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Die New England Patriots und Philadelphia Eagles stehen im Superbowl 2018

Was wir aus den beiden Conference-Championship-Games gelernt haben

Die New England Patriots und Philadelphia Eagles stehen im Superbowl 2018 22. Januar 2018Leave a comment

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Nick Foles, Case Keenum, Blake Bortles … und der eine Typ namens Tom Brady. Wer vor der Saison darauf getippt hatte, dass diese vier Quarterbacks in den Conference-Finale auflaufen, der ist heute ein reicher Mensch. Nichtsdestotrotz wurde mit Spannung erwartet, welche beiden Spielmacher ihre Teams nach Minnesota zu Superbowl 52 führen könnten.

Am Ende sahen wir einen überragenden Comeback-Sieg und einen Blowout, mit dem so nicht zu rechnen war. Doch was wir aus diesen beiden Spielen für das Endspiel der NFL tatsächlich mitnehmen können, erfahrt ihr hier:

1. Die Patriots sind immer noch die Patriots

Den Anfang der Conference-Finale machte das AFC-Championship-Game zwischen den New England Patriots und den überraschenden Jacksonville Jaguars. Ebenso überraschend war der Spielstand in der Mitte des zweiten Viertels, als sich das Auswärtsteam aus Florida eine 14:3-Führung erspielen konnte. Der Spielverlauf erinnerte stark an die beiden Superbowl-Niederlagen der Patriots gegen die New York Giants 2008 und 2012: Druck auf (einen verletzten) Tom Brady und konstant starkes Tackling der Verteidigung sowie offensiv eine ausgeglichene Kombination aus kreativen Passspielzügen und einem dominanten Laufspiel.

Abgesehen von ein paar Strafen der Verteidigung ging der Spielplan der Jaguars bis ins letzte Viertel perfekt auf, denn rund neun Minuten vor Ende führte Jacksonville immer noch mit 20:10. Der oft kritisierte Blake Bortles lieferte das Spiel seines Lebens ab. So gelangen dem Jaguars-Spielmacher einige der beeindruckendsten Würfe seiner Karriere — dabei soll er laut eigenen Aussagen ja kein “natürlicher Werfer” sein.

Doch sind wir uns ehrlich: Selbst zu diesem Zeitpunkt war noch mit einem Patriots-Comeback zu rechnen — so kam es dann auch. Nach den beiden Touchdown-Pässen von Brady zu Danny Amendola war das Spiel gedreht. Der zweite und spielentscheidende Score gelang 2 Minuten und 48 Sekunden vor Spielende.

Diese 24:20-Führung gaben die Patriots nicht mehr aus der Hand und setzten dem Jacksonville-Märchen ein Ende. Das vierte Viertel war wieder einmal Brady-Time. Der einzige passende Vergleich, der mir zu dieser unnachahmlichen Klasse einfällt, sind die unzähligen Clutch-Plays von Michael Jordan.

Obwohl die Jaguars-Defense über die gesamte Saison lang eine der besten Verteidigungen der gesamten Liga war — in den entscheidenden Situationen war der Moment für Jacksonville etwas zu groß. Für die Patriots hingegen sind diese Playoff-Momente bereits mindestens so familiär wie das eigene Kinderzimmer.

New England marschiert somit das zweite Jahr in Folge in den Superbowl. Für Headcoach Bill Belichick und Brady ist es sogar die achte AFC-Championship seit 2001. Mit einem Sieg in zwei Wochen würde es für die beiden den sechsten Superbowl-Erfolg bedeuten. Doch bereits jetzt sind diese 16 Spielzeiten ein Erfolgslauf, den wir in unserem Leben wohl nicht mehr erleben werden.

Einzig großes Fragezeichen bleibt der Gesundheitszustand von Rob Gronkowski. Im zweiten Viertel erhielt der Tight End einen Helm-auf-Helm-Hit und kam nach der Halbzeit nicht mehr zurück auf das Spielfeld. Es besteht der Verdacht einer Gehirnerschütterung.

Doch egal, ob mit oder ohne “Gronk” — die New England Patriots sind der Favorit auf den Superbowl-Titel 2018. Warum? Ganz einfach, weil sie die Patriots sind.

2. Wir müssen aufhören, Nick Foles zu unterschätzen

Bereits die zweite Woche in Serie gingen die Philadelphia Eagles, das beste Regular-Season-Team der NFC, als Underdog ins Spiel. So groß waren die Zweifel an Back-up-Quarterback Nick Foles und an den Carson-Wentz-losen Eagles gegen die Minnesota Vikings, die nach einem unfassbaren Sieg — ich kann es noch immer nicht glauben — mit einer Unmenge an Selbstvertrauen nach “Philly” reisten.

Der Start hätte für Case Keenum und Co. nicht besser verlaufen können. Bereits das fünfte Spiel in Folge konnte Minnesota mit dem ersten Drive des Spiels einen Touchdown erzielen. Es sollte der letzte Vikings-Touchdown an diesem Abend bleiben.

Ein unglücklicher Wurf von Keenum (Chris Long erwischte ihn am Arm) und der daraus resultierende Touchdown der Eagles war der entscheidende Moment dieses Match-ups. Man spürte förmlich, wie der Vikings-Spielmacher nach diesem Play immer unsicherer wurde bzw. das Eagles-Team erkannt hatte, dass das Momentum nun auf ihrer Seite lag.

Ab diesem Zeitpunkt bekamen wir eine dominante Eagles-Performance zu sehen, wie es so spät in der Postseason nur selten vorkommt. Um die Überlegenheit in einer Aktion darzustellen — hier ist der Bullen-artige Touchdown-Run von LeGarrette Blount zum zwischenzeitlichen 14:7 für Philadelphia:

Daraufhin spielte sich “Philly” in einen wahren Football-Rausch (Betonung auf “Football” — nicht so, wie die Eagles-Fans vor dem Spiel) und brachte den 38:7-Sieg locker nach Hause.

Besonders hervorzuheben ist natürlich Nick Foles, der Hauptgrund dafür, dass Philadelphia trotz Heimvorteil in beiden bisherigen Playoff-Match-ups als Außenseiter angesehen wurde. So gut wie der Spielmacher am Sonntag performte, hätten sich aber selbst die größten Eagles-Fans nicht erträumen können: 352 Yards, 26 seiner 33 Passversuche waren erfolgreich, drei Touchdowns, null Interceptions und ein Quarterback-Rating von 141,4.

Ähnliches gilt für Headcoach Doug Pederson, der Foles das gesamte Spiel über perfekt in Szene setzte und die sonst so starke Verteidigung der Vikings mehr als nur einmal chancenlos ließ. Selbst wenn Vikings-Headcoach Mike Zimmer und sein Staff eine hervorragende Saison hatten, muss man an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen: Auch das Coaching-Duell ging ganz klar an Philadelphia.

Die Philadelphia Eagles stehen nun zum erst dritten Mal in der Superbowl-Ära im Endspiel. Gewinnen konnten sie es bisher noch nie. Gegen New England werden sie erneut als Underdog ins Spiel gehen, doch spätestens seit Championship-Sunday sollte bekannt sein, dass sich die Eagles in dieser Rolle äußerst wohlfühlen.

Johannes auf Twitter: @Joe_Pressler

[Foto: SAB0TEUR/Flickr/CC BY-SA 2.0]

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