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Fußball-WM: Das sind alle 18 nicht-europäischen Teams

Diese 18 Nationen wollen die europäische Vormachtstellung brechen

Fußball-WM: Das sind alle 18 nicht-europäischen Teams 22. November 2017Leave a comment

Nachdem wir letzte Woche die europäischen Vertreter der Fußball-WM 2018 näher unter die Lupe genommen haben, soll der Blick nun auf die anderen Kontinente gerichtet werden. Während Europa mit 14 Turnierteilnehmern beinahe die Hälfte aller stellt, verteilen sich die restlichen Plätze zu je fünf Vertretern auf Südamerika, Afrika und Asien sowie drei auf Nord- und Mittelamerika bzw. die Karibik. Neben den üblichen Verdächtigen unter den qualifizierten Nationen gibt es doch die eine oder andere Überraschung, die so nicht zu erwarten war.


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1. Südamerika — CONMEBOL (Confederación Sudamericana de Fútbol)

Die Qualifikation in Südamerika unterscheidet sich maßgeblich vom europäischen Weg zu einer Weltmeisterschaft. Nachdem es wesentlich weniger teilnehmende Staaten gibt (10), bedient man sich einer eigenen Liga. Die südamerikanischen Nationen spielen in einem Zeitraum von zwei Jahren eine Hin- und Rückrunde. Nach den insgesamt 18 Spieltagen qualifizieren sich die ersten vier Nationen direkt für die WM. Der Fünfte darf in einem Playoff-Match gegen den Sieger der Ozeanien-Qualifikation auf eine Teilnahme hoffen.

Als erster der Qualifikation konnte sich Brasilien erwartungsgemäß durchsetzen. Nach einer 2:0-Niederlage am ersten Spieltag gegen Chile folgte keine weitere mehr. Mit 41 Punkten beendete man den letzten Spieltag zehn Punkte vor den Zweitplatzierten Uruguay. Seit dem letzten WM-Titel 2002 mit der goldenen Generation von Ronaldo und Co. fehlte der “Seleção” die Konstanz. Es war keine Einheit zu sehen, man suchte vergeblich den Anführer einer fußballbegeisterten Nation. Neymar scheint diese Lücke nun endlich wieder zu schließen. Als Leistungsträger scheint er sich etabliert zu haben und ist die Identifikationsfigur für die Mannschaft.

Mehr Spannung bot das Rennen um die übrigen Startplätze. Während Uruguay mit 31 Punkten noch relativ sicher den zweiten Rang holen konnte, trennten den Drittplatzierten Argentinien und den Siebenten Paraguay gerade einmal vier Punkte. Kolumbien konnte sich als viertes Team ebenfalls direkt qualifizieren.

Für die Überraschung sorgte aber Peru. Die “Blanquirroja” schnappten Chile den Platz im Playoff weg. Dort konnten sie sich gegen Neuseeland durchsetzen und das Ticket nach Russland lösen. Chile, rund um die Superstars Arturo Vidal und Alexis Sanchez, muss sich nach zwei Achtelfinaleinzügen bei den letzten Weltmeisterschaften mit der Zuschauerrolle begnügen.


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2. Afrika — CAF (Confederation of African Football)

In Afrika werden zunächst zwei Qualifikationsrunden gespielt. Die Gewinner aus Runde zwei treffen anschließend in Vierergruppen aufeinander. Der Sieger jeder Gruppe fährt schlussendlich nach Russland. In den ersten zwei Runden gab es keine Überraschungen. Es setzten sich jeweils die Favoriten durch. Nun begann die heiße Gruppenphase.

Mit Nigeria, Kamerun und Algerien wurden gleich drei WM-Teilnehmer von 2014 in eine Gruppe gelost. Die “Super Eagles” konnten sich dabei gegen enttäuschende Algerier und schwache Kameruner souverän durchsetzen. Senegal gewann seine Gruppe ohne Komplikationen, für eine Überraschung sorgte Marokko, das die Elfenbeinküste hinter sich ließ. Die Ivorer fahren somit zum ersten Mal seit 2006 nicht zu einer WM. Wesentlich spannender ging die Qualifikation für Tunesien über die Bühne. Gegen ein starkes Team aus der Demokratischen Republik Kongo konnte man sich lediglich mit einem Punkt Vorsprung durchsetzen.

Wie emotional und wichtig eine Qualifikation für ein Land sein kann, zeigte Ägypten. Der krisengeschüttelte Staat, der seit 2011 mit politischen Unruhen zu kämpfen hat, konnte sich zum ersten Mal seit 1990 wieder für eine Endrunde qualifizieren. Starspieler Mohamed Salah, der als ägyptisches Aushängeschild für den FC Liverpool auf Torjagd geht, und der gesamten Mannschaft ist nach der Entscheidung am vorletzten Spieltag wahrlich ein Stein vom Herzen gefallen. Die Reaktionen von Spielern, Kommentatoren und Fans sorgten dabei für Gänsehautstimmung.

