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Gewinner und Verlierer: NBA-Finals, Spiel 2

Das waren die wichtigsten Faktoren beim Sieg der Golden State Warriors in Spiel 2

Gewinner und Verlierer: NBA-Finals, Spiel 2 4. Juni 2018Leave a comment

Dank einer soliden Defensive und eines abermals überragenden Stephen Curry gewinnen die Golden State Warriors das zweite Spiel mit 122:103 gegen die Cleveland Cavaliers und gehen in der Finalserie somit mit 2:0 in Führung. Nach einem spannenden Spiel 1, das die Warriors erst nach Verlängerung für sich entscheiden konnten, war es diesmal deutlicher. Der Heimsieg schien zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Auch wenn es die Dubs in den ersten drei Vierteln verpassten, entscheidend davonzuziehen, hatten sie zu jeder Zeit die Kontrolle über das Spiel und gewannen schließlich souverän und ohne große Anstrengung. Dies hatte verschiedene Gründe. Hier sind die größten Gewinner und Verlierer von Game 2 der NBA-Finals:

Gewinner: Warriors-Defense

Die Defensive von Golden State war ein entscheidender Faktor, der schließlich den Weg zu einem ungefährdeten Sieg freimachte. Als Team schaffte man es von Anfang an, Druck aufzubauen und einfache Punkte zu verhindern. Die Cavaliers mussten sich ihre Körbe hart erarbeiten, was sich zu Beginn des Spiels deutlich in der Wurfquote zeigte. Insgesamt kamen die Cavs auf 41,6 % . Den fast exakt gleichen Wert erzielten die Warriors, nur handelte es sich bei ihnen nicht um die Quote aus dem Feld, sondern um die von der Dreierlinie, was schon einiges über das Spiel verrät.

Ein weiterer wichtiger Faktor war, dass man LeBron James ansatzweise unter Kontrolle hatte. Zwar beendete James das Spiel fast mit einem Triple Double (29 Punkte, 9 Rebounds, 13 Assists) und zeigte erneut, dass er momentan der beste Spieler der Welt ist, für einen Sieg im Alleingang reichte es jedoch nicht. Immer wieder orientierte sich ein zweiter Spieler zu James, sobald dieser in Ballbesitz war. Man schaffte es, gut zu rotieren, Lücken schnell wieder zu schließen und die Pässe schwer zu machen. Daraus entstand dann das Golden-State-typische Umschaltspiel. Gerade in der ersten Halbzeit führte die starke Defense der Warriors zu einfachen und schnellen Punkten.

Verlierer: Cavaliers-Bank

Nach der 51-Punkte-Galavorstellung von LeBron James in Spiel 1 war klar, dass es eine erhebliche Leistungssteigerung der Bankspieler benötigen würde, wenn man die Warriors schlagen möchte. Diese Erwartung blieb allerdings unerfüllt. Im Gegenteil: James schien mit der Aufgabe, einen wichtigen Sieg gegen die Warriors einzufahren, mal wieder alleine betraut zu sein. Von seinen Teamkollegen kam so gut wie keine Unterstützung. Vor allem Kyle Korver, J. R. Smith und Jeff Green waren komplett abgemeldet. Alle drei Spieler kamen zusammen auf gerade einmal 12 Punkte. Korver, der sonst für wichtige Impulse von der Bank sorgen kann und als einer der gefährlichsten Dreierschützen der Liga gilt, traf keinen einzigen Wurf aus dem Feld. Smith, der nach seinem folgenschweren Blackout in Game 1 unter besonderer Beobachtung stand, machte zu keinem Zeitpunkt des Spiels den Eindruck, er wolle seinen Fehler wiedergutmachen.

Auch Tristan Thompson blieb unter dem Korb der Cavs (zumindest aus sportlicher Sicht) mal wieder unauffällig. An Einsatz und Ehrgeiz mangelt es dem temperamentvollen Center bekanntlich nicht, doch gerade im direkten Duell mit dem athletischen JaVale McGee fehlte es an Präsenz. Lediglich Kevin Love und George Hill zeigten neben LeBron eine solide Leistung. Für einen Auswärtssieg gegen den amtierenden Champion ist das allerdings viel zu wenig.

