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Gewinner und Verlierer: NBA-Finals, Spiel 3

Kevin Durant sorgt mit einer grandiosen Leistung für den dritten Sieg der Golden State Warriors

Gewinner und Verlierer: NBA-Finals, Spiel 3 7. Juni 2018Leave a comment

Redakteur

Die Golden State Warriors gewinnen das dritte Spiel der Finalserie gegen die Cleveland Cavaliers mit 110:102 und können bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag ihren Titel verteidigen. Die Cavaliers konnten dank ausgeglichener Leistung des gesamten Teams das Spiel lange spannend halten. Am Ende der Partie war es jedoch die individuelle Leistung des letztjährigen Finals-MVPs, Kevin Durant, der für die Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft sorgte. Hier sind die größten Gewinner und Verlierer von Spiel 3:

Gewinner: Kevin Durant

Nach Spiel 2 war Stephen Curry in aller Munde. Seine neun getroffenen Dreier stellten einen neuen Finals-Rekord auf. Doch Curry war in Spiel 3 kaum wiederzuerkennen. Sein einziger Treffer von hinter der Dreierlinie, bei zehn Versuchen, kam erst spät im vierten Viertel. Der Guard beendete das Spiel mit elf Punkten bei jämmerlichen 18,8 % aus dem Feld.

Umso wichtiger war daher der Auftritt von Kevin Durant. Dieser traf sechs seiner neun Dreierversuche, 15 seiner 23 Versuche aus dem Feld und war bei sieben Würfen von der Freiwurflinie makellos. Der MVP von 2014 beendete das Spiel mit 43 Punkten, 13 Rebounds und 7 Assists. KD erledigte die Cavaliers im Alleingang und bewies ein weiteres Mal, dass er der vielseitigste Scorer der NBA ist.

Durant drückte dem Spiel von Anfang an seinen Stempel auf. Seine 13 Punkte im ersten Viertel sorgten dafür, dass die Warriors die frühe Führung der Cavs schnell wieder egalisieren konnten. Cleveland hatte nie die Chance, sich entscheidend von Golden State abzusetzen, da Durant auf alles eine passende Antwort fand. Im Schlussviertel versetzte der Forward dem Kontrahenten schließlich den Todesstoß, als er von nahezu identischer Stelle wie im letztjährigen Spiel 3 einen tiefen Dreier traf und die Führung der Warriors auf sechs ausbaute.

Verlierer: LeBron James

LeBron James spielte an normalen Maßstäben gemessen ein hervorragendes Spiel. Seine 33 Punkte, 10 Rebounds und 11 Assists bedeuteten das zehnte Triple Double seiner Karriere in den Finals. Ein weiterer Finals-Rekord des “Königs”. Doch derartige Leistungen reichen in den Playoffs nicht aus, um mit diesem Team Spiele zu gewinnen. Seine 51 Punkte in Spiel 1 waren beinahe genug. In Spiel 3 bekam er die Hilfe seiner Mitspieler, die er in den ersten beiden Spielen vermisst hatte.

Umso enttäuschender, dass James seine gewohnte Effizienz vermissen ließ. Nur einen seiner sechs Dreier konnte er im Ziel unterbringen. Seine 33 Punkte waren Resultat von 28 Wurfversuchen, die der “King” nur mit einer Quote von 46,4 % traf. Es ist schwer, von einer enttäuschenden Leistung zu sprechen, aber LeBron James hat die Ansprüche an ihn derart hochgesetzt, dass alles außer einer historischen Leistung eine kleine Enttäuschung ist.

Gewinner: Rodney Hood

Coach Tyronn Lue gab in Spiel 3 dem viel gescholtenen Rodney Hood eine Chance, nachdem dieser in den Finals bisher nahezu keine Spielzeit bekommen hatte. Hood zeigte eine ansprechende Leistung. Mit effizienten 15 Punkten aus 11 Wurfversuchen trug er dazu bei, dass die Cavaliers lange die Chance hatten, Spiel 3 für sich zu entscheiden.

