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Philadelphia Eagles besiegen New England Patriots in großartigem Offensivspektakel

Die Philadelphia Eagles gewinnen Superbowl 52 — Tom Brady verliert sein drittes NFL-Finale

Philadelphia Eagles besiegen New England Patriots in großartigem Offensivspektakel 5. Februar 2018Leave a comment

Chefredakteur

85 Jahre. Genau so lange ist es her, seit die Philadelphia Eagles eine Meisterschaft feiern konnten. Seit dem Beginn der Superbowl-Ära 1967 mussten sich Eagles-Fans auf einen Sieg im wichtigsten Finalspiel des US-amerikanischen Sports gedulden.

Doch das Warten hat nun ein Ende, denn nach einem rekordbrechenden 41:33 gegen die New England Patriots darf sich das Team aus der “City of Brotherly Love” endlich wieder Champion nennen. Fly Eagles Fly!

Offensiv-Football vom Feinsten

Die unzähligen TV-Zuschauer, die sich American Football bloß einmal im Jahr ansehen, hatten sich einen wahren Leckerbissen ausgesucht, denn nur so kann dieses Spiel beschrieben werden. Mit 1.151 Offensiv-Yards (New England: 613 Yards; Philadelphia: 538 Yards) war dieses Match nicht nur das Spiel mit den meisten Yards in der Geschichte des Superbowls, sondern sogar in der Geschichte der gesamten NFL.

Ebenso verblüffend die Anzahl an Punts: null.

Foles zum Finals-MVP gewählt

Hauptgrund für dieses Offensivspektakel waren natürlich die beiden Quarterbacks Nick Foles (373 Yards, drei Touchdowns, eine Interception) und Tom Brady (505 Yards, drei Touchdowns, null Interceptions).

Mit seinen 505 Yards brach Brady, der am Tag zuvor zum wertvollsten Spieler der Saison gewählt wurde, seinen eigenen Superbowl-Rekord. Kurioserweise konnte allerdings seit 2000 kein frisch gekürter MVP das Endspiel gewinnen — so auch heuer nicht.

Nick Foles auf der anderen Seite spielte — so wie schon im NFC-Championship-Game gegen Minnesota — sogar besser, als sich Eagles-Fans jemals hätten erträumen können. Seine unglaublich präzisen Würfe zu Alshon Jeffery und Co. waren Quarterback-Play auf allerhöchstem Niveau. Dabei bekam der Spielmacher auch großartige Unterstützung seiner Offensive Line, die das gesamte Spiel keinen einzigen Sack erlaubte und immer wieder schöne Lücken für die Eagles-Runningbacks aufmachte.

Es wird spannend zu sehen sein, wie Philadelphia in der Offseason die Quarterback-Frage löst. Ist der derzeit verletzte Carson Wentz weiterhin die Nummer eins in “Philly” oder belohnt man Foles nach dieser Superbowl-MVP-Performance mit dem fixen Posten in der Startaufstellung?

Mut von Coach Pederson wurde belohnt

Ebenfalls ein großes Lob gebührt Eagles-Headcoach Doug Pederson und der ganzen Trainer-Crew von Philadelphia. Bereits das ganze Jahr über waren die Eagles eines der mutigsten Teams in der gesamten NFL und schreckten nicht davor zurück, in den entscheidenden Momenten ein hohes Risiko einzugehen.

So auch kurz vor der Halbzeit, als sich Pederson bei Fourth and Goal dazu entschied, nicht das Field Goal zu kicken, sondern auf den Touchdown-Score zu spielen. Wahrlich einer der besten Spielzüge der jüngeren Superbowl-Geschichte.

Besonders ironisch, dass New England im selben Viertel ein ähnliches Trick Play versuchte, Brady den Pass aber nicht fangen konnte.

Bitter sowohl für Patriots-Fans als auch für das brasilianische Supermodel und die Ehefrau von Brady, Gisele Bündchen, die einmal zynisch meinte: “My husband cannot fucking throw the ball and catch the ball at the same time.” Well…

Zwei fatale Fehler der Patriots

Man kann durchaus sagen, das New-England-Cheftrainer Bill Belichick zumindest eine Teilschuld an der Niederlage trifft. So war Rob Gronkowski (116 Yards, zwei Touchdowns) in der ersten Hälfte nur fünfmal das Ziel der Pässe von Brady. Wie unaufhaltsam der Star-Tight-End sein kann, zeigte er im ersten Drive des dritten Spielabschnitts.

Außerdem sehr enttäuschend: die Special Teams der Patriots. Der sonst so verlässliche Kicker Stephen Gostkowski verpatzte sowohl einen Field-Goal- als auch einen Extra-Point-Versuch. Wertvolle Punkte, die New England hier herschenkte.

Graham mit dem Sack seines Lebens

Immer wieder hörte man vor dem Spiel: “Wenn man Tom Brady besiegen möchte, muss man ihn stark unter Druck setzen.” So wie es den New York Giants 2008 bzw. 2012 gelang, als man New England mit dominanten Performances der Verteidigung jeweils schlagen konnte.

Obwohl dieses Spiel von beeindruckenden Offensivleistungen geprägt wurde, war es zum Schluss dann doch ein Defensive Play, das den Unterschied ausmachte. Die spielentscheidende Aktion ergab sich rund zwei Minuten vor Schluss, als Brandon Graham der allererste Sack des Spiels gelang und Brady zum Ballverlust zwang.

Am Ende noch ein verzweifelter Hail-Mary-Versuch der Patriots, aber das war es dann auch. 41:33 für Philadelphia!

Die Eagles gesellen sich zu den New York Giants als einziges Team, das New England in ihren acht Superbowl-Spielen in der Brady-Belichick-Ära besiegen konnte. (Nur um klarzustellen: Tom Brady ist immer noch der beste Quarterback aller Zeiten. Make no mistake about it.)

Das beste Team am Sonntag waren allerdings die Philadelphia Eagles. “Trust the Process” scheint also bereits seine Früchte zu tragen — nicht nur im Basketball, sondern auch im Football.

Johannes auf Twitter: @Joe_Pressler

[Foto: Screenshot via NFL Game Pass]

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