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Die Kultort NFL-Awards 2017

Die Regular Season der aktuellen NFL-Saison liegt hinter uns — doch wer verdient sich die prestigeträchtigen Awards?

Die Kultort NFL-Awards 2017 4. Januar 2018Leave a comment

Zeit, die jährlichen Awards zu vergeben und jene Spieler auszuzeichnen, die besonders hervorstachen. So viel sei schon verraten — seit den Midseason-Awards hat sich einiges getan:

MVP (Most Valuable Player): Tom Brady, Quarterback (New England)

Knapp, aber doch setzt sich Tom Brady gegen Todd Gurley als Most Valuable Player der Saison durch. Der nicht älter werdende Quarterback-Star führte seine New England Patriots nicht nur zur achten Playoff-Teilnahme in Folge, sondern holte sich mit 40 Jahren auch noch einmal den Titel für die meisten Passing Yards (4.577) und warf 32 Touchdowns bei acht Interceptions. Zwar zeigte er in den abgelaufenen Partien vermeintliche Schwächen (Interceptions), dürfte aber wieder der absolute Favorit auf den Gewinn des Superbowls im Februar sein.

Warum Brady und nicht Gurley ausgezeichnet wurde? Leider muss ein Spieler, der nicht auf der Quarterback-Postion spielt, wirklich Außergewöhnliches leisten, um am Ende die Nase vorne zu haben. In Gurleys Fall wäre es da um 2.000 Rushing Yards oder einen neuen Touchdown-Rekord gegangen. So gehören die Lorbeeren wieder einmal einem Spielmacher — in diesem Jahr Tom Brady.

Zur Saisonhalbzeit: Tom Brady, Quarterback (New England)

Bester Offensiv-Spieler: Todd Gurley, Runningback (L.A. Rams)

19 Touchdown, 2.093 Total Yards — die Saison von Gurley war schlichtweg fantastisch. Nach einer durchschnittlichen Spielzeit vergangenes Jahr wurde Gurley wieder zur wichtigsten Waffe in der Rams-Offensive. Gurley konnte seine Mannschaft oft im Alleingang zu Erfolgen führen. Der 23-Jährige verpasste den NFL-Rushing-Titel nur knapp, weil man ihn im letzten Saisonspiel schonte.

Zur Saisonhalbzeit: Alex Smith, Quarterback (Kansas City)

Bester Defensiv-Spieler: Aaron Donald, Defensive Tackle (L.A. Rams)

Wem gibt man heuer den Award als besten Defensiv-Spieler der Saison? Es ist ein ganz enges Rennen, niemand konnte sich wirklich vom Rest der Liga absetzen. Chandler Jones führte die NFL mit 17 Sacks an, dicht gefolgt von Calais Campbell (14,5) und seinen drei erzwungenen Fumbles. Die Zahlen von Demarcus Lawrence sind sogar noch besser, kam er doch auf die gleiche Anzahl an Sacks wie Campbell, steuerte aber noch einmal einen erzwungenen Fumble mehr bei. Alle sind Kandidaten für die Auszeichnung, die NFL dürfte vermutlich Campbell ehren.

Wir gehen aber mit einem ganz anderen Spieler — dem vermutlich seit Jahren besten seiner Art: Aaron Donald. Der Defensive Tackle kann im Alleingang Offensive Lines zerstören, ist sowohl als Pass Rusher (elf Sacks) als auch gegen das Laufspiel (41 Tackles, fünf erzwungene Ballverluste) ein einzigartiges Biest. Und das, obwohl er sowohl das erste, als auch das letzte Saisonspiel verpasste.

