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Welche Fußballliga ist die stärkste Europas?

Europas fünf besten Ligen seit 2000 im Ranking

Welche Fußballliga ist die stärkste Europas? 28. Februar 2018Leave a comment

Der europäische Fußball begeistert wöchentlich Fans aus aller Welt. Unter den fünf Top-Ligen finden sich die deutsche Fußball-Bundesliga, die englische Premier League, die französische Ligue 1, die italienische Serie A und die spanische Primera División. Es sind diese fünf Ligen, in welchen die besten Spieler der Welt ihre Brötchen verdienen. Der begehrteste Pokal im Klubfußball, die Champions League, findet ebenfalls fast immer seinen Platz in einem der Trophäenschränke dieser Verbände.

Doch welche Liga ist nun tatsächlich die beste? Dazu haben wir uns die Entwicklung dieser fünf Ligen etwas genauer angesehen — hier das Ergebnis:

Platz 5: Ligue 1

Die französische Liga gilt seit jeher als Talenteschmiede. Superstars wie Didier Drogba, Karim Benzema oder Ronaldinho spielten sich in Frankreich in die Herzen vieler Scouts von Top-Klubs. Ein wirklicher Konkurrenzdruck innerhalb der französischen Liga war aber kaum vorhanden. Meist dominierte über längere Zeitperioden eine Mannschaft den Rest der Liga — Anfang der 2000er Jahre Olympique Lyon, seit dem Investoreneinstieg Paris Saint-Germain. Wenig erstaunlich war es daher, dass die erfolgreicheren Spieler nicht in Frankreich bleiben wollten, sondern zu einem der Spitzenvereine in Europa wechselten.

Der französischen Liga schadete dies natürlich, im internationalen Vergleich konnte man nie auf höchster Ebene mithalten. Lyon gelang es zwar von 2000 bis 2012, stets an der Champions League teilzunehmen und dabei zwischen 2003 und 2012 sogar neunmal in Folge die K.-o.-Phase zu erreichen, weiter als ins Halbfinale 2010 ist man aber nie durchgedrungen. Bis auf eine Finalteilnahme vom AS Monaco 2004 (0:3 gegen den FC Porto) können französische Klubs seit der Jahrtausendwende auch keine weiteren Erfolge auf europäischer Ebene vorweisen.

Mit dem Wiederaufblühen des PSG als einer der Eliteklubs in Europa kann sich das in den nächsten Jahren ändern. Mit einem Kader gespickt von Top-Stars sind die Ambitionen der Hauptstädter groß. Man will im europäischen Geschäft um die Champions League nicht nur eine untergeordnete Rolle spielen, sondern auch als einer der heißesten Anwärter auf den Thron Europas gelten. Mit den Megatransfers von Neymar Jr. und Kylian Mbappé im Sommer 2017 hat man die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Dass die übrigen Vereine der Liga zum Niveau des Hauptstadtklubs aufschließen können, bleibt unterdessen zweifelhaft.


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Platz 4: Serie A

Der italienische Fußball zählt für viele Fans nicht zum attraktivsten in Europa. Es ist bekannt, dass Italien nicht nur in der Nationalmannschaft den berüchtigten “Catenaccio” zelebriert, auch in der italinieschen Liga steht an erster Stelle eine geordnete Defensive. Für die italienischen Spitzenklubs lag seit 2000 zudem der Aufbau eines starken Mannschaftsgefüges im Zentrum. Die Kader wurden durch Neuzugänge verstärkt, junge Talente fanden in den Teams und somit auch in der italienischen Liga nur selten einen Platz.

Zu Beginn der 2000er Jahre waren der AC Mailand und Juventus Turin heiße Aktien in der Champions League. Man kann durchaus von einer Dominanz der italienischen Vereine während dieser Phase sprechen, die im rein italienischen Finale 2003 gipfelte. Damals gewann der AC Mailand erst im Elfmeterschießen, nachdem — sinnbildlich für die italienische Fußballphilosophie — 120 Minuten lang kein Tor gefallen war.

2005 und 2007 standen die Mailänder abermals im Finale, jeweils gegen den FC Liverpool. Nach der Niederlage in der denkwürdigen Aufholjagd von Istanbul gelang den Italienern zwei Jahre später die Revanche. Bemerkenswert dabei ist vor allem, dass gleich sieben Spieler sowohl beim Titel 2003 als auch 2007 in der Startaufstellung der “Rossoneri” standen. Nach 2007 war die Blütezeit des italienischen Fußballs vorbei. Zwar schaffte es die zweite Mailänder Mannschaft Inter 2010 überraschend, die Königsklasse zu gewinnen, dieser kurze italienische Lichtblick liegt nun aber auch schon einige Jahre zurück.

Der Umschwung scheint in Italien noch nicht ganz zu funktionieren. Die Traditionsvereine aus Mailand tun sich in der Gegenwart extrem schwer, den Anschluss wieder zu finden. Juventus Turin hat sich nach den Manipulationsskandalen von 2006 erholt und dominiert die Liga seit Jahren. Zwei Finalteilnahmen der “Alten Dame” in der Champions League 2015 und 2017 rücken den italienischen Fußball wieder in ein etwas besseres Licht. Für eine bessere Platzierung unter den fünf Top-Ligen müssen aber wieder internationale Titel her und auch andere Vereine als die Turiner zur Elite aufsteigen.

