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Deutsche Bundesliga: Eine Bilanz der ersten Saisonhälfte

Nach 17 Spieltagen in Deutschland wird es Zeit für ein kleines Zwischenresümee

Deutsche Bundesliga: Eine Bilanz der ersten Saisonhälfte 21. Dezember 20173 Comments

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Während in vielen anderen Top-Ligen Europas der Ball weiterrollt, hat sich die deutsche Bundesliga bereits letztes Wochenende in die rund einmonatige Winterpause verabschiedet. Seit dem ersten Spieltag im August ist einiges passiert. Neben den altbekannten Gegebenheiten in der höchsten Spielklasse in Deutschland gab es heuer auch einige Überraschungen im Verlauf der ersten Saisonhälfte. Wir fassen die wichtigsten Ereignisse für euch zusammen.

Bayern München gewohnt stark — S04 zurück an der Spitze

Seit der Saison 2012/13 lacht der FC Bayern München am letzten Spieltag von der Tabellenspitze der deutschen Bundesliga. Dabei gab es in der näheren Vergangenheit kaum spannende Auseinandersetzungen um die Meisterschale. Ähnlich wird es heuer ablaufen. Die Münchener haben nämlich schon einen respektablen Vorsprung von elf Punkten auf die Zweitplatzierten des FC Schalke 04.

Screenshot via orf.at

Die Schere zwischen dem FC Bayern München und dem Rest in Deutschland scheint immer weiter auseinanderzugehen. Dem neutralen Fan wird so jegliche Spannung in der nationalen Meisterschaft genommen — abgesehen von Abstiegskampf und dem Ringen um internationale Startplätze. Die anderen vermeintlichen Topvereine in Deutschland schaffen es einfach nicht, in ähnlicher Konstanz eine derartige Stabilität herzustellen wie die Münchner. Trotz eines gewissen Umbruchs in der Mannschaft des FCB gelingt es Jupp Heynckes beinahe jedes Mal, seine Mannen richtig auf den jeweiligen Gegner einzustellen.

Für eine tolle Herbstsaison sorgten die Kicker des FC Schalke 04. Ohne Wirbel um Spieler oder Trainer konnten sie sich im oberen Tabellendrittel festsetzen. Die Schalker überwintern sogar (wieder einmal) auf dem zweiten Tabellenplatz. Dabei setzt man im Mittelfeld und im Angriff auf einen Mix aus jungen Talenten und erfahrenen Routiniers. Eine kompakte Defensive komplettiert ein stabil wirkendes Team, das sich auch zum Schluss weit oben in der Tabelle wiederfinden könnte.

Aus österreichischer Sicht erfreulich kann die Entwicklung von Guido Burgstaller beobachtet werden. Unser Nationalspieler erlebt in Gelsenkirchen einen wohl selbst nicht für möglich gehaltenen Karriereaufschwung. Durch seine regelmäßigen Torbeteiligungen wurde er schnell zum Publikumsliebling und zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft. Ein Höhepunkt im Herbst war sicherlich die Aufholjagd im Revierderby gegen Dortmund.

Krisen in Dortmund und Köln

Nach einem fulminanten Start in diese Saison war man sich in Dortmund sicher, den Bayern heuer ein Bein stellen zu können. Nach den ersten neun Spieltagen war man Tabellenführer — aber spätestens nach den beiden Champions-League-Niederlagen gegen Real Madrid und die Tottenham Hotspurs sprach man von einer Krise. Dem Team tat das gar nicht gut, man merkte sofort eine gewisse Anspannung und Unzufriedenheit.

Der damalige Trainer Peter Bosz hat es überhaupt nicht geschafft, zur Mannschaft durchzudringen. Disziplinäre Ungereimtheiten rund um Topstar Pierre-Emerick Aubameyang halfen in der Situation auch nicht weiter. Bosz wurde aufgrund der schlechten Entwicklungen entlassen und durch den in Köln zuletzt glücklosen Peter Stöger ersetzt. Der Österreicher konnte schließlich aus den letzten beiden Spieltagen vor der Winterpause noch sechs Punkte und den damit verbundenen dritten Tabellenrang holen. Dabei bleibt Stöger trotzdem selbstkritisch und weiß, dass es auch in der Winterpause noch einiges zu tun gibt.

Apropos Stöger: Die aktuelle Spielzeit hat man sich in Köln vermutlich auch anders vorgestellt. Nach der Traumsaison 2016/17, welche man auf dem fünften Tabellenrang und der damit verbundenen fixen Qualifikation für die Europa League abschloss, stellt die derzeitige Saison für den “Effzeh” einen wahren Alptraum dar. Insgesamt nur magere sechs Punkte sind gleichbedeutend mit dem letzten Platz. Man hat dem Erfolgstrainer, der die Mannschaft aus der 2. Bundesliga zurück nach Europa geführt hatte, viel Zeit gegeben. Zum Schluss war es aber zu viel des Guten — und in Zeiten von Erfolgsdruck war es nur die logische Konsequenz, sich von Stöger zu lösen. Man kann dennoch bezweifeln, dass in Köln die Saison noch gerettet und ein Abstieg vermieden werden kann.

Aussichten für das Frühjahr in der Bundesliga

Am 12. Januar startet die zweite Saisonhälfte in Deutschland. An der Tabellenspitze wird sich vermutlich nicht mehr viel ändern. Bayern wird in gewohnter Manier dem Rest der Liga davonziehen und sich am Ende den sechsten Titel in Folge holen. Dabei werden sie ihren Fokus auf die Champions League richten, ohne national irgendwelche Schwächen zu zeigen. Der Kampf um Platz zwei und die übrigen internationalen Startplätze wird dafür umso spannender. Den Zweiten Schalke 04 und den Zehnten Hertha BSC Berlin trennen gerade einmal sechs Punkte. Interessant wird es auf alle Fälle, die Entwicklung von Dortmund zu verfolgen.

Im Abstiegskampf befinden sich neben Köln wieder einmal die üblichen Verdächtigen. Dem Hamburger SV gelingt es nicht, sich aus dem Tabellenkeller zu befreien. Die Norddeutschen müssen erneut darum zittern, wenn es heißt, den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte zu verhindern. Neben den beiden Traditionsklubs müssen noch fünf weitere Vereine, darunter Werder Bremen und der VFL Wolfsburg, eine mehr oder weniger gute Frühjahrssaison spielen, um den Gang in die zweite Liga zu verhindern.

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[Foto: Screenshot via YouTube/DAZN Bundesliga]

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