3. Nord-, Mittelamerika und die Karibik — CONCACAF (Confederation of North, Central America and Caribbean Association Football)

Dass eine Qualifikation noch mehr Hürden mit sich bringen kann, zeigt jene der Fußballverbände des CONCACAF. Ähnlich wie in Afrika treten die am schlechtesten platzierten Nationen der FIFA-Weltrangliste in den ersten drei Runden gegeneinander an. Dabei ermitteln hier 29 Staaten gerade einmal sechs Plätze für die vierte Runde, welche aus einer Gruppenphase von drei Vierergruppen besteht.

Die beiden Gruppenersten qualifizieren sich schlussendlich für die alles entscheidende fünfte Hauptrunde. Diese wird in einem Ligaformat abgehalten, wo sechs Nationen in Hin- und Rückspielen drei Fixstarter ermitteln. Der vierte Platz spielt in einem Playoff-Match gegen einen Vertreter aus der Asien-Qualifikation. In der Gruppe setzte sich Mexiko vor Costa Rica und Panama durch, das sich aufgrund der besseren Tordifferenz vor Honduras zum ersten Mal überhaupt für eine WM qualifizieren konnte.


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Wo aber steckt der Dauergast bei Weltmeisterschaften, die USA? Nach einer verheerenden Qualifikation mit nur zwölf Punkten in der letzten Gruppenphase schafften die “Soccer Boys” nicht einmal den Einzug in das Playoff. Mit einem Sieg gegen Trinidad und Tobago hätte man das Ticket gelöst. Auch eine Niederlage wäre genug gewesen, mussten die Kontrahenten aus Panama und Honduras doch gegen die starken Mexikaner und Costa Ricaner antreten.

Es lief aber alles schief, was an einem Abend nur schieflaufen kann. Der eigenen schlechten Leistung steht ein Phantom-Tor gegenüber, dass in die Geschichtsbücher des panamaischen Fußballs einging.

4. Asien — AFC (Asian Football Confederation)

Nach einer ersten K.-o.-Runde der am schlechtesten platzierten Nationen kommt es in Asien zu einer zweiten Runde in Form einer Gruppenphase. Die Erstplatzierten der acht Gruppen qualifizieren sich fix für die dritte Hauptrunde. Zu diesen gesellen sich außerdem die vier besten Zweitplatzierten. Danach kommt es zum Showdown, aufgeteilt in zwei Sechsergruppen.

Die Plätze eins und zwei garantieren eine WM-Teilnahme. Schlussendlich konnte sich in der ersten Gruppe der Iran ziemlich souverän vor allen anderen durchsetzen. Der Kampf um Platz zwei war heiß, mit Südkorea, Syrien, China und Usbekistan matchten sich gleich vier Nationen um einen Fixplatz. Am Ende konnte sich Südkorea über den zweiten Platz freuen und darf nach Russland fahren.

In der zweiten Gruppe setzten sich drei Mannschaften vom Rest ab. Dabei konnte Japan das Ticket zur WM bereits am vorletzten Spieltag buchen. Nur aufgrund der besseren Tordifferenz setzte sich Saudi-Arabien am Ende vor Australien durch.

Die “Socceroos” mussten in das Playoff. Zunächst ging es gegen Syrien heiß her, das trotz der Unruhen im eigenen Land einen beachtlichen dritten Platz holen konnte. Das Hinspiel endete 1:1, das gleiche Ergebnis brachte auch das Rückspiel. In der Verlängerung setzten sich die erfahreneren Australier durch.

Dem nicht genug, stand einen Monat später mit Honduras die letzte Hürde vor der Tür. Nach einem 0:0 in Honduras folgte ein australischer Fußballabend vom Feinsten. Mile Jedinak avancierte zum Matchwinner. Mit einem Freistoßtor und zwei verwandelten Elfmetern in der zweiten Halbzeit ließ der Bärtige die australischen Fußballherzen höher schlagen.

Nun stehen sie also fest, die 32 Teilnehmer der 21. Weltmeisterschaft in Russland. Alle Nationen werden sich nun gründlich auf das bedeutendste Turnier im internationalen Fußball vorbereiten. Wer wird sich die Trophäe holen? Wer sorgt für eine Überraschung? Wie werden die Gruppen aussehen? Fragen über Fragen, die wir uns in den nächsten sieben Monaten stellen werden. Die Sportredaktion von kultort.at freut sich jedenfalls schon jetzt auf das Fußballspektakel im Jahr 2018.

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[Foto:Tsutomu Takasu/Flickr (Okazaki)/CC BY 2.0/Nazionale Calcio/Flickr (Neymar)/CC BY 2.0/Mustapha Ennaimi/Wikimedia (Benatia)/CC BY 2.0/Illustration von James P. Platzer]

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