Popkultur TV & Kino

Die größten Tops und Flops von ‘Avengers: Infinity War’

Der neueste Streich von Marvel brilliert in vielen Aspekten, gibt es aber auch Kritikpunkte?

Die größten Tops und Flops von ‘Avengers: Infinity War’ 30. April 20181 Comment

Redakteur

Achtung! Im folgenden Beitrag befinden sich Spoiler zu Avengers: Infinity War.

Das Marvel Cinematic Universe (MCU) steuert auf seinen vorläufigen Höhepunkt zu. Nach zehn Jahren und 18 Filmen ist endlich Avengers: Infinity War in den Kinos erschienen. Oberbösewicht Thanos tritt aus seinem Schatten hervor. Gemeinsam mit seinen loyalen Dienern der Black Order und bewaffnet mit einem goldenen Handschuh namens “Infinity Gauntlet” macht er sich auf die Suche nach den sogenannten Infinity-Steinen.

Regie führten die Russo-Brüder, Anthony und Joe, die die schwierige Aufgabe hatten, 64 (!) Figuren in 150 Minuten Lauflänge unterzubringen. Kann so ein Werk funktionieren? Haben die Regisseure es geschafft, allen Protagonisten ausreichend Screentime zu geben? Wir von kultort.at beantworten diese Fragen und erklären auch, warum Thanos der bisher beste Marvel-Bösewicht ist. Hier sind die größten Tops und Flops von Avengers: Infinity War:

Top: Josh Brolin als Thanos

Trotz der gelungenen, unterhaltsamen und teils großartigen Filme hatte Marvel meistens ein Grundproblem: einen blassen Bösewicht. Die Helden standen immer im Vordergrund, der Antagonist konnte sich kaum entfalten und hatte immer die gleichen, schwachen Motive. Egal ob Darren Cross alias Yellojacket (Corey Stoll) aus dem Film Ant-Man oder Kaecilius (Mads Mikkelsen) als Gegenspieler von Doctor Strange.


MEHR: Auf diese 10 Filme freuen wir uns 2018 am meisten


In Infinity War ist alles anders, denn Thanos steht im Mittelpunkt. Die gesamte Inszenierung ist auf das lila Wesen mit dem goldenen Handschuh zugeschnitten. Wir erleben seine Motive, seine Herkunft und in diesem Zusammenhang auch seine Beziehung zu seiner Adoptivtochter Gamorah. Thanos ist der mächtigste Bösewicht, den Marvel je in seinen Filmen präsentiert hat. Überraschenderweise bietet er zusätzlich emotionale Charakterzüge und fällt nicht in das klassische Schema des bösen Gegenspielers. Dennoch spüren KinozuschauerInnen bereits in der ersten Szene, wie mächtig er ist. Er tötet Loki und Heimdall, selbst Hulk bekommt seine Stärke zu spüren, in dem er von Thanos windelweich geprügelt wird.

Bei so einem starken, mächtigen Wesen brauchst du einen hervorragenden Darsteller, der sowohl das Böse als auch tiefgründige Momente perfekt transportieren kann. Das schafft der US-Amerikaner Josh Brolin (Sicario) mit einer unglaublich starken Performance. Ihn muss man hervorheben, weil es einfach Spaß macht, ihn als Thanos zu sehen. Darüber hinaus wirkt seine Stimme in der Originalversion sehr bedrohlich und daher passt Brolin wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Top: Superheroes All Over The Place

Dieser Film ist ein wahrgewordener Traum für Comicfans und Liebhaber der MCU-Filme. Die Russo-Brüder vereinen alle möglichen Superhelden und Figuren aus allen Filmen der letzten zehn Jahre. Egal ob Spider-Man, Iron Man, die Guardians of the Galaxy, Black Panther oder Thor — alle sind sie mit von der Superhelden-Partie.

Diese spezielle Konstellation ergibt im Film noch nie dagewesene Paarungen. Thor trifft auf die Guardians of the Galaxy und muss mit Rocket und Groot die Schmiede aufsuchen, wo der “Infinity Gauntlet” geschmiedet wurde. Wir erleben Spider-Man Seite an Seite kämpfend mit Star-Lord und Drax, Captain America steht Black Panther in Wakanda in einer entscheidenden Schlacht zur Seite. Jede Figur bekommt ausreichend Screentime und es war eine epische Freude, all diese Figuren in knappen 150 Minuten zu erleben.


