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Die zehn besten Filme 2017

Wir präsentieren euch die zehn besten Werke des abgelaufenen Kinojahres

Die zehn besten Filme 2017 29. Dezember 20176 Comments

Das Beste kommt zum Schluss. Das ist nicht nur eine Tragikomödie mit Jack Nicholson und Morgan Freeman in den Hauptrollen (2007), sondern auch ein Satz, der beschreibt, dass ein bestimmtes und vor allem schönes Ereignis zu Ende geht. Das Kinojahr 2017 schließt in wenigen Tagen seine Pforten und die ersten Kinostarts 2018 stehen bereits fest. Wir von kultort.at wollen daher das abgeschlossene Jahr noch einmal Revue passieren lassen.

In diesem Jahr kam jeder Kinofan voll auf seine Kosten. Von kleinen Arthaus-Perlen (Maudie) über Superhelden-Blockbuster (Guardians of the Galaxy Vol.2) bis hin zu Animationsfilmen (Coco) wurden alle Genres bedient. Und selbstverständlich erschien auch ein neuer Star Wars-Film. Doch was waren die besten Werke in diesem Jahr? Wir haben die Antwort auf diese Frage und präsentieren euch die zehn besten Filme 2017:

10. Mein Leben als Zucchini

Das Ranking leitet dieser französisch-schweizerische Stop-Motion-Animationsfilm ein. Die Geschichte basiert auf dem Roman Autobiografie einer Pflaume, das Drehbuch schrieb die Französin Celine Sciamma. Der Titel sagt wenig aus, verschreckt vermutlich viele Leute. Doch dahinter verbirgt sich etwas Grandioses.

Erzählt wird die Geschichte eines 9-jährigen Jungen namens Zucchini, der nach dem Tod seiner Mutter in ein Kinderheim kommt und dort auf Altersgenossen trifft, deren Eltern drogensüchtig und alkoholkrank sind. Die Filmemacher gehen sehr feinfühlig mit diesen Themen um, sodass ein Streifen entsteht, der zum Nachdenken anregt. Eine Empfehlung, obwohl er mit seinen 66 Minuten etwas zu kurz ausfällt.

9. Spider-Man: Homecoming

Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft von Marvel ist zurück. Kaum hat Filmchef Kevin Feige die Zügel an der Hand, entsteht der bis dato beste Spider-Man-Film. Keine weitere Origin-Story, keine 395. Version des Spinnenbisses — Peter Parker ist bereits Spider-Man, geht zur Highschool und muss Alltag und sein Dasein als Superheld in Einklang bringen.

Tom Holland ist die perfekte Wahl als menschliche Spinne. Ihm ist anzumerken, dass er diese Rolle gerne verkörpert und Spaß am Set hat. Darüber hinaus ist es Marvel gelungen, mit Adrian Toomes alias The Vulture (großartig: Michael Keaton) wieder einen interessanten Antagonisten zu kreieren. Ein gelungener Mix aus ansehnlicher Action, einer Coming-of-Age-Geschichte und dem typischen Humor von Marvel — darüber hinaus mit Robert Downey Jr. als Iron Man.

8. Schloss aus Glas

Grandios, grandioser, Woody Harrelson. Der US-Amerikaner packt seine gesamten Schauspiel-Skills aus und beweist einmal mehr, was für ein einzigartiger Schauspieler er ist. In einem packenden Drama, welches die realen privaten Erlebnisse der Journalistin Jeannette Walls (wunderbar: Brie Larson) erzählt, verkörpert er den Vater Rex Walls.

Regie-Neuling Destin Daniel Cretton, der auch das Drehbuch schrieb, inszenierte den Film, welcher auf zwei Zeitebenen spielt. Der Wechsel zwischen dem Jahr 1989 und der Vergangenheit gelingt wunderbar und die Charaktere bekommen genug Spielraum, um sich zu entwickeln. Die emotionale Fallhöhe könnte noch höher sein und einige Figuren sind austauschbar, aber Schloss aus Glas ist Arthaus-Kino vom Allerfeinsten.

7. Manchester by the Sea

Dieses von Kenneth Lonergan inszenierte Drama gewann bei der Oscar-Verleihung zwei Statuen. Casey Affleck triumphierte in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller” und das großartige Drehbuch des Regisseurs konnte ebenfalls den Sieg einfahren. Beide Oscars waren verdient, vor allem der Amerikaner Affleck zeigte in diesem Werk seine bisher beste Performance.

Der Film handelt von einem einsamen Hausmeister, der plötzlich Vormund seines Neffen wird, da dessen Vater gestorben ist. Die Geschichte wurde hervorragend inszeniert und mit tollen Dialogen garniert. Außerdem glänzen Newcomer Lucas Hedges und die sympathische Michelle Williams an der Seite des Oscar-Gewinners, was diesen Film zu einem Must-See für Home-Cineasten macht.

6. Planet der Affen: Survival

Es herrscht Krieg zwischen den Affen und einer letzten Bastion von Menschen. In einer bedrohlichen, postapokalyptischen Winterlandschaft versuchen beide Parteien zu überleben. Regisseur Matt Reeves ist es gelungen, den bereits grandiosen Vorgänger noch einmal zu überbieten. Survival überzeugt mit intensiven Momenten, gelungener Optik und einem Drehbuch, welches mehr auf Bildsprache als auf Dialoge setzt.

Außerdem glänzt Andy Serkis abermals als Affen-Anführer Caesar, diesmal noch tiefgründiger und emotionaler. Es ist erstaunlich, wie realistisch seine Bewegungen sind. Darüber hinaus erleben wir einen glänzend aufspielenden Woody Harrelson als skrupellosen Colonel, der durchaus nachvollziehbare Gründe hat, Jagd auf die Affen zu machen. Beide Schauspieler harmonieren perfekt und beweisen so viel Talent, dass sie sich endlich einmal einen Oscar verdient hätten.

