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Fußball-WM: Uruguay im Portrait

Mit einer Mischung aus Jung und Alt will Uruguay in Russland überzeugen

Fußball-WM: Uruguay im Portrait 17. Mai 2018

Redakteur

Alle vier Jahre dreht sich in der Welt des Fußballs alles um das wichtigste Turnier: die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft. Zur Vorbereitung auf Russland portraitiert kultort.at die zehn Top-Favoriten auf den Titel. Jede Woche erwarten euch zwei neue Mannschaften in der Analyse. In diesem Portrait nehmen wir den Rekordsieger der Copa América unter die Lupe.

Team: Uruguay

Trainer: Óscar Tabárez (seit 2006)

WM 2014: Aus im Achtelfinale (0:2 gegen Kolumbien)

WM-Teilnahmen: 12

WM-Titel: 2 (1930, 1950)

Schlüsselspieler: Diego Godín (Atlético Madrid), Luis Suárez (FC Barcelona), Edinson Cavani (Paris Saint-Germain)

Gruppengegner: Russland, Ägypten, Saudi-Arabien


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Stärken: Defensive Robustheit.

Uruguay hat nur knapp unter 3,5 Millionen Einwohner, ist aber trotzdem bereits zweimaliger Weltmeister. Essentielle Faktoren für vergangene wie aktuelle Erfolge sind die Komponenten Aggressivität, Kampfgeist und Einsatzwille. Am stärksten drückt sich das in der gefürchteten Defensive Uruguays aus. Das hat seinen Grund, denn mit Diego Godín (32) und José Giménez (23) steht eine der aktuell weltbesten Innenverteidigerpaarungen auf dem Platz. Nicht nur im Nationalteam, sondern auch beim spanischen Spitzenklub Atlético Madrid bilden sie ein erfolgreiches Gespann.

In der Primera División hat die von Godín und Giménez angeführte Verteidigung Atléticos mit 20 Toren in 37 Spielen eine beachtliche Quote vorzuweisen. Seitdem sich Giménez seinen Stammplatz bei “Los Colchoneros” endgültig erkämpft hat, verbessern sich sämtliche Statistikwerte. Das Innenverteidigerduo lässt weniger Schüsse auf und neben das Tor sowie innerhalb des Strafraumes zu und am wichtigsten: Atlético bekommt weniger Tore, via intothecalderon.com.

Auf ihre Qualitäten wird sich das gesamte Team verlassen können, beziehungsweise müssen. Mit Cáceres oder Pereira stehen auf den Außenpositionen zwei Routiniers jederzeit zur Verfügung. Außerdem hat Teamchef Tabárez zuletzt vielen jungen Spielern ihre Chance gegeben. Egal, in welcher Konstellation, Uruguay ist ein harter und schmerzhafter Gegner.

Schwächen: Fehlende Klasse und Erfahrung im Mittelfeld.

Das uruguayische Mittelfeld ist zweifellos ein gutes. Viele Akteure spielen tragende Rollen in ihren Klubs, die meisten davon in der italienischen Serie A. Doch um auf höchstem Niveau bestehen zu können, fehlt es den großteils jungen Spielern an Erfahrung und Klasse.

Kaum einer der aktuellen Mittelfeldspieler war bei der WM 2014 mit dabei. Was diese in der Südamerika-Qualifikation auf den Platz gebracht haben, wird in den entscheidenden Spielen des WM-Turniers zu wenig sein. Die “richtig Großen” aus Spanien, Deutschland oder Brasilien werden eine spielerische Dominanz und Sicherheit an den Tag legen, mit der Uruguay nicht Schritt halten kann. Die Verbindung zwischen robuster Defensive und den Weltklasse-Stürmern Suárez und Cavani fehlt. Spielerisch wird Uruguay im Turnierverlauf nicht konkurrenzfähig sein.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt, falls Trainer Óscar Tabárez ein weiteres Mal erfahrene Spieler wie Rodríguez, González oder Vecino forciert. Es bleibt abzuwarten, ob er seinen begonnenen Umbruch mit Spielern wie Bentancur, Valverde, De Arrascaeta, Nández oder Pereiro bedingungslos fortführt. Unabhängig seiner Aufstellung, sowohl mit den jungen Spielern in den letzten Freundschaftsspielen, als auch mit den arrivierten Kräften in der WM-Qualifikation hat Uruguay in den letzten acht Spielen nur eines verloren — gegen Österreich. Und die sind ja bekanntlich nicht dabei in Russland.

Player to Watch: José Giménez

José Giménez ist ein Spieler, dem eine große Zukunft bevorsteht. Geboren wurde der 1,85 Meter große Innenverteidiger 1995 in Toledo. Aktuell verteidigt er für Atlético Madrid und damit eine der besten Mannschaften und vor allem eine der besten Defensiven der Welt. Das ist trotz seines jungen Alters zu einem großen Teil auf seine Leistungen zurückzuführen.

Bei Atlético ist der Verteidiger seit Anfang des Jahres (wieder) gesetzter Stammspieler, auch weil er über einen längeren Zeitraum annähernd verletzungsfrei geblieben ist. Für Uruguay stand er in den letzten elf Spielen durchgängig in der Startformation.

Giménez hat Stärken die ihn zu einem wichtigen Stabilisator der südamerikanischen Auswahl machen. Er ist stark am Ball und robust in den Zweikämpfen, sowohl am Boden als auch in der Luft. Früher galt er als Spieler mit viel Talent und großartigen Anlagen, doch es wurden ihm auch taktische Undiszipliniertheit und unnötige Fouls vorgeworfen. Diese Saison hält der Spanien-Legionär bewerbsübergreifend bei acht gelben und null roten Karten in 42 Spielen. Seine agilen physischen Voraussetzungen nützt er, um seine Gegenspieler ständig zu verfolgen und anzugreifen.

Der Rechtsfuß hat noch bis Sommer 2018 einen Vertrag in Madrid. Trotzdem jagen ihn bekannte Vereine wie Juventus Turin, FC Arsenal und FC Liverpool, via talksport.com.

Prognose: Uruguay wird eine souveräne Gruppenphase spielen, in der sie sich den Aufstieg sichern. Spätestens im Viertelfinale ist jedoch Schluss.

Matthias auf Twitter: @mwFuehrer

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