Unter dieser Personalumstellung litt allen voran Jordan Clarkson, der keine einzige Minute spielte. Clarkson hatte Lue in den ersten beiden Spielen allerdings auch wenig Anlass gegeben, auf ihn zu setzen. Auch im weiteren Verlauf der Serie wird Hood wohl den Vorzug gegenüber Clarkson bekommen. Da es schwer vorstellbar ist, dass die Serie noch mehr als zwei Spiele andauernd wird, könnte diese Änderung allerdings zu spät kommen.

Verlierer: Kyle Korver

In den 44 Minuten, die Kyle Korver in diesen Finals bisher auf dem Parkett stand, sorgte er für magere vier Punkte. Insgesamt kommt der Shooting Guard auf lediglich zehn Versuche aus dem Feld, sechs davon von hinter der Dreierlinie. Korver, der zu den konstantesten Distanzschützen der Ligageschichte gehört, wird von den Warriors komplett aus dem Spiel genommen.

Korver war nie einer der athletischsten Spielern. Mit inzwischen 37 Jahren hat der ehemalige All-Star erst recht keine Chance mehr, seine Verteidiger abzuschütteln. Auch das ständige Switchen der Warriors-Verteidigung kommt ihm nicht zugute. Die Blöcke, die Korver offene Würfe kreieren sollen, verlieren dadurch ihre Wirkung. Am Ende dieser Saison könnte Schluss sein für den Scharfschützen. Es wäre schade, würde Korver sich mit so einer Leistung von der NBA verabschieden.

Gewinner: Andre Iguodala

In den ersten beiden Spielen wurde er noch schmerzlich vermisst. In Spiel 3 kehrte Andre Iguodala zurück in die Rotation der Golden State Warriors und mit ihm auch seine Intensität. Während der 21 Minuten, die Iguodala auf dem Feld stand, waren die Warriors um 14 Punkte besser als die Cavaliers. Sein Steal gegen Kevin Love führte zu Stephen Currys einzigen Dreier der Partie. In der darauffolgenden Offensivaktion dunkte er gegen Tristan Thompson.

Acht Punkte, zwei Rebounds und ein Assist reflektieren den Einfluss, den er auf die Partie hatte, in keinster Weise. Iguodala hat wieder bewiesen, welch ein wichtiger Faktor er für die Warriors-Defensive ist. 2015 bescherte ihm das die Auszeichnung als Finals-MVP. Jetzt kann Iguodala durch seine Rückkehr für den ersten Sweep in den NBA-Finals seit 2007 sorgen.

Verlierer: Die NBA

Unter objektiven Gesichtspunkten geht es der Liga so gut wie seit den 1990er Jahren nicht mehr. Einschaltqouten und Trikotverkäufe steigen und die Popularität nimmt weltweit immer weiter zu. Doch die Finals werden der Liga nicht gerecht. Die Golden State Warriors dominieren die Cleveland Cavaliers. Das große Problem dabei ist, dass jeder es kommen sehen hat. Spiel 3 hätte mit einem Cavaliers-Sieg noch einmal Spannung in die Serie bringen können. Doch der dritte Sieg der Warriors entzieht den Finals die letzte Spannung.

Die Warriors sind ihrem Kontrahenten derart überlegen, selbst schlechte Spiele von Klay Thompson und Steph Curry können den Favoriten nicht gefährden. Nie konnte ein Team einen 0:3-Rückstand wieder aufholen. Die Vorentscheidung ist gefallen und die Liga kann sich auf die Sommerpause vorbereiten. Diese verspricht mit der Free Agency von einigen Stars spannender zu werden, als es die Finals sind.

Jan auf Twitter: @JanOnOne

[Foto: Screenshot via YouTube: “Kevin Durant’s EPIC 43 Point Performance In Game 3 | 2018 NBA Finals” von NBA]

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