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Die Steaming Satellites sind zurück aus dem All

Mit ihrem neuen Album 'Back from Space' melden sich die Steaming Satellites endlich zurück

Die Steaming Satellites sind zurück aus dem All 19. April 20181 Comment

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Eines ist sicher: Kaum eine Band bleibt ihrem Thema so treu wie Steaming Satellites. Der Begriff Space Rock bekommt durch sie eine ganz neue Bedeutung. Von “Spaceships” und “Spacelab” auf The Moustache Mozart Affaire über Slipstream bis hin zu “Rocket” von ihrer letzten Platte war bis jetzt immer irgendwie etwas Galaktisches dabei. Warum auch nicht? Hat man die Band zumindest vom zweiten Album an verfolgt, bekommt man beim Hören das Bild einer Weltraumszenerie ohnehin nicht mehr aus dem Kopf. Die Neuerscheinung Back from Space bildet da keine Ausnahme. Außer vielleicht, dass man dieses Mal der Sonne entgegenblickt, anstatt dunkler Weiten.

Ein bisschen mehr Licht

Die Single, die das Album betitelt, ist schon länger im Radio zu hören und ließ bereits erahnen, dass die neue Platte wohl eher kein Trauerspiel ist. Tatsächlich klingt es so, als hätte die Band jeweils ein bisschen was von ihren bisherigen Alben zusammengepackt, mit positiven Vibes angereichert und daraus etwas Neues geschaffen. Man spürt die Freude und Energie, die in das Album gesteckt wurde. Back from Space setzt einfach noch eins drauf und lässt stimmungsmäßig eigentlich keinen Platz für Melancholie.

Ein Appell an uns alle

Zehn Songs sind auf dem Album zu hören und keiner davon ist besonders schwer, träge oder langsam. Platz zwei und drei belegen “Shout it out” und “Back from Space”, die momentan wahrscheinlich bekanntesten Lieder des Tonträgers. Ersteres, so enthüllt die Band in einem Interview mit Red Bull, fordert dazu auf, Selbstzweifel hinter sich zu lassen und seinen Weg zu gehen. Der Titelsong hingegen soll auf die fehlende Nächstenliebe in unserer Gesellschaft aufmerksam machen.


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Außerdem interessant ist “Major Crime”, schlicht und einfach ein guter Song, der ebenfalls energiegeladen daherkommt und der Band nach der kraftvollste und lauteste des Albums ist. “Electrify” ist synthlastig, obwohl es teilweise an Blues erinnert — Synth-Blues, wenn man so will. Die letzte Nummer “Back to the Roots” bildet einen angenehmen Ausklang, ein bisschen verträumt, aber optimistisch. Inhaltlich geht es darum, auch an das Unmögliche zu glauben. Insgesamt ist es ein gelungenes Album, einerseits wird einem der typische vom Synth getragene Indie-Rock geboten, andererseits eine neue Perspektive.

Bisher ein Aufstieg ohne Fall

Steaming Satellites haben in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Weg zurückgelegt. Schließlich gab es Zeiten, in denen um halb eins nachts “Karate Party” auf GoTV lief und man sich zwanghaft fragen musste, warum die Scheibe nicht schon längst überall rauf- und runtergespielt wird. Seitdem waren sie schon zweimal mit Portugal. The Man auf Tour, 2014 für einen Amadeus nominiert und steuerten “How Dare You” als Soundtrack für den Alpen-Western Das finstere Tal bei.


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Auch konzerttechnisch sind die Steaming Satellites definitiv einen Besuch wert. In Wien haben sie bereits das Chelsea und das WUK gefüllt, am 22. Mai wird es erstmals die Arena Wien sein. Ein Highlight war die Band außerdem im beim Ahoi! The Full Hit of Summer 2018 in Linz, wo sie auf derselben Bühne wie Arcade Fire bereits ihre neuen Stücke zum Besten gaben. Auch im Gasometer spielten die Salzburger als Support Act ihrer Freunde — und seit deren letzter Platte Weltstars — Portugal. The Man. Eine Kombi, die man unbedingt gesehen haben sollte.

Es gibt noch etwas, das eigentlich sicher ist: Steaming Satellites sind derzeit ohne Zweifel eine der besten österreichischen Bands — wenn man kein Anhänger der Bilderbuch-Wanda-Fraktion ist, vielleicht auch die beste.

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[Foto: © Gerald von Foris]

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