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Fünf Dinge, die wir uns von der NBA zu Weihnachten wünschen

Ein vorweihnachtlicher Wunschzettel an die beste Basketballliga der Welt

Fünf Dinge, die wir uns von der NBA zu Weihnachten wünschen 20. Dezember 2017Leave a comment

Nicht mehr lange, dann kehrt die weihnachtliche Besinnlichkeit ein und wir dürfen uns mit vollgeschlagenen Bäuchen auf die NBA Christmas Games freuen. Bis dahin ist zum Glück noch genug Zeit, um einen hoffnungsvollen Wunschzettel an die Association zu richten.

1. Erweiterung der Liga auf 32 Teams

Ein wichtiges Thema — bei dem Europa leider keine Rolle spielt — ist die Erweiterung der Liga auf 32 Teams. Dabei ist es völlig egal, ob ehemals beliebte Franchises in Seattle oder Vancouver wiederbelebt werden oder aufstrebende Städte wie Louisville ein neues Team erhalten. Die NBA sollte sich mit den Teambesitzern einigen und sich dieser unvermeidbaren Herausforderung stellen.

“I don’t want to put a precise timeline on it, but it’s inevitable at some point we’ll start looking at growth of franchises.”
— Adam Silver, NBA-Commissioner

Kaum eine Sportliga boomt so sehr, wie die NBA. In den kommenden acht Jahren spülen die Fernsehrechte über 20 Milliarden US-Dollar in die prall gefüllten Kassen, die letztjährigen NBA-Finals hatten die höchsten Einschaltquoten seit 1998 und im Gegensatz zur NFL muss sich die Liga mit deutlich weniger Skandalen und Problemen herumschlagen. Es wäre also nur richtig, diese Chance zu ergreifen und die Fanbasis mit (alten) neuen Teams zu erweitern.

Unter all den Kandidaten wird vor allem Seattle immer wieder als Möglichkeit genannt. Die SuperSonics waren 41 Jahre lang essenzieller Bestandteil der Liga und hätten alleine deshalb einen gewissen Retro-Charme. Für die Fans wäre eine Erweiterung der Liga deshalb das ultimative Weihnachtsgeschenk.

2. Mehr Geduld mit Rookies

Rund um die Weihnachtszeit kommt in jeder NBA-Saison der Zeitpunkt, an dem die ersten hochgelobten Rookies an ihre Grenzen stoßen. Medien und (viele) Fans stürzen sich erbarmungslos auf jede Schwäche und diskutieren bereits nach wenigen Spielen, ob Lonzo Ball den zweiten Darft-Pick wert war oder ob Malik Monk hinter Treveon Graham aus der Rotation verschwinden sollte.

An Bulls-Forward Lauri Markkanen wurde bereits nach der Summer League gezweifelt, momentan ist er der einzige Lichtblick in Chicago. Noch schlimmer erging es Kristaps Porzingis vor zwei Jahren, als er in der Draft-Nacht von den eigenen Fans ausgebuht wurde.

Ganz klar, als Fan hat man Erwartungen an junge, talentierte Spieler. Mit guten Leistungen am College, werden sie häufig als Hoffnungsträger ihrer neuen Franchise gehandelt. Wenn sich allerdings nach knapp 25 Spielen die Umstellung von der NCAA auf die beste Basketballliga der Welt noch nicht vollzogen hat, ist das noch lange kein Grund zur Panik.


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Ja, Lonzos Wurf ist eine Zumutung. Ja, Josh Jackson dominiert nicht an beiden Enden des Feldes. Ja, Malik Monk hat Probleme zu punkten. Aber auch Kobe Bryant hat in seinen ersten 31 Spielen nur 4,4 Punkte aufgelegt. LeBron James hatte in seiner ersten Saison 4,1 Ballverluste pro Spiel. Stephen Curry spielte vier Jahre in der Liga, ehe man ihm außerhalb von San Francisco den nötigen Respekt entgegenbrachte.

Lasst uns bitte etwas mehr Geduld an den Tag legen, den jungen Spielern dabei zusehen, wie sie eigene Fehler und Schwächen erkennen und mit jeder Minute auf dem Parkett etwas besser werden. Ob am Ende ein Rollenspieler, ein All-Star oder ein Superstar dabei herauskommt, macht doch gerade den Reiz aus, die NBA über mehrere Jahre zu verfolgen.

