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Wohin Kemba Walker getradet werden könnte

Kemba Walker ist am Spielermarkt eine heiße Aktie — diese drei Trade-Szenarien scheinen realistisch

Wohin Kemba Walker getradet werden könnte 26. Januar 2018Leave a comment

Redakteur

Bevor am 8. Februar die Trade-Deadline schließt, könnte es in der NBA noch zum ein oder anderen großen Deal kommen. Ein Name, der völlig überraschend in den Gerüchten auftaucht, ist der von Charlotte Hornets Point-Guard Kemba Walker. Auf den zweiten Blick sieht man aber, warum. Das Team von Besitzer Michael Jordan hat sich mit schlechten Verträgen in eine Sackgasse manövriert.

Mit Nicolas Batum (4 Jahre, 100 Millionen US-Dollar), Dwight Howard (2 Jahre, 47 Mil. US-Dollar) oder Marvin Williams (3 Jahre, 42 Mil. US-Dollar) stehen momentan einige Spieler auf dem Abstellgleis, die aufgrund ihrer Verträge als untradebar gelten. Walker wäre mit seinem Jahresgehalt von 12 Millionen US-Dollar (Vertrag bis 2018/19) die Kirsche auf der Trade-Sahne — so der Gedanke der Verantwortlichen um General Manager Rich Cho.

Dass Gewinner und Verlierer eines Trades nicht immer sofort zu erkennen sind, zeigen vor allem die Wechsel von Paul George oder Kyrie Irving. Doch wir präsentieren euch drei Teams, für die ein Kemba-Walker-Trade möglicherweise Sinn ergeben würde.

1. Detroit Pistons

Screenshot via espn.com

Detroit erhält: Kemba Walker, Nicolas Batum
Charlotte erhält: Tobias Harris, Avery Bradley, Stanley Johnson

Die Hornets erhalten drei äußerst interessante Spieler, die erstens Entwicklungspotenzial besitzen (Stanley Johnson), zweitens eine kurze Vertragslaufzeit haben (Bradley) und drittens zukünftiges Trade-Potenzial besitzen (Tobias Harris). Der freigeschaufelte Cap-Room von knapp sieben Millionen US-Dollar ist zwar geringer, als es sich die Verantwortlichen wünschen. Ein Anfang wäre jedoch gemacht.

Für die Pistons bedeutet der Trade rein sportlich gesehen eine deutliche Umstellung. Gegenüber dem jetzigen Starting Point Guard Ish Smith wäre Walker ein deutliches Upgrade. Seine Dreierquote (34,5 %) ist zwar ausbaufähig, in den letzten beiden Saisons hat er aber gezeigt, dass Walker auch von außen gefährlich sein kann (2016/17: 39,9 % bei 7,6 Würfen). Hinzu kommt sein unfassbar guter Zug zum Korb, der in dieser Saison mit 5,4 Freiwürfen pro Spiel belohnt wird.

Batum hingegen gilt als Schweizer Taschenmesser, aber kämpft nach zwei starken Spielzeiten mit einer schwachen Dreierquote (28,8 %), schnappt sich weniger Rebounds (- 2,0) und bekommt nur halb so viele Freiwürfe pro Spiel, wie noch im Jahr zuvor. Als Small Forward würde er wahrscheinlich in die Starting Five der Pistons rücken. Ob Batum mit seinen schwachen Leistungen in Detroit eine Zukunft hätte, ist jedoch fraglich.

Würden sich die Pistons letztendlich von Harris und Bradley trennen? Schwer zu sagen. Mit Walker würden sie zwar einen Franchise-Player erhalten, der Preis dafür wäre allerdings sehr hoch.


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2. Phoenix Suns

Screenshot via espn.com

Phoenix erhält: Kemba Walker, Marvin Williams
Charlotte erhält: Marquese Chriss, Dragan Bender, Jared Dudley, Erstrunden-Pick 2019

In den letzten Jahren haben sich die Phoenix Suns immer wieder an großen Namen versucht, konnten aber nie einen Volltreffer landen. Warum also nicht endlich bei Walker? Nach dem Abgang von Eric Bledsoe sind sie auf der Suche nach einem fähigen Point Guard und könnten diesen im 27-Jährigen Aufbauspieler der Hornets finden.

Das wichtigste Puzzlestück in diesem Trade dürfte der Top-10-Pick der Phoenix Suns werden. Hinzu kommen zwei Spieler, die den Neuanfang in Charlotte mitgestalten könnten und jede Menge Potenzial besitzen: Dragan Bender und Marquese Chriss (beide 20 Jahre). Jared Dudley hat in seiner zehnjährigen NBA-Karriere immer das geliefert, was man von ihm verlangte — bei seinem neuen Team könnte das die Rolle des Mentors und Ziehvaters werden.

Für die Suns ergeben sich mit Walker und Marvin Williams neue Möglichkeiten. Gerade Letzterer hat sich in seiner Karriere zu einem äußerst guten Schützen entwickelt (2017/2018: 48,0 % Feldquote, 44,4 % Dreierquote) und würde der zweiten Garde gut zu Gesicht stehen. Phoenix trifft von außen nur 34 % und steht damit auf Platz 29 der Liga. Mit Walker hätten die Suns endlich den langersehnten All-Star an Land gezogen und könnten um ihn, Devin Booker und Josh Jackson das Team für eine erfolgreichere Zukunft aufbauen.


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3. Indiana Pacers

Screenshot via espn.com

Indiana erhält: Kemba Walker, Michael Kidd-Gilchrist
Charlotte erhält: Bojan Bogdanovic, Daren Collison, T.J. Leaf, Erstrunden-Pick 2019

Eines der wenigen Teams, das für Walker All-in gehen könnte, sind die Indiana Pacers. Nach dem Abgang von Paul George hat sich um Victor Oladipo und Myles Turner ein äußerst erfolgreiches Teamgefüge gebildet. Die Mannschaft steht auf Playoff-Kurs. Für die zukünftige Ausrichtung könnte ein Spieler mit All-Star-Format ausschlaggebend sein.

Die Hornets erhalten mit Bojan Bogdanovic und Darren Collison zwei fähige Rollenspieler mit kurzen Verträgen und vertretbarem Gehalt. Hinzu kommt mit T.J. Leaf (18. Pick des diesjährigen Drafts) ein talentierter Power Forward, der zu einem moderner Big Man heranreifen kann. Abgerundet wird der Trade für Charlotte mit dem Erstrunden-Pick der Indiana Pacers, der wahrscheinlich zwischen Platz 14 und 22 landen wird.

Die Pacers hingegen würden ihren beiden Leistungsträgern Oladipo und Turner eine richtige Waffe an die Seite stellen. Walker würde im Angriff zur ersten Option aufsteigen und könnte mit Turner ein dynamisches Pick-and-Roll-Duo bilden. Oladipos Bewegung abseits des Balles und seine überragende Dreierquote von 40,1 % sorgen für die nötigen Räume.

Mit Michael Kidd-Gilchrist nehmen die Pacers außerdem einen unliebsamen Vertrag auf und büßen auf Small Forward keine Tiefe ein. Mit gerade einmal 24 Jahren spielt er momentan seine sechste NBA-Saison und hat immer wieder Potenzial aufblitzen lassen.

Stand aller angegebenen Statistiken: 26.01.2017

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[Foto: Keith Allison/Flickr/CC BY-SA 2.0/Illustration von James P. Platzer]

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