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Drei der schwächsten NBA-Teams und wie es wieder aufwärts gehen könnte

Wie die Dallas Mavericks, Chicago Bulls und Sacramento Kings wieder in die Erfolgsspur finden könnten

Drei der schwächsten NBA-Teams und wie es wieder aufwärts gehen könnte 29. November 2017Leave a comment

Redakteur

Die NBA-Saison ist noch keine zwei Monate alt, für einige Teams scheinen die Playoffs aber schon jetzt unerreichbar. Grund genug, drei der schlechtesten Teams unter die Lupe zu nehmen. Für wen kann es bald wieder nach oben gehen und wer hat noch jede Menge Arbeit vor sich?

1. Dallas Mavericks

Aktuelle Bilanz: 5 Siege, 16 Niederlagen (Platz 28)
Letzte Playoff-Teilnahme: 2016 (Aus in Runde 1)
Teuerster Spieler: Harrison Barnes (23,1 Millionen US-Dollar)

Seit dem Titelgewinn 2011 wartet man in Dallas vergeblich auf die nächste Erfolgsgeschichte. Immer wieder wurden große Namen gehandelt, am Ende aber nur mittelmäßige Spieler verpflichtet — darunter Chandler Parsons, Rajon Rondo oder Tyson Chandler. Die einzige Konstante im Kader ist und bleibt NBA-Legende Dirk Nowitzki. Sein nahendes Karriereende wird deshalb zum Ausgangspunkt in der Zukunftsplanung von General Manager Donnie Nelson und Besitzer Mark Cuban.

Mit Harrison Barnes, Yogi Ferrell und Rookie Dennis Smith Jr. steht ein junger Kern zur Verfügung, der in dieser Saison zusammenwachsen soll und das Fundament der Mavs-Zukunft bildet. Ergänzt wird der Kader von erfahrenen Spielern wie J.J. Barea, Wesley Matthews oder Devin Harris, die ihren Zenit allerdings etwas überschritten haben. Weiterhin ungeklärt bleibt die Situation um Center Nerlens Noel, der vor der Saison eine Vertragsverlängerung abgelehnt hat und bei Headcoach Rick Carlisle offensichtlich in Ungnade gefallen ist. Er könnte dem Team vor allem defensiv helfen und somit eine große Schwachstelle schließen.

That young core is what we want to continue to build on, grow with and hopefully surprise a lot of people.
— Mark Cuban

Jedoch dürften die Mavericks auch in Zukunft keine Anlaufstelle für große Free Agents werden. Stattdessen sollten die Verantwortlichen ihren jungen Kern wie bisher mit erfahrenen Veteranen bestücken und auf einen natürlichen Entwicklungsprozess vertrauen.

Mit Smith Jr. steht ein Point Guard in den eigenen Reihen, der zu den besten Spielern seiner Draft-Klasse heranreifen kann. Barnes kann an beiden Enden des Feldes dominieren und in den nächsten Jahren verfügen die Mavericks über alle eigenen Erstrunden-Draft-Picks. Ob diese für Trades oder zur Verjüngung des Kaders eingesetzt werden, kann man in der schnelllebigen NBA nie sagen.

Sobald Nowitzki die Basketballschuhe an den Nagel hängt, beginnt in Dallas eine neue Zeitrechnung. Bis die erhoffte Entwicklung zu sichtbaren Resultaten und einem Platz unter den besten acht Teams im NBA-Westen führt, dürften allerdings noch zwei bis drei Jahre vergehen. Als Fan der Mavs kann man sich trotzdem auf das ein oder andere Highlight von Smith, Barnes und Co. freuen.

2. Chicago Bulls

Aktuelle Bilanz: 3 Siege, 16 Niederlagen (Platz 30)
Letzte Playoff-Teilnahme:
2017 (Aus in Runde 1)
Teuerster Spieler: Robin Lopez (13,8 Millionen US-Dollar)

Den Verantwortlichen um General Manager Gar Forman und Berater John Paxson —  auch als “GarPax” bekannt — wird schon lange Planlosigkeit vorgeworfen. Was die beiden in diesem Transfersommer entschieden, dürfte die einst stolze Franchise jedoch um Jahre zurückgeworfen haben.

Der langjährige Leistungsträger und Publikumsliebling Jimmy Butler wurde für Kris Dunn, Zach LaVine und einen Erstrunden-Pick nach Minnesota verschifft. Auch Lokalheld Dwyane Wade hatte nach nur einer Saison genug gesehen und verließ Chicago in Richtung Cleveland. Zurück blieb jede Menge NBA-Mittelmaß in Form von Robin Lopez, Justin Holiday und Jerian Grant.

Hinter Überathlet LaVine steht nach überstandenem Kreuzbandriss ein großes Fragezeichen, Bobby Portis und Nikola Mirotic gerieten im Training aneinander und Wade kritisierte schon in der vergangenen Saison die mangelnde Einstellung einiger Spieler. In Chicago regiert das Chaos.

