Nach fünf Siegen in den ersten fünf Spielen sieht es bei den Kansas City Chiefs nach ihrer ernüchternden Niederlage gegen die New York Zombie-Giants nicht mehr so rosig aus, verlor man nun doch vier der letzten fünf Spiele. Speziell die Tatsache, dass man gegen eine Giants-Verteidigung, die in den letzten beiden Partien 82 Punkte abgab, nur drei magere Field Goals erzielen konnte, sollte jedem Chiefs-Fan Sorge bereiten.


MEHR: Ungeschlagene NFL-Teams: Ein makelloser Saisonstart muss kein Segen sein


Rookie-Runninback Kareem Hunt galt nach den ersten Spieltagen als einer der großen Favoriten auf den “Most Valuable Player”-Award, ist seit dem Ende der Siegesserie aber so wie der Rest des Teams nur mehr ein Schatten seiner selbst. Symbolisch für die Negativform der Chiefs sind gescheiterte Trick-Spielzüge wie dieser:

Mit derzeit sechs Siegen und vier Niederlagen sollte die AFC West für Kansas City trotzdem kein Problem darstellen, ob Alex Smith und Co. heuer ein tiefer Playoff-Run gelingt, kann aber mittlerweile bezweifelt werden.

Gewinner: Tom Brady

Tom Brady ist 40 Jahre alt und spielt trotzdem so gut, wie vielleicht noch nie zuvor. Das bewies er auch am Sonntag wieder, als er seine New England Patriots in Mexico City gegen die Oakland Raiders mit drei Touchdowns und 339 Yards zu einem lockeren 33:8-Sieg führte. Seit dem Beginn der 2016/17-Saison hat Brady 50 Touchdowns und nur vier Interceptions geworfen. 50 TOUCHDOWNS UND NUR VIER INTERCEPTIONS!!! Verdammt nochmal, wie kann das nur sein? Vielleicht sollte ich auch einmal eine Avocado-Eis-Diät ausprobieren.


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Was bei dem derzeitigen Erfolg der Patriots etwas untergeht: die immer besser werdende Verteidigung. Seit Woche 4 erlaubte New England nicht mehr als 17 Punkte. Gemeinsam mit dieser beinahe unaufhaltbaren Offensive sieht also alles nach einem erneuten Superbowl-Einzug der Patriots aus.

Verlierer: Sean McDermott

Viele Experten kritisierten unter der Woche die Entscheidung von Bills-Headcoach Sean McDermott, Tyrod Taylor auf die Bank zu setzen und Rookie-Quarterback Nathan Peterman in die Startaufstellung zu befördern. Zurecht, wie bereits nach 30 Spielminuten ersichtlich werden sollte.

Der erste Saisonstart in der NFL-Karriere von Nathan Peterman war ein absoluter Alptraum: Sagenumwobene fünf Interceptions produzierte der Rookie-Quarterback in der ersten Halbzeit gegen die Los Angeles Chargers. ESPN Stats & Info zufolge sind das die meisten Interceptions in den ersten beiden Spielvierteln seit 1970.

Peterman kann man hierbei allerdings keinen großen Vorwurf machen, so ist es doch alles andere als ein Kindergartenspiel, seinen ersten Saisonstart gegen den bärenstarken Pass Rush der Chargers zu absolvieren. Auch die Defense der Bills spielt momentan unter ihren Erwartungen, so erlaubte man in den vergangenen beiden Spielen mehr Punkte als die Jacksonville Jaguars in den letzten acht Wochen.

Die L.A. Chargers auf der anderen Seite können in der schwachen AFC mit vier Siegen und sechs Niederlagen weiterhin auf ein Playoff-Ticket hoffen, spielen in dieser Saison noch gegen die Cleveland Browns, New York Jets und Oakland Raiders.

Gewinner: Dre Kirkpatrick

Für die Defensiv-Aktion der Woche sorgte Dre Kirkpatrick von den Cincinnati Bengals. Gegen Brock Osweiler und die Denver Broncos gelang ihm der längste Interception-Return in der NFL-Geschichte, der NICHT zu einem Touchdown führte. 101 Yards! (Nicht 100 Yards, wie CBS Sports hier schreibt.)

Ein Verlierer hierbei ist allerdings das deutsche Internetportal Sport1. Typisch für deutschen Clickbaiting-Sportjournalismus wird gleich der negative Aspekt des Plays in den Fokus gestellt— und nicht die tolle Verteidigungsaktion:

Screenshot via Google/sport1.de

Nein Sport1, Kirkpatrick hat sich bei dieser Aktion nicht “bis auf die Knochen blamiert”, sondern ein weltklasse Play gemacht — und nach rund 100 Yards (!) ging ihm eben die Puste aus. Die einzige Enttäuschung hier ist Sport1 — sowohl dieser “Artikel” als auch der seit Jahren immer irrelevanter werdende Fernsehsender.

By the way: Cincinnati gewann gegen Denver 20:17, die Bengals verbessern ihre Bilanz auf vier Siege und sechs Niederlagen. Das war der erste Cincinnati-Sieg in Colorado seit 1975.

“WTF”: Roger Lewis

In einer Saison, in der man als Giants-Fan nicht wirklich viel Grund zur Freude hat, ist es wirklich schön zu sehen, dass New York neben den abwesenden Odell Beckham Jr. (Knöchel), Brandon Marshall (Schulter) und Sterling Shepard (Migräne) noch weitere talentierte Receiver hat, auf die man in der Zukunft setzen kann. Einer davon ist Roger Lewis, der sich mit diesem wunderbaren Catch den “WTF”-Award der Woche sichert. Ansehen und genießen:

Johannes auf Twitter: @Joe_Pressler

[Foto: Keith Allison/Flickr/CC BY-SA 2.0]

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