Gewinner: Stephen Curry

Die Warriors konnten sich mal wieder auf ihren Star verlassen. Mit 33 Punkten, 7 Rebounds und 8 Assists war Curry der Mann des Spiels. Hinzu kam ein weiterer Meilenstein in der Karriere des Point Guards. Unglaubliche 9 seiner 17 Wurfversuche von außerhalb der Dreierlinie fanden ihr Ziel. Damit stellte er einen neuen Rekord für getroffene Dreier in einem Finalspiel auf und löst Ray Allen ab, der mit 8 Treffern bisher den Rekord hielt. Die “MVP”-Chants der Warriors-Fans kamen bei dieser Vorstellung wenig überraschend.

 Verlierer: Cavaliers-Defense

Dass die Cavaliers früh im Spiel in einen Rückstand gerieten, dem sie das ganze Spiel hinterherrennen mussten, lag vor allem an einer schwachen Defensive. Während die Gastgeber von Anfang an Aggressivität und Druck in der Verteidigung aufbauten, ließ Cleveland in ihrer eigenen Defensive genau diese Eigenschaften vermissen. In den meisten Fällen war man den berühmten einen Schritt zu spät, reagierte nur auf die Angriffsbemühungen der Warriors und gab die Kontrolle somit frühzeitig aus der Hand. Immer wieder riskierte man, in Mismatches zu geraten, die Golden State gekonnt ausnutzte.

Die taktische Marschroute, fast alle Blöcke zu switchen, wurde intensiviert. Das daraus resultierende Ergebnis war nicht nur, dass die Warriors ihre Angriffe geduldig und clever zu Ende spielen konnten, sondern auch, dass zu keinem Zeitpunkt eine grundlegende Intensität in der Verteidigung der Cavs zu sehen war.

Der Vorteil an dieser Weise, Blöcke zu verteidigen, ist, dass sie relativ kräfteschonend und gemütlich ist. Der große Nachteil aber, dass sie keinen Druck auf den Gegner ausübt und es so relativ schwierig ist, eine aggressive Grundhaltung in der Defensive aufzubauen. Diesen Punkt hat Cleveland früh im Spiel verpasst, sodass man den Eindruck gewinnen konnte, die Dubs schaffen es ohne große Mühe, zu punkten.

Gewinner: McGee & Livingston

Einen ganz wichtigen Schub für die Warriors lieferten JaVale McGee und Shaun Livingston von der Bank. Mit insgesamt 22 Punkten trugen sie maßgeblich zum Erfolg ihres Teams bei. Bemerkenswert dabei ist die Tatsache, dass beide ohne Fehlversuch blieben. Zusammen trafen die Rollenspieler alle ihrer 11 Wurfversuche aus dem Feld. Effizienz pur und ein wichtiger Faktor für die Mannschaft. Es sind oftmals diese Kleinigkeiten, die einem Spiel die entscheidende Richtung geben können. Zumindest an diesem Abend war das der Fall.

Während McGee, Livingston und Co. ihren Job richtig gut machten, waren die Rollenspieler auf Seiten der Cavs eine Enttäuschung. Ein weiterer Beweis dafür, dass Basketball eben doch ein Mannschaftssport ist und auch ein LeBron James das nicht alleine ändern kann.

Nun geht es für die Cavs im nächsten Spiel also endlich nach Hause. In eigener Halle wird es dann entscheidend sein, als Team geschlossen aufzutreten und gemeinsam eine Schippe draufzulegen. Ähnlich wie bei den Warriors in diesem Spiel wird es dann auch auf die Bank ankommen. Will man noch eine Chance haben, die Titelverteidigung der Warriors zu verhindern, muss das nächste Spiel zwingend gewonnen werden, sonst wäre der Traum von der Meisterschaft schon so gut wie geplatzt.

Schwierig wird es für Cleveland allemal, unmöglich ist die Aufgabe jedoch nicht. Schließlich lag man auch in der letzten Runde gegen die Boston Celtics mit 0:2 zurück, ehe die Aufholjagd gestartet und die Finals fixiert wurden. Es ist also noch alles drin.

Leonard auf Twitter: @leo_laurig

[Foto: Keith Allison/Flickr/CC BY-SA 2.0]

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