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Die größten Tops und Flops von ‘Star Wars: Die letzten Jedi’

Neben vielen positiven Aspekten muss sich der neueste ‘Star Wars’-Film auch mit negativer Kritik auseinandersetzen

Die größten Tops und Flops von ‘Star Wars: Die letzten Jedi’ 20. Dezember 20172 Comments

Redakteur

Achtung! Im folgenden Beitrag befinden sich Spoiler zu dem Film Star Wars: Die letzten Jedi.

Episode VIII kann seit einer Woche in den österreichischen Kinos bestaunt werden. Fans und Interessierte stürmten die Kinosäle, Mitternachtspremieren waren nahezu ausverkauft — der Andrang war kaum enden wollend. kultort.at kam ebenfalls in den Genuss, Star Wars: Die letzten Jedi zu sehen.

Vorneweg sei gesagt, dass diese Episode die Fangemeinde spalten wird. Viele BesucherInnen werden nachdenklich den Kinosaal verlassen. Regisseur Rian Johnson hatte komplette “Narrenfreiheit” dabei, seine Ideen umzusetzen. Seine Handschrift und Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren, ist deutlich erkennbar. Doch wie gut ist Die letzten Jedi wirklich? Welche Momente funktionierten und welche nicht? Dazu sind hier die größten Tops und Flops der 152-minütigen Inszenierung:

Top: Mark Hamill als Luke Skywalker

Seit der finalen Szene in Das Erwachen der Macht (2015) wurde spekuliert, welche Rolle Mark Hamill im Mittelteil der neuen Trilogie einnehmen wird. So viel sei verraten: die Geschichte ist stark auf Luke Skywalker zugeschnitten. Mark Hamill konnte sich völlig austoben und zauberte eine grandiose Performance auf die Kinoleinwand. Es ist definitiv seine beste Leistung im Sternenkrieg-Universum.


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Luke lebt im Exil auf Ahch-To. Er selbst hat sich von der Macht abgewandt und sagt, dass er hergekommen ist, um zu sterben. In Rückblenden wird erzählt, wie er versuchte, eine neue Generation an Jedi-Kriegern zu unterrichten — auch seinen Neffen Ben Solo alias Kylo Ren, der Sohn von Han und Leia. Dabei scheiterte Luke kläglich und die innerliche Zerrissenheit von Kylo war so stark, dass dieser auf die dunkle Seite gewechselt ist.

Rey reiste zu dieser Insel, weil der Widerstand Hilfe benötigt. Schließlich ist Luke die letzte Hoffnung auf Frieden in der Galaxie und nebenbei möchte sie in die Geheimnisse der Macht eingeweiht werden. Der letzte Jedi-Meister schlägt dieses Angebot zunächst aus, da seine Gründe nachvollziehbar sind. Er lässt sich aber dennoch auf den Deal ein, trainiert Rey und hat sogar ein paar kurze Kampfszenen.

Flop: Gwendoline Christie und Domhnall Gleeson

Die Game of Thrones-Darstellerin Gwendoline Christie verkörpert erneut Captain Phasma. Sie ist die Ausbildnerin der “Sturmtruppen” und trägt eine chromsilberne Rüstung. Im Film erscheint sie erst sehr spät, hat wenig Screentime und stirbt viel zu schnell nach einem nicht sehr packenden Duell mit Finn (John Boyega). Das Talent von Gwendoline Christie wird leider verschwendet. Hätte sie keinen Platz in der Geschichte bekommen, wäre es niemandem aufgefallen.

Ebenfalls ein Flop ist jene Rolle, die Domhnall Gleeson verkörpert: General Armitage Hux. Schon in der ersten Szene, in welcher der Widerstand-Pilot Poe Dameron eine (kindische) Hinhalte-Taktik anwendet, wird seine Figur viel zu dumm dargestellt und fast schon ins Lächerliche gezogen. Darüber hinaus betreibt der sehr talentierte Schauspieler viel zu starkes Overactin”. Ob vom Regisseur gewollt oder nicht, auf die Dauer von über zwei Stunden war seine Performance leider nervig.

Top: Schlachten, Optik, Soundtrack

Was darf bei einem Star Wars-Film nicht fehlen? Richtig: epische Weltraumschlachten. Bereits zu Beginn erleben wir eine heftige Auseinandersetzung mit massiven Explosionen und Raumschiffduellen, bei denen der Widerstand verzweifelt versucht, gegen die Erste Ordnung zu bestehen. Diese Schlachten werden mit grandiosen Effekten in Szene gesetzt. Der Sound dröhnt lautstark aus den Kinolautsprechern, als wärst du mittendrin im Geschehen. Dabei ist es schwer, eine Szene herauszufiltern, denn der gesamte Film ist eine optische Augenweide.


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Apropos Sound: Die orchestrale Musik steuerte wieder einmal John Williams bei. Der legendäre US-amerikanische Komponist hat in bisher allen acht Episoden den Soundrack komponiert und trotz seines hohen Alters noch immer Feuer im Blut. Die gelungene Mischung aus bekannten Themes der vorhergehenden Episoden und neuen Melodien ist ein wahrer Genuss für die Ohren. Ein weiterer Beweis, dass John Williams nicht nur Star Wars-Fans eine Legende ist, sondern auch zu den ganz, ganz großen seines Faches gehört.

