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NFL, Woche 15: Patriots besiegen Steelers, Antonio Brown verletzt

Die größten Gewinner und Verlierer des 15. Spieltages in der National Football League

NFL, Woche 15: Patriots besiegen Steelers, Antonio Brown verletzt 18. Dezember 2017Leave a comment

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Von athletischen Höchstleistungen über atemberaubende Finishs bis zu höchst amüsanten Touchdown-Celebrations — die National Football League (NFL) ist die wahrscheinlich faszinierendste Sportliga der gesamten Welt. Damit ihr keinen der wichtigsten und kuriosesten Momente der Sonntagsspiele verpasst, bringt euch kultort.at wöchentlich die größten Gewinner und Verlierer.

Gewinner: New England Patriots

In Pittsburgh kam es zum Aufeinandertreffen zwischen den beiden besten Teams in der AFC, den Pittsburgh Steelers und den New England Patriots. Geht man davon aus, dass beide Teams ihre restlichen Spiele gewinnen, ging es in diesem Match um den Heimvorteil in den gesamten AFC-Playoffs. Darum überraschte es überhaupt nicht, dass sich dieses Schlagerspiel bereits wie ein Playoff-Match-Up anfühlte.

Obwohl die Steelers über die meiste Zeit wie die bessere Mannschaft aussahen, entschied sich das auf Puls 4 übertragene Spiel erst in den letzten Sekunden. Für die wichtigsten Offensivaktionen New Englands sorgte Tight End Rob Gronkowski (168 Yards, neun Catches), der eine seiner besten Performances seit Jahren ablieferte.

Mit rund 60 Sekunden zu spielen hatte Pittsburgh aber noch die Chance, mit einem Touchdown das Spiel zu drehen. Nach einem 69 Yards langen Catch und Lauf von JuJu Smith-Schuster folgte der vermeintliche Touchdown-Pass zu Jesse James … so glaubte man zumindest:

Der Catch wurde als incomplete gewertet. Dies ist nur eines von unzähligen Beispielen, das unterstreicht, wie unsicher sich beinahe die gesamte Football-Welt ist, was als gültiger Catch angesehen wird und was nicht. Es ist wahrlich eine der kontroversesten Regeln im Profi-Sport.

Auf diesen Schiedsrichter-Call folgte eine fürchterliche Wurf-Entscheidung von Ben Roethlisberger, der mitten in einen Spot voller Patriots-Verteidiger warf und interceptet wurde. 27:24 für New England sowie die erste Platzierung und der Division-Sieg in der AFC East.

Verlierer: Antonio Brown

Dieses Spiel wird Steelers-Fans aber nicht nur aufgrund der letzten Spielminuten bitter in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen der Verletzung ihres Star-Receivers Antonio Brown. Im zweiten Viertel kollidierte sein Fuß mit zwei Gegenspielern und Brown musste das Spielfeld verlassen.

Wie Adam Schefter von ESPN berichtet, erlitt der bis dato MVP-Kandidat eine mittelschwere Wadenmuskelverletzung. Die Steelers gehen davon aus, dass Brown zumindest nächste Woche pausieren muss, für die Playoffs aber wieder zurückkommen könnte.

Vor seiner Verletzung schrieb der 29-Jährige aber noch ein kleines Stück Football-Geschichte. So ist Brown der erste Receiver mit mindestens 100 Catches in fünf aufeinanderfolgenden Saisonen.

Gewinner: Los Angeles Rams

In Seattle kam es zu einem Statement-Game, wie man es in diesem Ausmaß nur selten sieht. Die Los Angeles Rams dominierten von Beginn an und ließen einem verzweifelten Seattle nicht den Hauch einer Chance im Kampf um die Spitze in der NFC West. Bereits zur Halbzeit stand es 34:0 für die Rams, der zweithöchste Halbzeitrückstand in der Franchise-Geschichte der Seahawks. In der zweiten Hälfte ging man das Ganze etwas ruhiger an — Endstand: 42:7 für Los Angeles.

Runningback Todd Gurley (180 Yards, vier Touchdowns) legte erneut eine Pro-Bowl-Performance hin und Defensive Tackle Aaron Donald (drei Sacks) bewies ein weiteres Mal, warum er der derzeit beste Verteidiger in der NFL ist. Jared Goff musste nur für gemütliche 120 Yards werfen, so stark zeigte sich der Rest der Mannschaft.