5. The LEGO Batman Movie

Unterhaltsam, unterhaltsamer, The LEGO Batman Movie. Auf den ersten Blick schütteln vermutlich viele den Kopf und fragen sich, wie es sein kann, dass ein LEGO-Film in einer Bestenliste auftaucht. Die Antwort ist sehr einfach: Er unterhält von vorne bis hinten, bietet hohes, actionreiches Erzähltempo und ist ein Gag-Feuerwerk der allerfeinsten Sorte.

Obendrein punktet die Inszenierung mit einem tiefgründigen Batman, der sich in seinem Anwesen zurückzieht und Angst hat, so etwas wie Freunde zu haben. Ergänzt wird die Geschichte mit allen erdenklichen Superhelden und Schurken aus dem DC-Universum. Wer immer noch skeptisch ist, sollte dem Film eine Chance geben. Durch die animierten Lego-Steine bekommt das Gesamte seinen eigenen Charme.

4. Sieben Minuten nach Mitternacht

107 Minuten pure Emotionen, eine Geschichte rund um Tod, Hass, Wut, Mobbing, Zuneigung und anderen alltäglichen Gefühlen sowie ein großartig aufspielender Jungschauspieler Lewis MacDougall — das ist Sieben Minuten nach Mitternacht des spanischen Regisseurs J. A. Bayona. Ein Drama mit Fantasy-Elementen, bei dem Realität mit Fantasie verschmilzt.

Dabei handelt es sich um eine Jugendbuchverfilmung, die so viele emotionale und tiefgründige Momente beinhaltet, dass ZuschauerInnen den Kinosaal mit einigen Tränen verlassen mussten. Die Thematik rund um einen Sohn, der innerlich weiß, dass seine Mutter sterben wird, aber Angst davor hat, loszulassen, lässt einen mitfühlen. Dieser Film ist die größte Überraschung des Kinojahres 2017.

3. La La Land

La La Land ist die Auferstehung des klassischen Film-Musicals und eine Hommage an bekannte Titeln wie Singin’ in the Rain und Blondinen bevorzugt aus den 1950er und 1960er Jahren. Das Herzensprojekt von Regisseur Damien Chazelle wurde in der Kategorie “Beste Regie” bei der Oscarverleihung ausgezeichnet.

Erzählt wird die Geschichte von einem ehrgeizigen Jazz-Pianisten und einer aufstrebenden Schauspielerin, deren Wege sich kreuzen und sie sich ineinander verlieben. Ryan Gosling und Oscar-Gewinnerin Emma Stone (“Beste Hauptdarstellerin”) harmonieren perfekt miteinander und beweisen, dass sie richtige Multitalente sind —  ihre Gesangs- und Tanz-Skills sind beeindruckend. Darüber hinaus punktet der Film mit tollen Choreografien, einem Ohrwurm-Soundtrack und dem vermutlich besten Ende der Filmgeschichte.

2. Logan — The Wolverine

Düster, tiefgründig, eine postapokalyptische Welt und ein alternder Superheld, dessen Heilungskräfte mehr und mehr schwinden. Logan (Regie: James Mangold) ist jener Film geworden, den sich Fans so lange gewünscht und verdient haben. Der letzte Teil der Wolverine-Trilogie ist mehr Drama mit Superhelden-Flair als eine reine Action-Orgie.

Ein letztes Mal schlüpfte der Australier Hugh Jackman in jene Rolle, die ihn berühmt gemacht hatte. Durch die FSK-Freigabe ab 16 Jahren durfte er sich so richtig austoben, die Action-Einlagen sehen dementsprechend spektakulär und blutig aus. Ein richtiger Genuss ist auch das Nachwuchstalent Dafne Keen, sie verkörpert den Charakter X-23 alias Laura Kinney.

1. Dunkirk

Mit Filmen wie Inception und der The Dark Knight-Trilogie bewies Christopher Nolan, dass er nicht nur ein hervorragender Drehbuchautor ist, sondern auch vom Regiestuhl aus grandios inszenieren kann. Der Brite gilt als der “Mindfuck”-Regisseur und alle waren gespannt, wie er ein historisches Ereignis in Szene setzen würde.

Dünkirchen, 1940 während des Zweiten Weltkriegs: Das deutsche Naziregime kesselte 400.000 britische und französische Soldaten am Strand ein, die mit der bis zu diesem Zeitpunkt größten Rettungsaktion (Operation Dynamo) nach England zurückgeholt wurden. Mit brachialem Sound und Musik von Hans Zimmer, einer Darbietung, die auf drei Zeitebenen spielt und spektakulärer Kameraarbeit schafft es Nolan, das Publikum zu fesseln. Die Spannung bleibt trotz des bekannten Ausgangs hoch, die 107 Minuten vegehen wie im Flug. Nach dem Schauen verließ man das Kino und hat nur einen Ausdruck im Kopf: “WTF!”

Thomas auf Twitter: @plapperblog

[Foto: BrokenSphere/Wikimedia (Christopher Nolan)/CC BY-SA 3.0/David Shankbone/Wikimedia (Woody Harrelson)/CC BY-SA 3.0/Illustration von James P. Platzer]

6 comments

  1. Hallo liebes Kultort Team,

    ich finde eure Website wirklich gut gelungen und auch der Artikel mit den 10 besten Filmen gefällt mir außerordentlich gut. Wünsche euch einen guten Rutsch & Start ins neue Jahr!

    Liebe Grüße,
    Manuel

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