Zur Saisonhalbzeit: Calais Campbell, Defensive End (Jacksonville)

Bester Offensiv-Rookie: Alvin Kamara, Runningback (New Orleans)

Erstmals in der Geschichte der NFL wird ein Team sowohl den besten Offensive als auch Defensiv-Rookie des Jahres stellen: Alvin Kamara von den New Orleans Saints ist — wie Lattimore in der Defensive — einer, der den Unterschied ausmachen kann. Kamara steigerte sich von Woche zu Woche, wurde vor allem nach dem Abgang von Adrian Peterson (den er wegen seiner Leistungen im Grunde genommen aus dem Team kickte) zum entscheidenden Faktor in der Offensive um Drew Brees. 1.554 All-Purpose Yards bei 201 Aktionen — herausragende Zahlen. Wie wichtig Kamara für sein Team ist, zeigte das erste Spiel gegen die Atlanta Falcons, als er im ersten Viertel wegen einer Gehirnerschütterung nicht mehr weitermachen konnte und New Orleans zunächst kein Mittel zur Erzeugung von Gefahr fand.

Auch wenn Kareem Hunt noch einmal ein starkes Saison-Finish hinlegte und sich mit 1.327 Yards den Rushing-Titel holte — Kamara war über die gesamte Saison gefährlicher und beständiger. 13 Touchdowns für den jungen Runningback am Ende.

(P.S.: Das Rennen wäre ohne die Verletzungen von Deshaun Watson und Dalvin Cook sogar noch spannender geworden.)

Zur Saisonhalbzeit: Deshaun Watson, Quarterback (Houston)

Bester Defensiv-Rookie: Marshon Lattimore, Cornerback (New Orleans)

Der beste Defensiv-Rookie des Jahres spielt in New Orleans und hört auf den Namen Marshon Lattimore. Wie schon zur Saisonhälfte konnte sich der junge Cornerback am Ende gegen die Konkurrenz (insbesondere Tre’Davious White) durchsetzen. Lattimore gibt der Defense der Saints erhebliche Stabilität und zeigt schon jetzt, dass er zu den besten Defensive Backs der Liga gehört. Fünf Interceptions, einen Touchdown, 23 abgelenkte Pässe — Lattimore ist wahrlich ein Baller. Dass er drei Spiele komplett verpasste und in einem weiteren nur mehr oder weniger ein Viertel spielen konnte, untermauert seine gezeigten Leistungen umso mehr. Er wird in den kommenden Jahren auf einer einsamen Insel spielen — denn kein Quarterback wird es wagen, in seine Richtung zu werfen.

Zur Saisonhalbzeit: Marshon Lattimore, Cornerback (New Orleans)

Bester Coach: Sean McVay (L.A. Rams)

Sean McVay formte in Los Angeles ein enorm gefährliches Team, konnte Quarterback Jared Goff komplett neu erfinden und Runningback Todd Gurley wieder zu alten Höhen führen. Die Rams stehen erstmals seit 2004 wieder in der Postseason und sind ein enorm gefährlicher Außenseiter. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: McVay ist mit 31 Jahren der jüngste Headcoach der NFL-Geschichte und hat aus einem Team, das im vergangenen Jahr nur vier Spiele für sich entscheiden konnte, einen echten Contender gemacht. Man wird sehen wie es ihnen in den Playoffs geht, viel Erfahrung haben die Spieler ja bekanntlich noch nicht mit K.-o.-Duellen.

Zur Saisonhalbzeit: Sean McDermott (Buffalo)

Bester Comeback-Spieler: Keenan Allen, Wide Receiver (L.A. Chargers)

Gegen Ende der Regular Season sah man wieder den alten Keenan Allen: Seit Woche 10 kam der Receiver auf unglaubliche 846 Yards und fünf Touchdowns, er führte alle Passfänger mit diesen Statistiken über diesen Zeitraum ligaweit an. Die Karriere des 25-Jährigen wurde leider öfter von Verletzungen geprägt, im vergangenen Jahr riss er sich im ersten Saisonspiel das Kreuzband. Dass er nun wieder so stark zurückkam, macht Hoffnung auf mehr und zeigt, welches Potential die Chargers auf nahezu allen Mannschaftspositionen haben. Für uns der klare Sieger in dieser Kategorie.

Zur Saisonhalbzeit: Earl Thomas, Safety (Seattle)

Martin auf Twitter: @msenfter

[Foto: Jeffrey Beall/Flickr/CC BY-SA 2.0]

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