Die Rams verbessern ihre Bilanz auf zehn Siege und vier Niederlagen und sehen nun wie der sichere Sieger der NFC West aus. Seattle (acht Siege, sechs Niederlagen) hat trotz dieser blamablen Leistung weiterhin realistische Chancen auf die Playoffs, ist aber davon abhängig, dass die Atlanta Falcons zumindest zwei ihrer drei verbleibenden Spiele verlieren.

Verlierer: Aaron Rodgers

Sein Comeback hätte sich der Star-Quarterback wohl etwas anders vorgestellt. Nachdem sich Rodgers Mitte Oktober das Schlüsselbein gebrochen hatte, gelang es Green Bay ohne ihren Franchise-Player, die Chance für die Postseason zumindest aufrechtzuerhalten. Am Sonntag gegen die Carolina Panthers tat man sich über weite Strecken der Partie sehr schwer, Rodgers verursachte insgesamt für drei Interceptions und man verlor 24:31. Gewinnt Atlanta am Montag gegen die Tampa Bay Buccaneers, ist die Saison der Packers vorbei.

Panthers-Quarterback Cam Newton (242 Yards, vier Touchdowns) auf der anderen Seite kommt immer besser in Fahrt. Dasselbe gilt für Rookie-Runningback Christian McCaffrey, der ein immer wichtiger werdender Teil der Carolina-Offense wird. Die Panthers haben nun zehn Siege und vier Niederlagen und befinden sich auf einem Wild-Card-Platz in der NFC. Ihre letzten beiden Gegner sind Tampa Bay (zuhause) und Atlanta (auswärts).

Gewinner: Minnesota und Jacksonville

Nachdem sich die Philadelphia Eagles die NFC East bereits am letzten Spieltag sichern konnten, gehen aus Woche 15 neben New England zwei weitere fixe Playoff-Teams hervor.

Die Minnesota Vikings gaben sich gegen die Cincinnati Bengals mit einem 34:7-Heimsieg gar keine Blöße und gewinnen die NFC North. Nach derzeitigem Stand hätte man sogar ein Bye in der ersten Playoff-Runde. Besonders schön zu sehen war der Auftritt von Teddy Bridgewater, welcher in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kam, als das Spiel bereits entschieden war. Es war sein erstes Spiel seit rund 24 Monaten, nachdem er sich im August 2016 eine schwere Knieverletzung zuzog. So störte es kaum jemanden, dass sein erster Wurfversuch gleich ein Ballverlust war.

Ebenfalls etwas zu feiern haben die Jacksonville Jaguars. Nach ihrem 45:7-Blowout gegen die Houston Texans ist es nun offiziell, dass die Jaguars zum ersten Mal seit 2007 in die Playoffs einziehen werden. Mit 326 Yards, drei Touchdowns und einem phänomenalen Quarterback Rating von 96,1 spielt Blake Bortles derzeit so gut wie noch nie in seiner vier Jahre andauernden NFL-Karriere. Unterstützt von einer dominanten Verteidigung könnte Jacksoville in den Playoffs ein sehr unangenehmer Gegner werden.

“WTF”: ein Stück Papier

Das Nachtspiel zwischen den Oakland Raiders und den Dallas Cowboys war bis zum Ende eine enge Partie. Nach einem unglücklichen Ballverlust von Raiders-Quarterback Derek Carr behielt Dallas mit 20:17 die Oberhand, die Playoff-Chancen der Cowboys sind weiterhin aufrecht. Die Raiders in ihrem letzten Jahr in Oakland — ab nächster Saison spielt man in Las Vegas — können die Postseason nicht mehr erreichen.

Für den amüsanten “WTF”-Moment der Woche sorgte Referee Gene Steratore. Als er sich im letzten Viertel nicht sicher war, ob Dallas das First Down erreicht hatte oder nicht, packte er ein Stück Papier aus und nutzte es als Messinstrument. Da musste selbst der erfahrene Schiedsrichter ein bisschen Schmunzeln:

Johannes auf Twitter: @Joe_Pressler

[Foto: Alan Kotok/Flickr/CC BY 2.0]

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