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NFL, Woche 12: Philadelphia dominiert erneut, Cleveland bleibt ein Trauerspiel

Die größten Gewinner und Verlierer des zwölften Spieltages in der National Football League

NFL, Woche 12: Philadelphia dominiert erneut, Cleveland bleibt ein Trauerspiel 27. November 2017Leave a comment

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Von athletischen Höchstleistungen über atemberaubende Finishs bis zu höchst amüsanten Touchdown-Celebrations — die National Football League (NFL) ist die wahrscheinlich faszinierendste Sportliga der gesamten Welt. Damit ihr keinen der wichtigsten und kuriosesten Momente der Sonntagsspiele verpasst, bringt euch kultort.at wöchentlich die größten Gewinner und Verlierer. 

Gewinner: Philadelphia Eagles

Die Philadelphia Eagles bleiben das Gesprächsthema der diesjährigen NFL-Saison. Erneut gab man sich überhaupt keine Blöße, mit einer ausgeglichenen Teamleistung konnte ein sicherer 31:3-Heimsieg gegen die Chicago Bears eingefahren werden. Die Eagles verbessern ihre Bilanz auf zehn Siege bei einer Niederlage. Die letzten beiden Male, als Philadelphia einen derartigen Record hatte, schafften sie es jeweils in den Superbowl, was auch heuer als eine sehr realistische Möglichkeit angesehen werden muss.

Quarterback Carson Wentz und Co. gewinnen nicht nur ein Spiel nach dem anderen — nein, sie dominieren diese nach Belieben und lassen Woche für Woche keine Zweifel daran, wer das bessere Team auf dem Platz ist. So erzielt Philadelphia im Schnitt 14,5 Punkte mehr als das gegnerische Team. Alleine in den letzten drei Spieltagen gewann man jeweils mit einem Vorsprung von 28 Punkten. Kein Wunder also, dass den Spielern an der Seitenlinie etwas langweilig werden kann und man eine Runde Tic-Tac-Toe spielen möchte:

Gewinner: Division-Erstplatzierte

Einige der anderen Spitzenteams konnten ebenfalls überzeugende Leistungen abliefern. So kam es in Los Angeles zum Aufeinandertreffen zweier Division-Leader in der NFC: den L.A. Rams und den New Orleans Saints. In diesem sehr attraktiven Spiel ging der Sieg mit 26:20 an das Heimteam aus Kalifornien. Rams-Quarterback Jared Goff (354 Yards, zwei Touchdowns) strotzte erneut voller Selbstvertrauen und Rookie-Passfänger Cooper Kupp (116 Yards, acht Catches) gilt neben Adam Thielen (Minnesota) als eine der größten Überraschungen auf der Receiver-Position. Für New Orleans gibt es aber keinen Grund zur Sorge. Mit acht Siegen und drei Niederlagen führen sie immer noch in der NFC-South.

Apropos NFC: Alle vier aktuellen Division-Erstplatzierten schafften es letztes Jahr nicht einmal in die Playoffs, was für den gegenwärtigen unberechenbaren Charakter der NFL spricht.

Screenshot via NFL Game Pass

In der AFC sieht es derweilen immer noch nach einem Conference-Finale zwischen den New England Patriots und den Pittsburgh Steelers aus. Die Patriots cruisten mit 35:17 über die Miami Dolphins, Pittsburgh musste gegen Green Bay zwar etwas länger zittern, sicherte sich mit einem Field Goal am Ende aber den Sieg. Beide Teams haben nun eine Bilanz von neun Siegen und zwei Niederlagen.

Verlierer: Cleveland Browns

Wir alle wissen, dass die Cleveland Browns eine wahrhaftige Katastrophe sind. Nach der 16:30-Niederlage gegen die Cincinnati Bengals ist das Team aus Ohio weiterhin ohne Sieg. Das letzte NFL-Team, das eine ganze Saison lang kein einziges Spiel gewinnen konnte, waren die Detroit Lions 2008. Mit solch einem Negativrekord möchte man einfach nicht in Verbindung gebracht werden. Hier sind die verbleibenden fünf Gegner der Browns:

  • L.A. Chargers (Auswärts)
  • Green Bay (Heim)
  • Baltimore (Heim)
  • Chicago (Auswärts)
  • Pittsburgh (Auswärts)

Bis auf Green Bay und Chicago sind das alles Teams mit Playoff-Ambitionen — und die Bears haben diese Saison schon öfters gezeigt, dass sie ein unangenehmer Kontrahent sein können. Also liebe Browns-Fans, kreist euch den 10. Dezember im Kalender rot ein, wenn euer Team zuhause auf Aaron-Rodgers-lose Green Bay Packers treffen wird. Klappt es gegen die “Cheeseheads” nicht mit einem Sieg, dann sieht es stark nach 0-16 aus.

