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NBA Trade Deadline: Die größten Gewinner und Verlierer

Bis kurz vor Schluss der Transferperiode gab es in der NBA spannende und spektakuläre Trades, doch welche Teams haben am meisten profitiert? Wer kam dabei nicht so gut weg?

NBA Trade Deadline: Die größten Gewinner und Verlierer 9. Februar 2018Leave a comment

stv. Ressortleiter Sport

Die Deadline für Transfers während der NBA-Saison ist abgelaufen. Einige hochkarätige Trades waren wieder dabei. Doch was bedeutet das für die jeweiligen Teams? Wir haben uns einige der wichtigsten Deals genauer angesehen und analysiert, welche Teams bei den Tauschgeschäften punkten konnten und welche ihre Chance verpasst haben.

Gewinner: Cleveland

Für mächtig Wirbel auf dem Tauschmarkt sorgten die Cleveland Cavaliers. Kurz vor der Deadline wurde mal eben fast das gesamte Team umgekrempelt. Auch wenn sich die Lakers über den Trade von Jordan Clarkson und Larry Nance Jr. zu den Cavs für Isaiah Thomas, Channing Frye und den eigenen First-Round-Pick zufrieden zeigen können, schlagen die Cavaliers mindestens genauso viel Profit aus dem Deal. Also eine Einigung, die sich für beide Parteien lohnt.

Denn die Ausgangslage zum Erreichen des Titelgewinns war in Ohio seit den letzten Wochen denkbar schlecht. Mit diesem und ein paar weiteren radikalen Trades hat man nun die Notbremse gezogen, um sich als Mannschaft neu zu finden und im Championship-Rennen wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Neuanfang wird den Cavs gut tun. Mit Clarkson und Nance Jr. können sie vor allem in der Defensive zulegen und sind zudem um einiges athletischer geworden. George Hill und Rodney Hood liefern die zusätzliche Offensiv-Power. Mit dem schwächelnden Dwyane Wade wird Cleveland einen Spieler los, der im Star-bestückten Ensemble kaum mehr eine Rolle gespielt hat. Stattdessen behalten die Cavs den Erstrunden-Pick der Brooklyn Nets.

Ob die gewagte Umstrukturierung letzten Endes aufgeht und in Erfolg mündet, bleibt fraglich. Doch feststeht: Mit dem scheidenden Kader wäre der Gewinn der Meisterschaft nicht möglich gewesen, es wäre wahrscheinlich sogar das Erreichen der Finals unrealistisch gewesen. Der radikale Umschwung war nötig und muss in Ohio als Chance verstanden werden, nochmal anzugreifen. Es kann also — in Hinblick auf die restliche Spielzeit — nur besser werden, weshalb der Trade positiv zu bewerten ist. Ob es für die Bildung eines langfristig erfolgreichen Kaders reicht, der potenziell auch ohne LeBron James auskommen muss, bleibt fraglich.


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Verlierer: Memphis

Die Grizzlies spielen eine Saison zum Vergessen. Die Erwartungen nach dem herausragenden Abschneiden aus letzter Spielzeit dürften zwar naturgemäß etwas zu hoch gewesen sein, doch der darauf folgende Absturz kam für viele dann doch überraschend. Nach der Verletzung von Mike Conley, der den Rest der Saison ausfallen wird, stehen die Grizzlybären mit dem Rücken zur Wand. Hinzu kommt ein schwächelnder Marc Gasol und ein alternder Mannschaftskern, der einen neuen Anstrich dringend nötig hat.

Dass es nun vor Ablauf der Deadline wieder nicht für einen Trade gereicht hat, ist symptomatisch für die Lage in Memphis. Zumal die Chancen auf eine hoffnungsvolle Ergänzung eigentlich nicht schlecht standen. Mit Tyreke Evans hatte man einen Trumpf in der Hand, an dem gleich mehrere Teams interessiert waren. Ihn loszuwerden wäre auch für die weitere finanzielle Planung des Teams wichtig gewesen, da Evans im Sommer ein Free Agent wird.

Gleichzeitig hätte man einen zukunftsträchtigen jungen Spieler erhalten oder mit einem First-Round-Pick die Ambitionen in den nächsten Jahren ein wenig gesteigert. Nichts davon ist für die Grizzlies wahr geworden, daher sind sie als klarer Verlierer zu handeln.


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Gewinner: L.A. Lakers

Die Lakers können mit ihrer Ausbeute bei den diesjährigen Trades recht zufrieden sein. Der Abgang von Clarkson und Nance Jr. kann mit der dazugewonnenen Qualität von Isaiah Thomas durchaus kompensiert werden, wodurch zunächst kein Leistungseinbruch befürchtet werden muss. Außerdem wurden die Weichen gestellt, um langfristig an einem hochwertigen Kader zu arbeiten. Der First-Round-Pick von Cleveland konnte eingefahren werden, was die Zukunftsaussichten der Franchise möglicherweise verbessert. Zudem wurde Geld gespart und somit Cap Space für Maximal-Verträge geschaffen.

