NBA NBA-Finals 2018 Sport

Gewinner und Verlierer: NBA-Finals, Spiel 1

Die Golden State Warriors gewinnen Spiel 1 der NBA-Finals mit 124:114 nach Overtime gegen die Cleveland Cavaliers

Gewinner und Verlierer: NBA-Finals, Spiel 1 1. Juni 20181 Comment

LeBron James geht für 50 Punkte in Spiel 1, doch in der Verlängerung behält der Favorit die Oberhand. Hier sind die größten Gewinner und Verlierer eines äußerst ereignisreichen Auftaktspiels:

Gewinner: LeBron James

Der King eilt von Rekord zu Rekord. Game 1 war sein 109. Playoff-Spiel, in dem er 30 oder mehr Punkte erzielte. Damit zieht James gleich mit Michael Jordan. Dazu legte er mit 51 Punkten einen neuen persönlichen Bestwert für die Playoffs auf. Vor ihm schafften dies nur fünf Spieler in den NBA-Finals. LeBron war auch der erste Spieler, dem dies in einer Niederlage gelang.

Auch wenn die Serie am Ende von 53 Minuten 1:0 gegen ihn steht, bewies LeBron James einmal mehr, dass es zur Zeit keinen besseren Basketballspieler auf diesem Planeten gibt. Damit die Cavs eine Außenseiterchance auf den Titel haben, muss er diese Leistung allerdings in jedem Spiel der Serie abrufen. Dass selbst solche Performances nicht genug sein können, hat Spiel 1 gezeigt.

Verlierer: J. R. Smith

J. R. Smith hatte für seine Verhältnisse ein solides Spiel. Zehn Punkte und sechs Rebounds sind keine Zahlen, mit denen der Shooting Guard angeben könnte. Doch Cleveland ist in diesen Playoffs froh über jeden Rollenspieler, der mehr als fünf Punkte macht. Am Ende des Abends war Smith jedoch die große Lachnummer in der NBA-Welt.

Bei noch 4,7 Sekunden Spielzeit steht George Hill an der Freiwurflinie mit der Chance, die Cavaliers mit 108:107 in Führung zu bringen. Hill verwirft den Freiwurf, Smith schnappt sich zwar den Offensiv-Rebound gegen Kevin Durant, läuft dann aber unerklärlicher Weise in Richtung eigener Hälfte.

Später ist erkennbar, wie Smith sagt, dass er dachte, sein Team würde führen, auch wenn er in den Interviews nach dem Spiel etwas anderes behauptete. Für den neutralen Beobachter durchaus amüsant, mit dieser Aktion könnte Smith den Cavaliers das wichtigste Spiel der bisherigen Saison gekostet haben.

Gewinner: Klay Thompson

J. R. Smith stand bereits früher im Fokus. Er rutschte nach wenigen Minuten auf einer feuchten Stelle des Spielfelds aus und fiel dabei unglücklich in Klay Thompsons Beine. Im ersten Moment sah es so aus, als hätte sich der Guard ernsthaft verletzt. Doch schon bald wurde berichtet, dass es sich lediglich um eine Prellung des Beins handle.

Thompson kam zurück und lieferte in gewohnter Manier ab. Unbeeindruckt netzte er fünf seiner zehn Dreier für insgesamt 24 Punkte ein. Gerüchte, dass die Warriors ihn im Sommer für mehr Kadertiefe opfern könnten, scheinen unvorstellbar — aufgrund der unmessbaren Wichtigkeit, die einer der besten Schützen aller Zeiten für das Spiel seines Teams hat.

Verlierer: Das Verhältnis der Cavs mit den Schiedsrichtern

Kaum eine Sportart stellt eine größere Herausforderung für ihre Schiedsrichter dar als Basketball. Die Unparteiischen müssen innerhalb von Sekundenbruchteilen über Recht und Unrecht entscheiden, während riesige Athleten mit hohen Tempo ineinander laufen. Die Frustration der Cavaliers mit dem Dreiergespann in Spiel 1 ist aber durchaus nachvollziehbar.

Zweimal wurden vermeintlich saubere Steals als Foul gewertet. Ein Offensiv-Foul von Durant (im oberen Tweet zu sehen) wurde nach Überprüfung am Videomonitor in ein Blocking-Foul von James geändert. Zu allem Überfluss wurde Tristan Thompson in den letzten Sekunden noch aus dem Spiel geworfen. Dieser ließ seine Frustration dann an Draymond Green aus, was zu einer weiteren Bestrafung durch die Liga führen könnte.

Auch wenn das Spiel nicht durch die Schiedsrichter entschieden wurde, ist es schwer, nicht darüber nachzudenken, was gewesen wäre, hätten die Cavs den einen oder anderen Pfiff mehr für sich bekommen. Insbesondere im vierten Viertel, in dem jeder einzelne Ballbesitz extrem wichtig war.

Gewinner: Stephen Curry

Stephen Curry ist einer der erfolgreichsten Basketballer der letzten Jahre. Zwei MVP-Titel und zwei Meisterschaften stehen auf seinem Ré­su­mé. Allerdings blieb ihm die Auszeichnung als Finals-MVP noch verwährt. Seine Leistungen in den Finals waren zwar immer gut, doch besonders Andre Igoudala und Durant bestimmten 2015 und 2017 die Finalserien.

In Spiel 1 legte Curry allerdings ein Fabelspiel auf. 29 Punkte mit fünf getroffen Dreiern bei elf Versuchen, dazu neun Assists und sechs Rebounds. Zusätzlich sorgte der Superstar für das (positive) Highlight der Partie, als er fast von der Mittellinie für den ausgleichenden Dreier zur Halbzeitsirene sorgte.

Auch wenn die Cavaliers es immer wieder geschafft haben, seine defensiven Schwächen auszunutzen, die offensive Leistung erinnerte an die beiden MVP-Jahre des 30-Jährigen. Nach dem dominanten Auftritt von Durant in den letztjährigen Finals scheint dieses Jahr wieder Curry der Leader des Starensembles zu sein. In wenigen Tagen könnte er seine Trophäensammlung vollenden.

Verlierer: Die Fans

Der Unterhaltungswert von Spiel 1 war zwar höher als jedes der vierzehn Conference-Finals. Trotzdem fällt es dem neutralen Fan schwer, nach Ende des Spiels nicht enttäuscht zu sein. Der große Favorit stand so kurz davor, seinen Heimvorteil abzugeben. Die Erwartung vieler, dass diese Serie ein Spaziergang für die Warriors wird, wäre bereits nach einem Spiel über den Haufen geworfen.

Der Gameplan der Cavaliers ging gut auf. Sie verlangsamten das Spiel, holten mehr Rebounds und vertrauten auf ihren Superstar. Im zweiten Viertel führte Cleveland zwischenzeitlich mit elf Punkten. Doch gegen diese Version der Warriors kann auch der beste Tag nicht ausreichend sein. Der Meister traf in dieser Nacht 51 % der Wurfversuche und 19 ihrer 20 Versuche von der Freiwurflinie. Dazu hatten sie auch noch eine bessere Dreier-Quote (36 %, Cavaliers 27 %).

Diese Serie ist auf keinen Fall schon entschieden. Doch es ist schwer sich vorzustellen, dass die Cavaliers jemals in Oakland eine bessere Chance bekommen werden, als in Spiel 1.

Jan auf Twitter: @JanOnOne

[Foto: Screenshot via YouTube: “Stephen Curry Scores 29 To Lead Dubnation To A 1-0 Lead In the ’17-’18 NBA Finals” von NBA]

One comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.