Gewinner: Mohamed Sanu

In der NFC South trafen die Atlanta Falcons auf die in dieser Saison enttäuschenden Tamba Bay Buccaneers. Für die Aktion des Spieles sorgte Falcons-Receiver Mohamed Sanu, der bei einem Trick-Spielzug zuerst den Ball beinahe verlor, dann aber eine wahre 51-Yards-Touchdown-Bombe zu Julio Jones warf:

Das ist der bereits sechste Passversuch in der NFL-Karriere von Sanu, alle sechs kamen an den Mitspieler, drei davon für einen Touchdown. Deshalb hat der eigentliche Passfänger auch ein perfektes Passer Rating von 158,3. Kein Wunder also, dass es nach dem Spiel zu Headlines kam, wie “Falcons Receiver Mohamed Sanu Is a Better Passer Than Half the Quarterbacks in the NFL”.

Screenshot via NFL Game Pass

Auch wenn es bis ins letzte Viertel noch ein One-Possession-Game war, konnte Atlanta letztendlich mit 34:20 gewinnen und hat nun sieben Siege und vier Niederlagen. Julio Jones sorgte ebenfalls für Schlagzeilen, fing für 253 Yards und erzielte zwei Touchdowns.

Verlierer: John Fox

Von den Chicago Bears konnte man sich in dieser Spielzeit wirklich nicht viel erwarten, nach elf Spielen wurden zumindest drei davon gewonnen. Wer die Fangemeinde der Bears aber besonders wütend macht, ist Cheftrainer John Fox. Auch diese Woche sorgte der 62-Jährige für eine Aktion, bei der man am liebsten mit dem Facepalm-Emoji reagieren möchte:

Ein Shoutout an diesen Bears-Fan, der dem Logo des Webbrowsers Mozilla Firefox eine ganz neue Bedeutung gibt:

Gewinner: Tyrod Taylor

Es ist immer noch schwer zu glauben: Vor dem letzten Spieltag lagen die Buffalo Bills auf einem Playoff-Platz, entschieden sich aber dazu, einen Quarterback-Wechsel zu machen und mit dem Rookie Nathan Peterman zu beginnen. Zwei Spielviertel und fünf Interceptions später war Tyrod Taylor wieder zurück am Feld, für einen Comeback-Sieg war es in Woche 11 aber zu spät.

Unter der Woche wurde Taylor wieder als Nummer eins verkündet — es folgte ein Sieg für Buffalo. Gegen die Kansas City Chiefs war Taylor zwar nicht der Hauptgrund für den 16:10-Triumph, das gesamte Team wirkte allerdings um einiges selbstsicherer und dank einer starken Defensivleistung konnte der Erfolg eingefahren werden.

Die Chiefs scheinen aus der Krise nicht herauszukommen, haben nun fünf der letzten sechs Spiele verloren. Kansas City führt zwar weiterhin die AFC West an, die Los Angeles Chargers befinden sich aber derzeit in starker Form und rollen mit Momentum in die letzte Phase der Regular Season:

Screenshot via espn.com

Gewinner: Jimmy Garoppolo

Es ist bereits beinahe ein Monat her, als Quarterback Jimmy Garoppolo von New England zu den San Francisco 49ers getradet wurde. Seitdem verspürt man in der Bay Area einen Optimismus, den die Niners-Fans seit der Colin-Kaepernick-Ära nicht mehr ausgestrahlt hatten.

Keine Frage, San Francisco ist mit einer Bilanz von zehn Niederlagen in elf Spielen weiterhin eines der schlechtesten Teams der gesamten Liga. Daher hat man auch keinen Druck, Garoppolo mit Zwang in die Startaufstellung zu befördern, sondern nähert den Hoffnungsträger mit Bedacht an das komplexe Offensivsystem von Headcoach Kyle Shanahan.

Am Sonntag bei der klaren 13:24-Niederlage gegen die Seattle Seahawks musste Garoppolo in den letzten 67 Spielsekunden allerdings doch schon aufs Feld, nachdem sich der bisherige 49ers-Spielmacher C.J. Beathard eine Beinverletzung zuzog. Jimmy konnte seinen Erwartungen gleich gerecht werden:

Seine eleganten Bewegungen in der Pocket und der präzise Wurf erinnern stark an einen jungen Tom Brady, hinter dem Garoppolo in New England seit 2014 lernen konnte. Ob der 26-Jährige nun bereits nächste Woche von Beginn an spielen wird, steht noch nicht fest, doch blicken 49ers-Fans voller Vorfreude auf die nächste Ära in San Francisco.

“WTF”: Michael Crabtree und Aqib Talib

Die Oakland Raiders und die Denver Broncos sind zwei der größten Enttäuschungen in diesem Jahr, so unattraktiv war auch ihr Match am Sonntag in Oakland. Entstand: 21:14 für die Raiders.

Für Schlagzeilen sorgte allerdings das Aufeinandertreffen zwischen Raiders-Receiver Michael Crabtree und Broncos-Cornerback Aqib Talib, die sich bereits seit der letzten Spielzeit nicht leiden können:

So war es keine Überraschung, dass sich die beiden auch diesmal wieder in die Haare gerieten. Ladies and Gentleman, die beiden Gewinner unseres “WTF”-Awards aus Woche 12:

Johannes auf Twitter: @Joe_Pressler

[Foto: Keith Allison/Flickr/CC BY-SA 2.0]

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