Platz 3: Bundesliga

In Deutschland gibt es seit langem eigentlich nur einen Verein, der das Sagen hat. Der FC Bayern München dominiert die deutsche Bundesliga nach Belieben. Seit 2013 ist der Rekordmeister nunmehr nicht von der Spitze zu vertreiben. Das nationale Mächteverhältnis hier ist klar geregelt. An der Spitze sind die Bayern, die übrigen Plätze macht sich der Rest aus.


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Während der FC Bayern die nationale Meisterschaft Jahr für Jahr fast schon im Vorbeigehen gewinnt, erweist sich ein Triumph in der Champions League als wesentlich schwieriger. 2001 konnten sich die Münchener gegen Valencia durchsetzen, erst zwölf Jahre später 2013 im deutschen Finale gegen Borussia Dortmund ein weiteres Mal. Von 2014 bis 2016 war aber jeweils im Halbfinale Endstation. Nichtsdestotrotz muss man die Elf von der Säbener Straße immer auf der Rechnung haben, wenn es um den begehrtesten Pokal im europäischen Klubfußball geht.

Abgesehen vom FC Bayern spricht derzeit international nicht mehr viel für die Bundesliga. Borussia Dortmund hatte einige gute Champions-League-Auftritte. Nach den jüngsten Turbulenzen hat sich im Ruhrgebiet aber ein Negativumbruch eingestellt, dem vor allem Peter Stöger zurzeit versucht entgegenzuwirken. RB Leipzig, das neueste Gesicht in der deutschen Fußballelite, hat in Zukunft die Chance, eine große Rolle für Fußballdeutschland zu spielen, die auch die Landesgrenze überschreiten könnte. Im Fall von Leipzig muss man aber noch konkretere Ergebnisse abwarten.

Platz 2: Premier League

Die Premier League wird von der öffentlichen Mehrheit als die spektakulärste Liga in Europa angesehen. Für viele Superstars sind die Klubs auf der Insel die beliebteste Destination, wenn es im Jänner und in den Sommermonaten zu den Transferperioden kommt. Dabei kann die Liga auf eine Fülle an Top-Vereinen zurückgreifen, die auch international immer ein Wörtchen um die großen Titel mitreden können.

Der letzte große Coup in der Champions League liegt aber auch schon ein Weilchen zurück. 2012 setzte sich der FC Chelsea in einem packenden Finale gegen den FC Bayern München durch und vermieste diesem das Finale vor eigenem Publikum. Davor gewannen im Jahr 2005 der FC Liverpool und drei Jahre später 2008 Manchester United die Trophäe. Außerdem können die “Blues” und die “Red Devils” auch je einen Erfolg in der Europa League vorweisen. In der aktuellen Saison könnte Manchester City wieder einmal die Champions League nach England holen, die Mannen von Guardiola spielen schon seit Monaten in einer bestechenden Form und gelten als heißer Tipp auf den Titel.


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Der englische Fußball hat schon immer einen hohen Rang im europäischen Spitzenfußball eingenommen. In der jüngeren Vergangenheit haben die Top-Klubs aber in den entscheidenden Phasen der Champions League des Öfteren geschwächelt und Nerven gezeigt. In der aktuellen Saison stellt man aber mit fünf Mannschaften die meisten im Achtelfinale. Der Weg bis ins Finale ist noch lang und es wird sich zeigen, ob man aus vergangenen Fehlern gelernt hat.

Platz 1: Primera División

Wenn es um den technisch besten Fußball auf der Welt geht, kommt man nicht um die Primera División herum. Die höchste spanische Spielklasse strotzt nur so von wahren Offensivtalenten. Wöchentlich verzaubern der FC Barcelona, Real Madrid und Co. die Welt mit Fußballleckerbissen. Auf den Plätzen in Spanien findet man das Beste, was der Fußball zu bieten hat. Seit 2009 (!) wandert der FIFA Ballon d’Or für den besten Fußballer des Jahres immer in die Spanische Liga — entweder zu Lionel Messi (FC Barcelona) oder zu Cristiano Ronaldo (Real Madrid).

Von den letzten 18 Champions-League-Siegen gingen nicht weniger als die Hälfte nach Spanien. Fünfmal konnte dabei Real Madrid gewinnen und viermal der FC Barcelona. Drei Titel hat das “Weiße Ballett” dabei in den letzten vier Jahren gewonnen, dazwischen einmal Barcelona, was die aktuelle Dominanz der spanischen Vereine in der Königsklasse unterstreicht. Mit dem FC Sevilla hat man außerdem einen Dauerbrenner in der Europa League. Dabei entschieden die Andalusier den Bewerb von 2014 bis 2016 gleich dreimal in Folge für sich (dazu noch zweimal den UEFA Pokal).

Die Dominanz von spanischen Vereinen im internationalen Vergleich ist unumstritten. Alleine aufgrund der Titelgewinne in der Champions League und Europa League muss die Primera División als die beste Liga in Europa gelten. Ob dieses Mächteverhältnis aber noch länger bestehen bleibt, kann bezweifelt werden. Die Ären von Messi und Ronaldo werden in absehbarer Zeit zu Ende gehen. Mit PSG und Manchester City kommen zudem aktuell ernstzunehmende Konkurrenten, die den Spanieren den Kampf ansagen.

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[Foto: Ver en vivo En Directo/Flickr/CC BY-SA 2.0]

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