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Unsere Musik-Highlights: Februar 2018

Trotz des kurzen Monats gab es im Februar beachtliche Veröffentlichungen

Unsere Musik-Highlights: Februar 2018 1. März 20181 Comment

Unabhängiger Journalismus aus Wien

In vier unterschiedlichen Kategorien präsentieren wir euch die Highlights der schaffenden Musikszene. Wir haben uns als Ziel gesetzt, mit jedem Artikel den deutschsprachigen Raum als auch vor allem Elemente aus Indie, Alternative, Hip-Hop sowie Elektro in unsere Playlist miteinzubeziehen. Damit niemand zu kurz kommt, werden wir versuchen, ein möglichst breites Spektrum an musikalischer Diversität zu bieten und trotzdem eine Einheit aus den besten Acts des vergangenen Monats zu bilden. Hier sind unsere Musik-Highlights vom Februar:

Album des Monats: MGMT — Little Dark Age

Johannes Mayer: Little Dark Age besticht mit düsteren Synths und wellenartigen Lyrics. Insgesamt liefert das Indietronic-Duo ein kompaktes Album, das in seiner Gesamtheit überzeugt. Hymnen wie “Kids”, “Electric Feel” und “Time to Pretend” liegen Jahre zurück, das weitere Schaffen von Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser wird von der breiten Masse übersehen, entfaltet dadurch aber seine geheime Wirkung: Ein Musikstück, das den Genuss des Einzelnen fordert. Eine genauere Analyse zu MGMT und ihrem neuesten Werk Little Dark Age könnt ihr in unserem bereits erschienenen Artikel nachlesen.

Songs des Monats:

Alle unsere Lieblingssongs des vergangenen Monats findet ihr in dieser Spotify-Playlist. Dieses Mal mit dabei sind unter anderem Franz Ferdinand, RAF Camora sowie Kendrick Lamar:

Anmerkung: Nicht bei allen Songs handelt es sich um Neuerscheinungen im Jänner. Es können auch Songs sein, die wir (wieder-)entdeckt haben und einfach nur extrem feiern.

Video des Monats: Mynth — “Elevator”

Johannes Mayer: Das Rad haben sie natürlich nicht neu erfunden, dennoch “schimmert” Mynths neues Musikvideo zur Single “Elevator” in satten Pastellfarben. Es ist nicht nur ein Trend, es ist längst allumgängliche Mode, einzelne Momentaufnahmen in Kombination mit grellen oder abgestimmten pastellen Farben in Videos zu packen. Motive sind dabei meist einfach Menschen, etwas Essbares oder Einrichtungs- und Möbelstücke, die zwischen 80er-Klischee und Flohmarkt-Unikat pendeln.

Aber das ist gar nicht böse gemeint, denn diese Art von Inszenierung ist nun mal momentan der letzte Renner — auch wenn Mynth für ihre feinen Details und ihre herausragenden kreativen Züge ein zusätzliches Lob gebührt. Prinzipiell ist ihre Chronologie an Musikvideos überhaupt optisch herausragend und darf sich zu den Besten der österreichischen Musikszene gesellen.

Ein künstlerischer Hauch von Minimalismus, der der elektronischen Musik von Mynth sehr schmeichelt. Nach ihrem mittlerweile zweiten Album Parallels (welches wir bereits in unseren November-Highlights gefeiert haben) veröffentlichte das Salzburger Geschwisterpaar nun ihre experimentelle EP Echo, die als zusätzliches Zuckerl in deiner Mediathek nicht fehlen sollte.

Konzert des Monats: Mavi Phoenix

Lisa Lugerbauer: Es war eine schwierige Entscheidung, Alt-J in Wien oder Mavi Phoenix auf einem Faschings-Gschnas in Oberösterreich? Wegen dem Gesamtpaket fiel die Entscheidung auf Letzteres. Denn wer feiert nicht gerne Fasching zu Musik von Mavi Phoenix, die aus einer gekonnten Mischung von Lo-Fi-Pop, Trap, R&B und Electro besteht?

Bereits die ersten Songs — unter anderem “Fly” — waren so eindringlich, dass sich die Menschenmasse hingebungsvoll dem Tanzen widmete. Sogar vielen der älteren Semester, die nicht primär wegen der Musik die Veranstaltung besuchten, schien Mavi zu gefallen. Auf die Frage hin, wer denn aller Janet Jackson kennt, brüllte die Menge, obgleich sicher nicht allen die jüngere Schwester Michael Jacksons ein Begriff ist. Das Geschrei gebührte wohl eher dem Song, den Mavi nach dem Abebben des Lärmpegels anstimmte und anschließend — wie alles andere — großartig performte.

Zum Abschluss wurde “Aventura” gespielt. Der Song, welcher sicherlich den letzten Tanzmuffel zum Tanzen animierte. Doch so schnell Mavi auf der Bühne war, so schnell war sie auch wieder weg. Trotz dem großen Verlangen nach einer Zugabe seitens des Publikums kam keine. Der darauffolgende DJ konnte die Stimmung zwar aufrechterhalten, dafür überwiegend verantwortlich war aber der Alkohol. Die Worte “I’m Mavi Phoenix” hätten wir schon noch gerne abschließend gehört.

kultort.at auf Twitter: @kultort

[Foto: Filmfestival Linz /Flickr (Mavi Phoenix)/CC BY 2.0/Eddy Berthier/Flickr (Franz Ferdinand)/CC0 1.0Kerstin Musl/Illustration von Marcel Weld]

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