I’m 35 years old, man. I’ve got three championships. It shouldn’t hurt me more than it hurts these young guys. It has to hurt inside to lose games like this.
— Dwayne Wade

Einziger Lichtblick in Illinois ist momentan Power Forward Lauri Markkanen, der siebte Pick des vergangenen Drafts. Viele Experten waren sich uneinig, ob er überhaupt in der NBA Fuß fassen kann. Mit 14,4 Punkten und 8,3 Rebounds zeigt er aber deutlich, dass er dem Druck gewachsen ist. Sobald er sich an das körperliche Spiel in der besten Liga der Welt angepasst hat und seine Dreier-Quote (34,9 %) an alte College-Zeiten (42,3 %) angleichen kann, könnte er zum neuen Gesicht der Franchise heranreifen.

Neben Markkanen stehen mit Zweitjahresprofi Denzel Valentine, Dunn und LaVine zumindest auf dem Papier einige talentierte Spieler im Kader. Ob Headcoach Fred Hoiberg damit erfolgreich arbeiten kann, bleibt abzuwarten. Selbst in seinem dritten Jahr an der Seitenlinie ist noch keine klare Handschrift erkennbar. Unter dem einst als Offensiv-Guru gefeierten Coach gehörte das Team im Offensiv-Rating immer zu den zehn schlechtesten Teams der Liga. Momentan rangieren die Bulls hier mit Abstand auf dem allerletzten Platz.

In Chicago ist (seit Jahren) kein klares Konzept erkennbar und ein Rebuild ist kein Selbstläufer. Das müssen auch die Verantwortlichen einsehen, sich endlich für einen Weg entscheiden und diesen konsequent gehen. Wie so etwas funktioniert, lässt sich momentan in Philadelphia beobachten. Bis die Fans in der “Windy City” wieder Playoff-Luft schnuppern können, dürften allerdings noch einige Saisonen verstreichen.

3. Sacramento Kings

Aktuelle Bilanz: 6 Siege, 15 Niederlagen (Platz 27)
Letzte Playoff-Teilnahme:
2006 (Aus in Runde 1)
Teuerster Spieler: George Hill (20 Millionen US-Dollar)

Knapp sieben Monate nach dem spektakulären Trade von DeMarcus Cousins scheint sich dieser Deal als gelungener Schachzug erwiesen zu haben. Abseits des Parketts ist in Sacramento endlich Ruhe eingekehrt und das Management hat seine Hausaufgaben gemacht. Die Kings zählen sogar zu den heimlichen Gewinnern des Transfersommers.

Buddy Hield, der mit einigen Picks für Cousins nach Sacramento kam, konnte immer wieder andeuten, welches Potenzial in ihm steckt. Mit gerade einmal 23 Jahren hat er auf der Position des Shooting Guards noch lange nicht alle Facetten des Spiels verinnerlicht. Im Draft verstärkten sich die Kings außerdem auf fast allen Positionen. Mit De’Aron Fox (Point Guard, 5. Pick), Justin Jackson (Small Forward, 15. Pick), Harry Giles (Power Forward/Center, 20. Pick) sowie Frank Mason III (Point Guard, 34. Pick) wurden vielversprechende Talente geholt, die zukünftig den Kern des Teams bilden sollen. Hinter der Gesundheit von Giles steht leider noch ein großes Fragezeichen, einige Experten hätten ihn verletzungsfrei sogar in den Top 5 gesehen.

We had to learn how to win. And that’s what these young guys are now trying to learn.
— Vince Carter

Bis die vielen Talente zusammenwachsen und genügend Erfahrung besitzen — acht Spieler sind Erst- oder Zweitjahresprofis — sollen Veteranen wie Zach Randolph (36 Jahre alt), Vince Carter (40) und George Hill (31) als Mentoren vorangehen. Mit Dave Joerger steht seit 2016/17 ein Coach an der Seitenlinie, der trotz seines jungen Alters bereits auf einige Playoff-Erfolge mit den Memphis Grizzlies zurückblicken kann. Unter ihm wird ehrliche Defensivarbeit und Disziplin groß geschrieben, die jungen Spieler müssen sich ihre Minuten hart verdienen.

In der kalifornischen Hauptstadt wird akribisch an der ersten Playoff-Teilnahme seit 2006 gearbeitet. Es stehen hoffnungsvolle Talente und gestandene Spieler zur Verfügung, gecoacht von einem Trainer, der sein Handwerk versteht und dem Team endlich einen eigenen Charakter verpassen kann. Die Segel in eine erfolgreichere Zukunft sind gesetzt. Bis am Horizont die Playoffs auftauchen, muss die Franchise allerdings noch den ein oder anderen Sturm überstehen — der schlechte Saisonstart dürfte nur einer davon sein.

Stand aller angegebenen Statistiken: 29.11.2017

Nicolas auf Twitter: @threecolas

[Foto: Keith Allison/Flickr (Nowitzki)/CC BY-SA 2.0/Erik Drost/Flickr (Grant)/CC BY 2.0/ChristopherM01/Flickr (Hield)/CC BY-SA 2.0/Illustration von James P. Platzer]

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