MEHR: ‘Black Panther’ ist die Innovation, die das Marvel-Universum gebraucht hat


Das größte Highlight aller Figuren war definitiv das Aufeinandertreffen von Tony Stark und Doctor Strange. Zwei egoistische Alphatiere, die von Beginn an nicht nachgeben wollen und dennoch am Ende gemeinsam Thanos bekämpfen. Durch die Performance der beiden grandiosen Darsteller Robert Downey Jr. und Bennedict Cumberbatch bekommen die Dialoge noch mehr Würze.

Flop: Karen Gillan und Benicio del Toro

Die Schottin Karen Gillan verkörpert die Figur Nebula, die ihren ersten Auftritt in Guardians of the Galaxy hat. Bekannt als Schwester von Gamora war sie zunächst loyale Dienerin von Thanos und schloss sich im zweiten Guardians-Film Peter Quill und Co. an. Gillan schafft es mit ihrer Performance leider nicht, der Figur interessante Züge zu verpassen. Darüber hinaus hat sie in Infinity War sehr wenig zu tun. Dabei ist ihr Charakter in entscheidenden Szenen für die Story zu sehen. Unter anderem verwendet Thanos sie als Köder, um von Gamora den Aufenthaltsort des Seelensteins zu erfahren.

Noch weniger zu tun bekommt Benicio del Toro als Taneleer Tivan alias der Collector. Der Collector besitzt die größte Sammlung von interstellaren Relikten und anderen dubiosen Gegenständen. Darüber hinaus besitzt er auch den Äther, der bekannte Realitätsstein aus Thor: The Dark Kingdom. Aus diesem Grund sucht Thanos ihn am Planeten “Knowhere” auf und bedroht den Collector. Eine kurze Szene, die wichtig für die Story ist, die aber auch zeigt, dass das große Talent von Benicio del Toro mehr als nur verschwendet wird.

Top: Technik, Action, Soundtrack

Mittlerweile ist es mehr als nur beeindruckend, was Filmemacher mit der CGI-Technik auf die große Leinwand zaubern können. Es werden fremde Planeten erschaffen und digitale Figuren, wie zum Beispiel der Bösewicht Thanos, bekommen durch das Motion-Capture-Verfahren realistische Gesichtszüge. An wenigen Stellen ist das CGI zwar sichtbar, dennoch überwiegt das positive Gefühl — die Welten, Raumschiffe und Schlachten sehen spektakulär aus.


MEHR: Die größten Tops und Flops von ‘Star Wars: Die letzten Jedi’


Apropos Schlachten: Die Russo-Brüder haben es wieder einmal geschafft, coole Action zu inszenieren. Iron Man, Spider-Man und Doctor Strange versuchen in New York gegen die Black Order zu bestehen. In der großen Schlacht in Wakanda kämpfen Black Panther und Captain America gegen eine massive Anzahl an Aliens. Immer episch untermalt mit dem bombastisch orchestralen Soundtrack von Alan Silvestri, der dich neben dem perfekten 3D in den Kinosessel drückt.

Top und Flop: Der Seelenstein

Die Geschichte rund um die sechs Infinity-Steine streckt sich seit vielen Jahren über mehrere Filme. Tesserakt (Raumstein) hier, Auge des Agamoto (Zeitstein) dort. Doch ein Stein blieb bis jetzt verborgen und es wurde schon wild gerätselt, wo sich dieser befindet. Die Rede ist vom Seelenstein: Im Internet kursierten Fantheorien, dass ihn entweder Heimdall oder Black Panther besitzen könnte. Doch es kam anders. Die Russo-Brüder führten einen neuen Planeten namens Vormir ein und entschieden, dass Gamora weiß, wo sich dieser Stein befindet.

Überraschende Wendungen und das Einführen von neuen Planeten kann durchaus positiv gewertet werden, aber der/die eine oder andere ZuschauerIn kann dies auch als Flop sehen. Der Grund: Bis dato war nie die Rede davon, dass dieser Planet existiert. Darüber hinaus stellt sich die Frage, warum Gamora plötzlich weiß, wo sich dieser Planet, geschweige denn der Stein befindet.

