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NBA-Finals: Vier entscheidende Faktoren für die Cleveland Cavaliers

Um die Golden State Warriors zu schlagen, müssen die Cavaliers noch besser sein als im Auftaktspiel

NBA-Finals: Vier entscheidende Faktoren für die Cleveland Cavaliers 2. Juni 2018Leave a comment

Die Cleveland Cavaliers waren einen Korbleger von J. R. Smith davon entfernt, Spiel 1 der NBA-Finals zu gewinnen. Sie waren kurz davor, dem großen Favoriten in Oakland einen Sieg abzutrotzen. Doch am Ende führen die Warriors in der Serie mit 1:0. Trotzdem hat vieles, was die Cavs Donnerstagnacht probiert haben, gut funktioniert. Welche Lehren muss das Team von LeBron James aus der Niederlage ziehen, um die Serie auszugleichen? Und was sollte vom Außenseiter vermieden werden? Hier sind vier entscheidende Faktoren, um gegen die Warriors eine Chance zu haben:

1. Das Spiel verlangsamen

Über das gesamte Spiel konnte Cleveland die Möglichkeiten der Warriors durch Herunterspielen der Wurfuhr beschränken. Während Golden State über die Playoffs im Schnitt 99,43 Ballbesitze pro 48 Minuten hat, limitierten die Cavaliers diese Zahl in Spiel 1 auf 94,42. Als Cleveland im zweiten Viertel ihre Führung zwischenzeitlich auf elf Punkte ausbaute, lag die Geschwindigkeit sogar nur bei 92,99 Ballbesitzen pro 48 Minuten, via NBA Stats.

Durch ihre 19 offensiven Rebounds konnten die Cavaliers ihre Ballbesitze verlängern und kamen insgesamt auf neun Wurfversuche mehr als die Warriors. So wurden in der regulären Spielzeit die Wurfprobleme von Kevin Love und Jordan Clarkson ausgeglichen. Zum Start der zweiten Hälfte reagierte Steve Kerr auf die große Aufstellung Clevelands mit Javale McGee. Da Tristan Thompson und Love wohl wieder für die Cavaliers starten werden, ist es durchaus vorstellbar, dass McGee in Spiel 2 von Beginn an den Vorzug bekommt.

Allerdings ist das Jagen offensiver Rebounds gegen die Warriors immer ein Drahtseilakt. Denn kaum ein Team ist so gefährlich im Umschaltspiel, wie es die Golden State Warriors sind. In Kontern gelangen den Warriors 28 Punkte, die in solchen Situationen durchschnittlich 17,3 Punkte pro Spiel in den Playoffs erzielen und damit den drittbesten Wert aller Playoff-Teams stellen. Stehen bei defensiven Rebounds der Warriors nun Thompson und Love auf dem Parkett, nutzt Golden State den Geschwindigkeitsvorteil eiskalt aus.

2. Voller Fokus auf LeBron

Dass LeBron James der Schlüssel für den Erfolg der Cleveland Cavaliers ist, sollte zu diesem Zeitpunkt jedem bekannt sein. Doch in den Finals muss Coach Lue dafür sorgen, dass jede offensive Aktion über den Superstar läuft. Im ersten Viertel erzielte James nicht nur zwölf Punkte bei perfekter Quote aus dem Feld, er sorgte auch immer wieder für offene Würfe seiner Mitspieler. Diese Info klingt nicht nach einer Neuigkeit, dennoch ist es wichtig, diesen offensiven Plan weiter zu verfolgen. Spieler wie Kevin Love, der nur einen seiner acht Dreierversuche traf, werden früher oder später die offenen Würfe, die ihnen der “King” ermöglicht, treffen.

Ein Spieler, dem es an Selbstvertrauen nicht mangelt, ist Jordan Clarkson. Es war über Strecken frustrierend zu sehen, wie Clarkson versuchte, auf eigene Faust Offensive zu generieren. Dabei nahm er viele katastrophale Würfe.

In seinen ersten zehn Minuten traf Clarkson nur einen seiner sechs Wurfversuche und beendete den Abend mit vier Punkten bei neun Versuchen aus dem Feld. Zu wenig für einen Spieler, der auch defensiv keine positiven Qualitäten mitbringt.

3. Offene Dreier verhindern

In den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit und während der Verlängerung trafen die Warriors 83 % ihrer Dreier. Bei allen fünf Treffern war die Cavs-Defense mangelhaft. Gegen Klay Thompson wurde nicht geswitcht oder durch Screens gekämpft, Love mit Stephen Curry alleine gelassen und Draymond Green nicht gedeckt. Bis dahin verteidigten die Cavaliers den Dreier der Warriors gut, nur acht von 30 Versuchen waren Treffer. Jedoch ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Warriors von draußen Feuer fangen und das Spiel de facto beenden.

Lue muss Wege finden, die Verteidigung gegen solche Läufe von Golden State einzudämmen. Helfen könnte, das defensive System, in dem die Verteidiger ständig ihre Gegenspieler tauschen, anzupassen. Die Warriors verhinderten in der zweiten Halbzeit, dass James von Curry verteidigt wurde. Umgekehrt sollte Lue auch Kevin Love nicht mehr gegen Curry verteidigen lassen. Dazu ist es ein Risiko, wenn Green an der Dreierlinie offen steht. Der 28-Jährige hat in diesen Playoffs noch keine guten Wurfquoten abgeliefert, ist aber dafür bekannt, in entscheidenden Momenten heißzulaufen.

4. Das Glück auf der eigenen Seite haben

Sollten die Cavaliers ihre sehr gute Leistung aus Spiel 1 noch verbessern, könnten die Warriors heute Nacht immer noch eine Nummer zu groß sein. Golden State ist das wahrscheinlich talentierteste Team dieses Jahrzehnts. Wer in Oakland bestehen will, muss Fehler des Gastgebers ausnahmslos bestrafen und an der eigenen Leistungsgrenze spielen.

Vor zwei Jahren haben es die Cavaliers entgegen aller Erwartungen geschafft. Auch damals ging Spiel 1 an die Warriors. In den nächsten sechs Partien führten defensive Intensität und eine Verlangsamung des Spiels zum Erfolg für Cleveland. Die Houston Rockets hatten die Kalifornier mit diesem Rezept im Western-Conference-Finale ebenfalls am Rande des Ausscheidens.

Doch am Ende des Tages könnte selbst all das nicht genug sein. Die Cavaliers sind nicht mehr so gut wie vor zwei Jahren und erst recht nicht so talentiert wie Houston. Aber vielleicht reicht es dieses Jahr für Cleveland, in den Finals konkurrenzfähig zu sein, um im Sommer LeBron zum Bleiben zu bewegen. Auch dafür werden sie eine Menge Glück brauchen.

Jan auf Twitter: @JanOnOne

[Foto: Erik Drost/Flickr/CC BY 2.0]

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