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Die letzte Chance für die Cavaliers?

Diese drei Faktoren könnten die Cleveland Cavaliers in Spiel 3 noch retten

Die letzte Chance für die Cavaliers? 6. Juni 2018Leave a comment

stv. Ressortleiter Sport

In der Finalserie gegen die Golden State Warriors stehen die Cleveland Cavaliers mit dem Rücken zur Wand. Der 0:2-Rückstand scheint schon fast zu einer unlösbaren Aufgabe geworden zu sein. In 29 Fällen, in denen ein Team eine 2:0-Führung in den Finals hatte, konnte die Championship am Ende der Serie auch gewonnen werden. Nur viermal wurde der Rückstand noch gedreht. Die Statistik spricht also klar für die Warriors, zumal sie in Spiel 2 einen wesentlich meisterschaftsreiferen Eindruck hinterlassen konnten.

Die Cavs stehen auf dem Prüfstand und müssen einiges besser machen, um beim richtungsweisenden Heimspiel in der Quicken Loans Arena (Donnerstag, 3 Uhr mitteleuropäischer Zeit) einen Sieg einzufahren.

1. Volle Konzentration auf die Defense

Die Verteidigung der Cavs offenbarte in Spiel 2 gleich mehrere Schwächen, angefangen in der Transition. Vor allem in den ersten Minuten machte das Team von Tyronn Lue in der Rückwärtsbewegung einen enorm ungeordneten und langsamen Eindruck. Diese Fehler werden von Teams wie den Warriors einfach gnadenlos ausgenützt. Wenn Curry und Co. aus dem Spiel genommen werden sollen, gilt für Cleveland als oberste Priorität, den Ball frühzeitig zu stoppen.

Dafür ist es ebenso wichtig, mehr Druck auf den ballführenden Spieler auszuüben, auch weit hinter der Dreierlinie. Die Taktik, fast alle Blöcke der Warriors zu switchen, ist in Spiel 2 überhaupt nicht aufgegangen. Der Spieler mit dem Ball war so gut wie keinem Druck ausgesetzt und konnte oftmals in aller Ruhe entscheiden, zu passen oder das Mismatch aufzunehmen und selbst den Korb zu attackieren. Zudem wurde die zweite Hilfe, also der zweite Switch von Seiten der Cavs, manchmal sogar komplett vergessen. Das Ergebnis waren viele leichte Punkte für Golden State und ein einschläferndes Spiel der Cavaliers, von dem sie sich nicht mehr erholten.

In Game 3 wird es also entscheidend sein, mit einer besseren und aggressiveren Rotation aus der Defense heraus ins offensive Spiel zu finden. Außerdem wäre Coach Lue gut beraten, die defensive Taktik zu variieren und den großen Spielern eine aktivere Rolle beim Verteidigen der Pick-and-Roll-Situation zukommen zu lassen. Dies wäre auch ein probates Mittel, um Stephen Curry erst gar nicht wieder heißlaufen zu lassen. Ihn ganz aus dem Spiel zu nehmen ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Doch feststeht: Mit enger Verteidigung, viel Bewegung und einer schnelleren Rotation kann man es ihm wesentlich schwieriger machen.

2. Mehr Unterstützung von der Bank

Was für die Defensive gilt, kann natürlich auch auf die Offensive übertragen werden. Cleveland hat in den ersten beiden Spielen viel zu wenige hochprozentige Würfe herausgespielt, was auch an der schwachen Defense lag. Grundsätzlich gilt: Die Einstellung, die man in der Defense an den Tag legt, zählt auch im Angriff. Das heißt natürlich nicht, dass sie schneller den Abschluss suchen müssen. Im Gegenteil. Schafft man es, den Gegner hinten zu kontrollieren, ergeben sich automatisch mehr Gelegenheiten für eigene Korbabschlüsse. Auch wenn man dafür mehr Zeit von der Uhr nehmen muss.

Das Tempo der Warriors über das gesamte Spiel mitzugehen, wird für LeBron und sein Team sowieso nicht möglich sein. Viel eher wird es darauf ankommen, den Ball im Angriff schneller laufen zu lassen und somit mehr erfolgreiche Possessions zu bekommen. Dafür wird mal wieder die Leistung der Cavs-Bank entscheidend sein. Das letzte Spiel hat den Unterschied zwischen den beiden Teams in der Besetzung der Bankspieler klar gezeigt. Während Shaun Livingston, JaVale McGee und der Rest der Reservisten eine beeindruckend tadellose Leistung zeigten, lief bei den Cavaliers so gut wie nichts von der Bank.

Für Coach Lue ist es an der Zeit, sich mit seinem Trainerteam in der Spielerfrage Gedanken zu machen. Der viel kritisierte Jordan Clarkson war in den gesamten Playoffs wahrlich keine gute Option im Angriffsspiel der Cavs, dennoch wurde er weiterhin konstant eingesetzt. Andere Spieler, wie Rodney Hood, sahen deutlich weniger Minuten. Rookie Cedi Osman, der durchaus einiges an Potenzial verspricht, wurde überhaupt noch kein Vertrauen geschenkt. Also warum nicht einmal versuchen, mit einer veränderten Rotation für frischen Wind zu sorgen?

3. Heimvorteil nutzen

Der erfolgsversprechendste Ausgangspunkt, auf den die Cavs am meisten hoffen werden, ist der Heimvorteil. Für eine demoralisierte Mannschaft, die in den Finals die ersten beiden Spiele bitter verloren hat, ist der Heim-Faktor ganz entscheidend. Die Stimmung in der Quicken Loans Arena in Cleveland wird von Beginn an überkochen. Die Fans werden mit der “Jetzt erst recht”-Einstellung zu hundert Prozent hinter ihrer Mannschaft stehen und alles dafür geben, sie zum Sieg zu pushen. Der Heimvorteil kann — vor allem in großen Spielen — den Unterschied ausmachen und eine große Rolle in der psychischen Fitness der Spieler spielen.

Dass die Cavs ihren Homecourt verteidigen können, haben sie zudem in der letzten Runde gegen die Boston Celtics gezeigt. Auch dort lag man nach den ersten beiden Auswärtsspielen mit 0:2 zurück, ehe man in den Heimspielen ausgleichen und schließlich die Serie gewinnen konnte.

Gegen die Golden State Warriors wird es sicherlich nochmal eine Nummer härter, das Kunststück aus den Conference Finals zu wiederholen. Doch auch wenn die Buchmacher die Warriors in Cleveland favorisiert sehen, können sich viele Experten gut vorstellen, dass die Cavs in eigener Halle einen Sieg einfahren und in der Serie den Anschluss behalten. Wir dürfen auf den Ausgang der Partie also weiterhin gespannt bleiben. Es könnte die letzte Chance für Cleveland sein.

Leonard auf Twitter:@leo_laurig

[Foto: Erik Drost/Flickr/CC BY 2.0]

stv. Ressortleiter Sport

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