Flop: Hulk und der aufgesetzte Humor

Zugegeben: Dieser Teil der Flop-Sparte fällt unter die Kategorie “Jammern auf sehr hohem Niveau”. Denn der Humor in Verbindung mit der typischen Marvel-Formel wird wieder grandios eingesetzt und lockert an vielen Stellen den Film auf. Nur manchmal wirken witzige Situationen zu aufgesetzt. In einer Szene sprechen Peter Quill und Gamora über Thanos, dass Peter sie im Falle des Scheiterns umbringen soll — vor allem, weil sie weiß, wo der Seelenstein ist. Dann küssen sie sich und plötzlich schwenkt die Kamera zu Drax, der einen humorvollen Dialog beginnt. Das mag zwar lustig sein und das Kinopublikum hat an dieser Stelle auch laut gelacht, aber diese Szene macht den vorher aufgebauten, emotionalen Moment stark zunichte.

Was ist mit Hulk passiert? Das fragen sich vermutlich viele Zuschauer, die Infinity War gesehen haben. Nach den ersten Minuten, in denen er von Thanos verprügelt wurde und im letzten Moment vom sterbenden Heimdall zur Erde geschickt wird, fehlt vom Hulk jede Spur. Bruce Banner kämpft damit, den Hulk zurückzuholen doch dieser mag sich einfach nicht verwandeln. Somit wirkt Mark Ruffalo ein wenig deplatziert, auch in der Hulkbuster-Rüstung in der Schlacht auf Wakanda.

Abwesenheit: Wo sind Ant-Man und Hawkeye?

Trotz der massiven Anzahl an Figuren und Charakteren aus dem gesamten MCU sucht man zwei Helden vergeblich: Ant-Man alias Scott Lang und Hawkeye alias Clint Barton. Letzterer wird zumindest namentlich erwähnt und es wird erklärt, warum er in Infinity War abwesend ist. Es dürfte mit den Ereignissen im dritten Captain America-Film Civil War zusammenhängen und es gibt sogar das Gerücht, dass er mit neuer Frisur und neuem Namen in Avengers 4 auftauchen wird. Ebenfalls in Avengers 4 wird der Ameisenmann zu sehen sein, der darüber hinaus im Juli 2018 einen weiteren Solo-Auftritt (Ant-Man and The Wasp) bekommt. Über seinen dortigen Auftritt kann aber derzeit nur spekuliert werden.

Ausblick: Tote Helden / Captain Marvel

In Avengers: Infinity War zeigen sich die Filmemacher endlich einmal konsequent. Vor allem was das Ableben von geliebten Figuren betrifft. Wie oben bereits erwähnt sterben in den Anfangsminuten Loki und Heimdall und am Ende Vision, dessen Tod fast schon erahnbar war. In der Mitte des Filmes stirbt unerwartet ein Mitglied der Guardians — Gamora. Thanos tauscht ihre Seele gegen den Seelenstein ein und stößt sie unter heftigen Tränen von der Klippe. Aber ist sie wirklich tot oder nur im Seelenstein gefangen? Diese Antwort wird Teil vier bringen.

Am Ende gelingt es Thanos alle sechs Steine in seinen Handschuh einzufügen. Er schnippt einmal mit dem Finger und löscht somit das halbe Universum aus. Viele Superhelden, unter anderem Black Panther, Scarlett Witch, Doctor Strange und Spider-Man lösen sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auf. Es herrscht Totenstille. Die Frage ist nur: Wer kehrt in der Fortsetzung zurück? Meine Theorie besagt, dass alle Superhelden, die sich am Ende aufgelöst haben, zurückkommen werden. Es gibt Vermutungen, dass sie in einer Parallelwelt oder sogar im Seelenstein wie Gamora gefangen sind.

Eine wichtige Rolle wird auch Captain Marvel (Brie Larson) spielen. Sie bekommt im März 2019 ihren ersten Solo-Film und ihr Logo war in der einzigen Postcredit-Szene zu sehen. An ihr wird es vermutlich liegen, wie Thanos besiegt werden kann. Bis es soweit kommt, müssen sich Fans noch gedulden, denn erst in einem Jahr erscheint die Fortsetzung in den Kinos.

Thomas auf Twitter: @plapperblog

[Foto: Screenshot via YouTube: “AVENGERS 3: Infinity War Trailer German Deutsch (2018)” von KinoCheck]

Redakteur

One comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.