Der Deal ist für L.A. also als Investition in die Zukunft zu verstehen — und diese mag sich wohl schon bald auszahlen. Experten gehen sogar davon aus, dass dieser Trade im Sommer den Weg für einen möglichen Wechsel von LeBron James und Paul George zu den Lakers freigemacht hat. Ob dies wirklich wahr wird, bleibt abzuwarten. Auch wenn nicht, haben sich die Verantwortlichen in Kalifornien mit dem Tauschgeschäft in eine gute Ausgangslage gebracht. Spannend bleibt nun zu sehen, wie sich Isaiah Thomas und Lonzo Ball die Positionen und Anteile am Spiel der Lakers aufteilen werden.

Verlierer: Oklahoma City

Nach dem Ausfall von Andre Roberson hofften viele Thunder-Fans auf einen schnellen Ersatz. Die abgelaufene Deadline dürften ebenso viele als Enttäuschung und verpasste Chance wahrgenommen haben. Mit ihren drei All-Stars Russell Westbrook, Paul George und Carmelo Anthony hat OKC zwar eine echte Elite-Starting-Five vorzuweisen, an Unterstützung von der Bank mangelt es jedoch. Das ist ein altbekanntes Problem und konnte auch mit der Akquirierung der beiden Stars vor der Saison nicht behoben werden.


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Mit Roberson fällt zudem der einzig richtig gute Verteidiger im Team der Thunder aus. Eine Lücke, die es hätte gelten müssen zu schließen. Kapazitäten für einen vielversprechenden Trade wären dagewesen. Talentierte Spieler wie Patrick Patterson oder Alex Abrines, die sich bis jetzt in Oklahoma City noch nicht durchsetzen konnten, wären interessante Kandidaten für mögliche Trade-Partner gewesen. Vor allem Patterson, der mit einem mageren Durchschnitt von 3,3 Punkten pro Spiel seine schwächste Saison spielt, wäre für die Thunder ein leichter Move gewesen. Auch Jerami Grant, dessen Leistung in letzter Zeit enorm inkonstant war, wäre für andere Teams sicherlich schmackhaft gewesen.

Im Gegenzug hätte OKC nicht nur die Bank, sondern auch die Verteidigung stärken können und damit für echte Unterstützung ihrer drei Stars gesorgt. Leider ist es jedoch nicht gelungen, einen vielversprechenden Trade an Land zu ziehen, weshalb die Thunder aus dieser Nummer als Verlierer herausgehen.

Gewinner: Detroit

Für einen echten Paukenschlag sorgte bereits knapp zwei Wochen vor Ablauf der Deadline der Trade von Blake Griffin zu den Detroit Pistons. Die Los Angeles Clippers geben mit dem fünfmaligen All-Star ihr absolutes Aushängeschild ab und stehen somit vor der zweiten Umstrukturierung des Teams innerhalb eines Jahres. Erst im Sommer hatten die Verantwortlichen ihren Superstar Chris Paul buchstäblich in die Wüste geschickt und mit Griffin einen Maximal-Vertrag über 172 Millionen US-Dollar für fünf Jahre ausgehandelt. Nun muss auch “Mr. Dunk” die sogenannte “Lob City” vorzeitig verlassen.

Die Pistons mussten für Griffins Superstar-Power einiges in die Hand nehmen. Neben Tobias Harris, Defensiv-Spezialist Avery Bradley und dem 2,21-Meter-Riesen Boban Marjanovic erhalten die Clippers im Gegenzug einen geschützten Erstrunden-Pick sowie einen sicheren Zweitrunden-Pick. Damit mausert sich Motor City vom zweifelhaften Playoff-Kandidaten zum Aspiranten.

Ebenso zweifellos bleibt die Verpflichtung von Griffin nicht ohne Risiko. Die Verletzungshistorie des Ausnahmeathleten ist lang. Hinzu kommen vereinzelte sportliche Tiefpunkte und Kontroversen abseits des Parketts. Ein echter Star, der gemeinsam mit Big-Man-Kollege Andre Drummond den Unterschied ausmachen kann, bleibt er trotzdem.

Außerdem konnten mit Jameer Nelson und James Ennis zwei zusätzliche Guards geangelt werden, die im Backcourt für Wirbel sorgen könnten. Die Pistons gehen somit zumindest für den Moment als Gewinner aus der Trade Deadline heraus.

Leonard auf Twitter: @leo_laurig

[Foto: Screenshot via Twitter]

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