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Die drei Überraschungsspieler der bisherigen NBA-Saison

Diese drei NBA-Stars erleben heuer eine Art zweiten Frühling

Die drei Überraschungsspieler der bisherigen NBA-Saison 10. Januar 20182 Comments

Die NBA ist ein schnelllebiges Geschäft. Spieler, die vor wenigen Jahren noch beim All-Star-Game waren oder auf ihren Positionen dominierten, haben plötzlich einen enormen Leistungsabfall. Dies kann aufgrund der unterschiedlichsten Gründe geschehen. Mal liegt es am Fehlverhalten auf oder abseits vom Court, mal liegt es an Verletzungen, Systemänderungen des Trainers oder einfach daran, dass der Spieler nicht mehr zum Spielstil der Liga passt. Es gibt aber Geschichten, in denen sich der Protagonist zurück ins Rampenlicht kämpft — hier sind drei davon:

1. Michael Beasley (New York)

Screenshot via espn.com

Der ehemalige zweite Pick der Miami Heat ist ein Beispiel dafür, wie sich Fehlverhalten außerhalb der Sporthalle negativ auf eine vielversprechende Sportlerkarriere auswirken kann. Der Forward, der am Start seiner NBA-Laufbahn noch mit Anpassungsschwierigkeiten auf dem Court zu kämpfen hatte, wurde nach zwei Jahren im Rahmen der LeBron-James-Verpflichtung 2010 nach Minnesota verschifft. Nach zwei weiteren Jahren in Minnesota wechselte Beasley zu den Phoenix Suns. Die Suns entließen ihn gleich nach einem Jahr wieder. Ihm wurde fehlende Arbeits- und Trainingseinstellung unterstellt. Dazu kam noch, dass er wegen Drogenbesitzes verhaftet wurde.

Mit diesen Zwischenfällen hatte der 29-jährige bis zu Saisonbeginn zu kämpfen. Kein Team wollte ihm mehr eine wirkliche Chance bieten. Daraufhin pendelte Beasley fünf Jahre lang zwischen der Chinese Basketball Association (CBA) und Kurzeinsätzen in der NBA. Nach einem relativ soliden Jahr bei den Milwaukee Bucks unterschrieb er — ebenfalls nur für ein Jahr — bei den New York Knicks. Dieses Jahr wolle er nutzen, um sich für einen längerfristigen Vertrag zu empfehlen. Was ihm bis jetzt auch gelungen ist.

Nach und nach etablierte Beasley sich als dritte Scoring-Option der Knickerbockers. Vor allem, wenn Kristaps Porzingis fehlt oder einen schlechten Tag erwischt, hatte Beasley bisher eine Antwort parat — egal, ob er fünf oder 20 Minuten spielt. Wie beim Sieg gegen die Boston Celtics am 21. Dezember, als er von der Bank in 25 Minuten 32 Punkte und 12 Rebounds auflegte. Hält er seine Form über die restliche Spielzeit, sollten ihn mehrere General Manager auf ihrer Liste haben. 2017 wird wohl der letzte Sommer gewesen sein, in dem er nur einen Einjahresvertrag erhalten sollte.

2. Dwight Howard (Charlotte)

Screenshot via espn.com

Der 2,11 Meter große Big Man war einst einer der Superstars der Liga. Es ist noch nicht einmal sechs Jahre her, dass die halbe Liga um ihn buhlte. Verletzungen und Quälereien mit anderen Stars hielten den einstigen dreifachen Defensive Player of the Year vom Erfolg ab. Nach ruhmlosen Stationen bei den L.A. Lakers, Houston Rockets und Atlanta Hawks verschiffte es Howard im letzten Sommer zu den Hornets nach Charlotte. Der Gedanke des Teams: Howard soll unter Headcoach Steve Clifford, der bereits in Orlando Co-Trainer war, als Howard seine erfolgreichste Zeit in der NBA hatte, zu alter Stärke zurückfinden.

Bis jetzt läuft dieses Experiment gar nicht so verkehrt. Dwight kann Spiele immer noch komplett dominieren. Dies bewies er am 29. Dezember gegen den amtierenden Champion aus der Bay Area, den er mit 29 Punkten, 13 Rebounds und sieben Assists aus der Halle fegte. Ebenso führte er die Hornets am 20. November mit 25 Punkte, 20 Rebounds und sechs Blocks gegen Minnesota zum Sieg.

Howard ist durch seine zahlreichen Verletzungen nicht mehr der “Superman”, der er einmal war. Er wird auch nicht mehr jedes Spiel an sich reißen können. Diese Spielzeit wirkt trotzdem anders als die Jahre davor. Es kommt so rüber, als wüsste er nun, was von ihm erwartet wird und wie er mit seinen Stärken dem Team helfen kann. Der 32-jährige Hüne spielt starke Defense, greift Rebounds und schließt hochprozentig am Ring ab. Noch wichtiger ist, dass er sein Alter Ego “Superman” der Teamchemie unterordnet.

3. Tyreke Evans (Memphis)

Screenshot via espn.com

Der 2009 an Nummer vier gedraftete Evans sollte die NBA im Sturm erobern. Mit mehr als 20 Punkten pro Spiel und im Schnitt mindestens fünf Rebounds und Assists schaffte er in seiner ersten Saison, was vor ihm nur drei Rookies geschafft hatten: LeBron James, Michael Jordan und Oscar Robertson. Folgerichtig wurde Evans im Jahr 2010 zum Rookie of the Year gewählt. Es wurde ihm und den Sacramento Kings eine rosige Zukunft vorhergesagt, doch wie so oft sollte es ganz anders kommen.

Tyreke hatte in den folgenden Jahren mit zahlreichen Verletzungen und Fehlentscheidungen der Trainer zu kämpfen. So wurde er auf die Flügel versetzt, statt als überdurchschnittlich großer Point Guard (1,98 m) zu agieren. Mit dieser neuen Rolle kam Evans nicht zurecht und seine Statistiken sollten darunter leiden. Er war zwar immer noch ein solider Rollenspieler, die Zukunft, die für ihn erhofft wurde, schwebte aber nur noch wie eine Fata Morgana über dem Wüstensand.

Diesen Sommer sollte sich jedoch einiges ändern. Evans unterschrieb einen Einjahresvertrag bei den Memphis Grizzlies und diese Zusammenarbeit sollte sich auszahlen. Nach der Verletzung des etatmäßigen Point Guards Mike Conley bekam der 28-jährige seine Chance als Starter und weiß bisher zu überzeugen. Alleine in den letzten zehn Spielen legte er Statistiken auf (23,7 Punkte, 6,6 Assists, 5,7 Rebounds), die viele etablierte Starter auf seiner Position in die Schranken weisen würden.

Stand aller angegebenen Statistiken: 10.1.2017

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[Foto: Keith Allison/Flickr/CC BY-SA 2.0/Illustration von James P. Platzer]

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