Flop: Casino-Planet Canto Bight

Im Mittelteil von Die letzten Jedi schickt Regisseur Rian Johnson seine Charaktere Finn und Rose (Kelly Marie Tran) auf den Planeten Canto Bight. Dort sollen sie einen sogenannten Codeknacker ausfindig machen, der auf dem Raumschiff des Bösewichts Snoke einen speziellen Tracker ausschalten kann. Diesen können sie nicht ausfindig machen, treffen stattdessen auf eine mysteriöse Figur namens DJ, der von Benicio del Toro verkörpert wird. Er hilft ihnen, später verrät er sie an die Erste Ordnung und beide werden anschließend gefangen genommen.

Dieser Szene fehlte dieses klassische Star Wars-Feeling. Darüber hinaus wurde sie zu viel in die Länge gezogen und hatte sehr wenig mit der eigentlichen Handlung zu tun. Die negative Krönung war eine nervige Verfolgungsjagd. Es ist verständlich, dass einige Figuren ein wenig Screentime brauchen und dieser Mittelteil wurde auch solide inszeniert. Jedoch hätten die Filmemacher diesen Akt entweder komplett rausschneiden oder zumindest kürzen können.

Top: Daisy Ridley und Adam Driver

Die sympathische Britin und der US-Amerikaner beweisen einmal mehr, dass sie für ihre Rollen eine perfekte Wahl sind. Vor allem Daisy Ridley zeigt als Rey abermals Grandioses. Sie macht den nächsten Schritt auf ihrem Weg zum Jedi-Krieger und geht bei Luke Skywalker ins Training. Die Macht scheint stark in ihr zu sein, doch sie weiß wenig mit ihren Kräften anzufangen. Darüber hinaus versucht sie immer noch herauszufinden, wer ihre Eltern sind. Die Spekulationen und Theorien im Vorfeld waren völlig umsonst waren. Außer, dass sie (vermutlich) Schrotthändler sind/waren, bekommen wir nur vage Informationen zu Reys Vergangenheit.

Adam Driver schlüpft wie im Vorgängerfilm in seine Rolle als Kylo Ren. Eine Figur, die immer noch hin- und hergerissen ist. Einerseits will er an die Macht, um von Snoke respektiert zu werden — andererseits steckt noch zu viel Licht in ihm und er kämpft deswegen mit seinem Gewissen. In der Schlacht gegen den Widerstand Kylo die Möglichkeit, das Mutterschiff abzuschießen. Er tut es nicht, weil seine Mutter Leia an Bord ist. Genau dieses Zögern ist der Grund, warum Snoke den Glauben an Kylo ein wenig verloren hat. Letztendlich tötet er den Anführer und steigt selbst zum Oberbösewicht der Ersten Ordnung auf.

Top und Flop: Snoke

Der britische Schauspieler Andy Serkis schlüpfte wieder in seinen Motion-Capture-Anzug und verkörperte den Obersten Anführer Snoke. Dieses Mal sehen wir ihn nicht nur als Hologramm, sondern in seiner realen Erscheinung. Durch die Darstellung von Serkis bekommt der Charakter sehr bedrohliche Momente und auch Mimik und Gestik sehen grandios aus. Snoke wirkt mysteriös und es scheint, seine Macht sei mehr als nur stark. Das sieht man speziell in einer Szene, als er ansatzlos einen Blitzstrahl aus seiner Hand schießt — oder als er Rey durch den gesamten Raum schweben lässt.


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Bei all diesen positiven Momenten muss aber auch gesagt werden, dass viele Fragen, die in Das Erwachen der Macht unbeantwortet blieben, nicht beantwortet werden. Wir wissen nach dem Film immer noch nicht, wo Snokes Wurzeln sind und warum er machtaffin ist. Zudem hat er, weil Kylo Ren ihn (viel zu leicht) tötet, sehr wenig Screentime. Man geht mit gemischten Gefühlen aus dem Kinosaal.

Die große Überraschung: Yoda

Es ging ein leises Raunen durch das Kino, als die spitzen, grünen Ohren des Jedi-Großmeisters auf der Kinoleinwand wie aus dem Nichts aufgetaucht sind. In einer sehr epischen Szene trifft Yoda auf Luke Skywalker, der im Exil auf dem Inselplaneten Ahch-To lebt. Nicht einmal die treuesten Star Wars-Fans hätten damit gerechnet. Regisseur Rian Johnson betrieb mit dieser Szene wahren Fanservice, mit dem ihm definitiv ein Überraschungseffekt gelungen ist.

Top: Der Abschied von Carrie Fisher

KinobesucherInnen und Fans betraten mit einem leicht mulmigen Gefühl den Kinosaal. Alle wussten, dass es das letzte Mal sein wird, Carrie Fisher in ihrer Paraderolle erleben zu dürfen. Als General Leia Organa bekam sie von Rian Johnson einiges an Screentime und die Schauspielerin nutzt diese, um ihre beste Leistung in einem Star Wars-Film zu zeigen. Sie bekommt nachdenkliche und lustige Momente sowie ein episches Aufeinandertreffen mit ihrem Bruder Luke. Eine kurze Dialogszene, in der Mark Hamill am Ende Carrie Fisher auf die Stirn küsst. Ein rührender Moment. Leia überlebt sogar und man verlässt mit einem zufriedenen Gefühl den Saal. Danke Carrie Fisher, mögest du in Frieden ruhen.

Thomas auf Twitter: @plapperblog

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