3. Hoodie-Jerseys für die Oklahoma City Thunder

Die Reaktionen auf die T-Shirt-Trikots von Adidas waren äußerst bescheiden. Es ist also an der Zeit, den Fans und Spielern das zu geben, was sie wirklich wollen: Hoodie-Jerseys!

Als erstes Versuchskaninchen würden sich die Oklahoma City Thunder anbieten, denn der bisherige Saisonverlauf lässt stark zu wünschen übrig. Russell Westbrook spielt, wie Russell Westbrook eben spielt, Paul George und Carmelo Anthony stehen beschäftigungslos daneben und warten auf den Ball.


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Aus Anthony — der noch nie so wenige Würfe genommen hat, wie in dieser Saison — wird wieder “Hoodie Melo”. Seine Lässigkeit und das Selbstverständnis als absoluter Superstar werden lediglich von Westbrook überboten, der in den Hoodie-Jerseys die perfekte Fortsetzung seiner extravaganten Garderobe sieht. Mit den Hoodie-Jerseys kommt der Umschwung und die Thunder schaffen den Einzug in die Playoffs.

4. Mehr Fokus auf den europäischen Markt

Viele Hardcore-Fans unter euch werden gleich ein lautes “mimimi” vernehmen. Als Arbeitnehmer, der Wert auf ein intaktes Sozialleben legt, ist es unter der Woche leider unmöglich, die NBA regelmäßig live zu verfolgen. Selbst an den Wochenenden findet meist nur ein einziges Spiel statt, das vor Mitternacht beginnt.

Europäische Spieler haben spätestens seit Mitte der Neunziger stetig wachsenden Einfluss auf die NBA. In jüngster Zeit sind mit Porzingis, Giannis Antetokounmpo und Co. sogar einige Aushängeschilder der Liga europäischer Herkunft, mit Markkannen und Luka Dončić stehen weitere Talente in den Startlöchern. Die NBA ist in weiten Teilen Europas weitaus beliebter als jede andere US-Sportliga, hat aber die wenigsten Spiele vor Mitternacht. Die NFL hat sich als Sonntags-Ritual längst etabliert und selbst Baseball läuft zwischen April und Oktober zur besten Sendezeit.


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Ein weiterer Punkt, bei dem die NBA nachbessern könnte, sind Partien auf europäischem Boden. Wie kann es sein, dass die NFL mit gerade einmal 16 Heimspielen pro Team ganze vier Spiele in London austrägt, während die NBA sich ein einziges Mal die Ehre gibt? Eine Regular Season besteht aus 1.230 Spielen, der Terminkalender ist natürlich stets vollgepackt und die Reisestrapazen zwischen Europa und Nordamerika sind nach wie vor nicht zu unterschätzen.

Trotzdem gäbe es ein paar Möglichkeiten:

  • die Saison um eine weitere Woche verlängern
  • Partien vor der All-Star-Pause nach London verlegen
  • eine längere Europa-Reise mit vier Teams
  • Europa als Abschluss eines Ostküsten-Trips

Mit ein wenig Kreativität und Pioniergeist sollten die Verantwortlichen eine zufriedenstellende Lösung für alle finden.

5. Isaiah Thomas und Gordon Hayward in den Conference Finals

Die Zwangspause von Isaiah Thomas und die schwere Verletzung von Gordon Hayward begleiten uns seit dem ersten Spieltag. Die Cleveland Cavaliers und die Boston Celtics zählen zwar zu den Topfavoriten im Osten, wenn es am Ende der Saison zum Titel reichen soll, sind beide Spieler jedoch unverzichtbar.

Die Cavs könnten einen Scorer wie Thomas gut gebrauchen, Hayward würde bei den Celtics einige Schwachstellen beheben, die sich immer wieder zeigen. Was gäbe es also Schöneres, wenn beide zu den Playoffs wieder die Basketballschuhe schnüren und sich einen epischen Showdown im Osten liefern?

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[Foto: Bjørn Giesenbauer/Flickr/CC BY-SA 2.0]

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